Ursprünglich ging es nur um lokale Geschichte / Heute ein vernetztes Stadtteil-Zentrum mit vielen Angeboten 25 Jahre Doku Blumenthal

Anfangs sollte es sich lediglich der geschichtlichen Entwicklung Blumenthals widmen. So entstand auch der Name: Dokumentationszentrum. Im Laufe von 25 Jahren entwickelte sich jedoch ein Ort der Begegnung, bietet der eigens gegründete Verein viele kulturelle Angebote, gibt es zahlreiche Kooperationen.
30.08.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von IRIS MESSERSCHMIDT

Anfangs sollte es sich lediglich der geschichtlichen Entwicklung Blumenthals widmen. So entstand auch der Name: Dokumentationszentrum. Im Laufe von 25 Jahren entwickelte sich jedoch ein Ort der Begegnung, bietet der eigens gegründete Verein viele kulturelle Angebote, gibt es zahlreiche Kooperationen.

Blumenthal. „Dass das Doku so eingeschlagen ist und über die Jahre so gut angenommen wird, das ist Angela Stocks zu verdanken. Sie macht möglich, was eigentlich unmöglich ist.“ Diese lobenden Worte findet Karl Lüneburg für die Leiterin des Blumenthaler Dokumentationszentrums. Der ehemalige Ortsamtsleiter von Blumenthal weiß, wovon er spricht, hat er doch das Doku vor 25 Jahren mitgegründet, ist nach wie vor im Vereinsvorstand und begleitet somit Angela Stocks Arbeit von der ersten Stunde an.

Das Doku, das mittlerweile ein etablierter Begegnungsort für junge und ältere Menschen aus Blumenthal geworden ist, begann einst aus einer anderen Motivation heraus. Die erste Idee, einen Ort zu finden, an dem sich Menschen ausgiebig der Stadtteilgeschichte widmen, hatte laut Karl Lüneburg der damalige Oberschulrat der Helgenstraße, Karl-Heinz Schweingruber. Die Initiative, einen Verein zu gründen, kam dann vom Ortsamt, von Blumenthaler Schulen und der Kulturbehörde. „So ist auch der Name entstanden: Dokumentationszentrum“, erklärt Karl Lüneburg.

Nachdem die Hauswirtschaftsschule – liebevoll von alteingesessenen Blumenthaler als „Puddingschule“ tituliert – vom Heidbleek in die Eggestedter Straße umzog, war für das Dokumentationszentrum auch ein Raum gefunden. Die Themen Industrialisierung und Bremer Wollkämmerei (BWK) waren anfangs Schwerpunkte. Blumenthaler Lehrer arbeiteten vor Ort mit ihren Schülern, um dieser Blumenthaler Geschichte nachzugehen.

„Nach wie vor wird im Doku auch die Stadtteilgeschichte erarbeitet, beispielsweise durch das Archiv oder den Blumenthaler Kalender. Im Laufe der Jahre stellte sich allerdings die Frage, wie wir weiterarbeiten wollen“, erklärt Angela Stocks den Wandel vom Dokumentationsort zu einem Ort der Begegnung.

Da es schon von Anfang an Kooperationen gab – sowohl mit Grund- als auch Oberschulen in Blumenthal sowie mit der Volkshochschule Nord – wurde die Frage der Zukunft des Doku mit verschiedenen Seiten diskutiert: Sollte es ein Institut werden, das sich nur der geschichtlichen Entwicklung Blumenthals widmet? Die Mehrheit sprach sich dagegen beziehungsweise für eine weitere Öffnung des Dokus aus. Seitdem hat sich einiges getan, sind Gruppen mit verschiedensten Angeboten im Doku heimisch geworden, gehören Ausstellungen, Tanz, Musik, Kunsthandwerk und und vor allen Dingen Begegnungen im Doku zum Tagesgeschäft.

„Uns ist es gelungen, das richtige Maß zu finden, um mit vorhandenen Mitteln das Mögliche zu verwirklichen“, zieht die Doku-Leiterin ein Fazit. Und Karl Lüneburg ergänzt: „Weitgehend haben wir dies der Initiative von Angela Stocks zu verdanken.“ Die Leiterin des Doku sieht viele positive Dinge in der Öffnung – aber auch in den zahlreichen Kooperationen. „Wir arbeiten sehr gut mit den ansässigen Vereinen zusammen, sind auf politischer Ebene parteiübergreifend anerkannt, haben mit der VHS-Kooperation einen Standort für weitere Angebote vor Ort in Blumenthal und erreichen durch die Kooperation mit Schulen, beispielsweise dem Hort Wasserturm, auch Kinder und Menschen, die sonst nicht den Weg ins Doku oder zu kulturellen Angeboten finden würden.“

Als entschieden wurde, den inhaltlichen Rahmen des Hauses weiter zu fassen, wollte der Verein allerdings nicht den Namen ändern. „Aus Dokumentationszentrum ist im Lauf der Jahre lediglich Doku geworden. Damit identifizieren sich die Menschen, die hier ein- und ausgehen, die mithelfen oder als Besucher unser Haus betreten“, erklärt Angela Stocks. Diese vielen Menschen waren es auch, die zu einer Collage beigetragen haben, die derzeit den Eingangsbereich des Doku schmückt: „25 gute Gründe“, die für das Doku sprechen, als Ausstellung erarbeitet von Rolan Khayyat und bis Mitte September zu sehen.

Am Sonnabend, 31. August, soll ab 15 Uhr gefeiert werden. „Eingeladen sind alle, die sich mit dem Doku verbunden fühlen“, sagt Angela Stocks. Anders als in der Vergangenheit werden am Sonnabend aber keine Gruppen aus dem Haus das Rahmenprogramm übernehmen. Sie sollen zum Dank für ihre Treue selbst Gäste im Doku sein, wenn Schauspieler das Stück „Leinen Los“ präsentieren und das Duo Pigalle für die musikalische Unterhaltung sorgt.

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