Verkehrsberuhigung

300 Unterschriften für Tempo 30 auf der Rockwinkler Heerstraße

Bessere Luft und weniger Lärm versprechen sich Anwohner der Rockwinkler Heerstraße von ihrem Engagement. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet. Dies soll heute im Beirat besprochen werden.
18.01.2018, 11:47
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter

Die Rockwinkeler Heerstraße mausert sich in Höhe Oberneulander Heerstraße zur Flaniermeile und soll deshalb zur Tempo-30-Strecke werden – knapp 300 Bürgern haben eine Unterschriftenliste mit diesem Appell unterzeichnet, die jetzt gemeinsam mit einem Bürgerantrag im Oberneulander Ortsamt abgegeben worden ist. Konkret bezieht sich der Wunsch nach einem Tempo-30-Limit auf den Abschnitt zwischen der Kreuzung zur Apfelallee und dem Landgutweg.

Angeschoben wurde die Unterschriften-Aktion von einer Initiative aus Anwohnern und Eltern, da in besagtem Abschnitt viele Schulkinder zu Fuß und mit dem Rad unterwegs seien und Bürger in den Restaurants mit Außengastronomie Erholung suchten.

„Wir möchten in Zeiten, in denen über die schädigende Wirkung von Fahrzeugabgasen öffentlich wesentlich mehr diskutiert wird, erreichen, dass unsere Mitbürger vor Ort, unsere Kinder und wir selbst gesund leben können“, erklärt Felix Haupt, Sprecher der Anwohner-Initiative. Neben besserer Luft sei bei Tempo 30 auch von einer wesentlichen Lärmreduktion in dem Abschnitt auszugehen, da dessen Asphalt eine besonders schlechte Qualität aufweise, sagt er. Für den Transitverkehr erwarte er dennoch keine wesentliche Beeinträchtigung.

Profitieren würden hingegen insbesondere die Schüler der Oberschule Rockwinkel von einer Temposenkung, ist sich Haupt sicher, da sie die Rockwinkeler Heerstraße mit dem Rad oder zu Fuß queren müssen. Der Schulweg werde nämlich nicht nur gesünder, sondern auch sicherer. Als Resultat daraus würden künftig weniger Kinder mit dem Auto gebracht werden, prophezeit der Lungenfacharzt. Auch die Oberschule Rockwinkel unterstützt den Antrag mit einer schriftlichen Stellungnahme, wie Schulleiterin Michaela Dahm auf Nachfrage mitteilt.

Ganz neu ist das Anliegen der Anwohner-Initiative bekanntlich nicht. Ein Antrag der Grünen mit teils identischem Wortlaut war im vergangenen Juni bereits im Verkehrsausschuss des Beirats abgelehnt worden. Während sich Heinz-Rüdiger Wanke (SPD) damals dem Antrag von Cemal Kocas anschloss, votierten die vier Mitglieder der CDU dagegen.

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„Eine Stückelung der Straße in unterschiedliche Geschwindigkeitsabschnitte erscheint uns nicht sinnvoll“, erklärte Kay Entholt, Sprecher des Ausschusses. Angesichts der zwei dicht aufeinanderfolgenden Ampeln seien Autofahrer hier ohnehin gehalten, vorsichtig zu fahren, argumentierte er. Die SPD-Fraktion steht ihrerseits nach wie vor hinter der Idee, erklärt Sprecher Wanke. „Die Ecke entwickelt sich zu einem sympathischen urbanen Zentrum - da muss man mit der zulässigen Geschwindigkeit herunter“, argumentiert er.

Dass die Initiative das Thema jetzt erneut auf den Tisch bringt, begründet Haupt damit, dass die Akteure sich eine öffentliche Diskussion im Beirat wünschen – auch vor dem Hintergrund des Bundesratsbeschlusses aus 2017, der Tempo 30 vor sozialen Einrichtungen künftig zum Regelfall erklärt hat. Selbiges gilt auch für den Nahbereich von Schulen.

Die Übergabe des Bürgerantrags im Ortsamt Oberneuland hat die Initiative außerdem dazu genutzt, ein für sie weiteres brisantes Thema zur Sprache zu bringen. „In dem Gespräch haben wir unsere Bedenken gegenüber der aktuellen Situation der Fuß- und Radwege an der Rockwinkeler Heerstraße geäußert“, erzählt Haupt. „Es gibt Programme der Schulen, die Kinder und Eltern motivieren sollen, auf das Auto zu verzichten. Dies ist eine wirklich begrüßenswerte Maßnahme, um die Autoverkehrsverdichtung von der Schule zu vermeiden“, findet er.

Es sei vor diesem Hintergrund allerdings untragbar, dass den Kindern ein derart gefährlicher Schulweg zugemutet werde. „Dass Laster, Busse und Autos mit 50 bis 60 Stundenkilometern direkt neben den Fußgängern und Radfahrern vorbeidonnern, während diese sich auf einen schmalen Weg mit Gegenverkehr, Hindernissen, Ein- und Ausfahrten und einen miserablen Untergrund konzentrieren müssen, kann doch niemand gut heißen“, betont Haupt.

Ein Tempolimit des Straßenverkehrs würde hingegen die Bremswege verkürzen und schaffe so mehr Sicherheit. Das Problem des maroden Wegebelags betreffe allerdings auch andere Abschnitte der Rockwinkeler Heerstraße. „Unserer Ansicht nach sollte der Beirat zur Verbesserung der Fuß- und Radwege entlang der Rockwinkeler Heerstraße aktiv werden“, fordert der Initiativen-Sprecher Felix Haupt.

Auf der Sitzung des Beirats an diesem Donnerstag, 18. Januar, werde der Bürgerantrag zunächst noch keine Berücksichtigung finden, teilt Ortsamtsleiter Jens Knudtsen mit. Er habe das Anliegen mit der Bitte um Prüfung zunächst an das Amt für Straßen und Verkehr weitergeleitet.

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