Gedenken an Verbrechen des Nationalsozialismus 2500 bei Nacht der Jugend

Bremen. Am Donnerstag haben Bremer Schüler im Rathaus die 15. "Nacht der Jugend" gefeiert. Ziel der Veranstalter ist es, mit diesem Fest eine neue Form des Erinnerns an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu schaffen.
16.11.2012, 05:00
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2500 bei Nacht der Jugend
Von Max Polonyi

Bremen. Das Rathaus öffnete am Donnerstag seine Türen für die 15. "Nacht der Jugend". Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung sollen vor allem junge Menschen dazu bewegt werden, sich in "unkonventioneller Form" an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern, wie Mitorganisator Helmut Hafner erklärte.

Dazu waren rund 2500 Menschen, unter ihnen auch viele ältere, in das Rathaus gekommen. Von 18 Uhr bis spät in den Abend wurde den Gästen ein buntes Programm aus Musik, Tanz und Theater geboten. Etwa 500 Jugendliche von verschiedenen Bremer Schulen hatten zuvor die "Nacht der Jugend" vorbereitet.

"Ich bedanke mich bei den vielen jungen Leuten, die diesen Abend auch in diesem Jahr wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht haben", sagte Bürgermeister Jens Böhrnsen bei seiner Rede zur Eröffnung der Veranstaltung. Die "Nacht der Jugend" solle dazu beitragen, eine neue Form des Erinnerns zu erschaffen, erklärte Thomas Hafner. "Es sind auch viele Jugendliche mit Migrationshintergrund dabei", so der Mitorganisator. "Sie sollen die Botschaft aus dem Zentrum der Stadt erhalten, dass sie in Bremen willkommen sind."

Ehrengast der "Nacht der Jugend" war der Holocaust-Überlebende Thomas Geve, der im Alter von 13 Jahren in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden war. Vor zahlreichen jungen Zuhörern berichtete Geve am Donnerstagabend von seinen Erfahrungen, die er als junger Mann in der Zeit des Nazi-Regimes gemacht hatte.

Neben Auftritten von Musikgruppen und Hip-Hop-Tanzaufführungen bot die "Nacht der Jugend" auch öffentliche Diskussionsrunden. So debattierten Bremer Schüler beispielsweise über das Thema Nationalstolz. Darüber hinaus präsentierten jüdische und muslimische Jugendliche gemeinsam ihre Rechercheergebnisse zum Thema "Todesopfer rechter Gewalt der letzten 20 Jahre".

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