Knoops Park wächst

3500 Quadratmeter mehr

Für den symbolischen Betrag von einem Euro hat der Förderverein Knoops Park der Stadt Bremen am Mittwoch ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück verkauft. Zuvor stand hier ein baufälliges Gebäude.
15.11.2017, 14:51
Lesedauer: 2 Min
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Von Imke Molkewehrum
3500 Quadratmeter mehr

Christof Steuer freut sich, dass das Grundstück in den Park integriert wird.

Christian Kosak

St. Magnus. Knoops Park ist seit Mittwoch offiziell um 3500 Quadratmeter größer. Punktgenau während einer Regenpause trafen Mitglieder des Fördervereins Knoops Park den Bremer Umweltsenator Joachim Lohse an der Straße Raschenkampsweg. Wo früher ein baufälliges ehemaliges Schwesternwohnheim aus der Nachkriegszeit stand, liegt am Lesumhang nunmehr eine freie Rasenfläche mit Blickachsen in alle Windrichtungen.

Die Stadt Bremen hat dem Förderverein das zentral gelegene Grundstück für einen symbolischen Preis von einem Euro abgekauft, und der grüne Senator nahm den Kaufvertrag in Empfang. Das Areal ist nun in den unter Denkmalschutz stehenden Park integriert und kann somit nicht mehr bebaut werden.

Ursprünglich hatte der Förderverein Knoops Park in Erwägung gezogen, dem Wohnungsunternehmen Vonovia das verwaiste Schwesternwohnheim abzukaufen. „Aber das war zu teuer“, sagt Kassenprüfer Hermann Frenzel. Nach zähen Verhandlungen habe Vonovia dem Verein das Areal schließlich geschenkt. Im Sommer 2016 wurde das störende Gebäude schließlich abgerissen – auf Kosten der Parkfreunde. Insgesamt 70 000 Euro hat der Förderverein über Spenden, Sponsoren und Fördermittel gesammelt, um das Haus abzureißen, die Fläche zu planieren und Rasen einzusäen.

Für den Abriss hat der Förderverein noch im selben Jahr den mit 3000 Euro dotierten Bremer Denkmalpflegepreis in der Kategorie „Vereine / ehrenamtlich Tätige“ erhalten. „Mitten in Knoops Park stand eine Bausünde der Nachkriegszeit, ein unsensibel in wichtige Blickachsen des Parks gestelltes Schwesternwohnheim“, betonte Landeskonservator Georg Skalecki damals.

Vor der Schenkung und dem Abriss habe es Pläne gegeben, auf dem Areal ein 120-Betten-Hotel mit Kongressbereich und Saunen zu errichten, so der Vereinsvorsitzende Christof Steuer. Diese wahnwitzige Idee sei nun Makulatur. Jetzt sei das Grundstück endlich in den stadteigenen Park integriert. Steuer: „Dadurch wird für alle Zeit verhindert, dass hier gebaut wird.“ Stattdessen sei es nun möglich, historische Wegverbindungen und Sichtachsen wiederherzustellen.

Der Vereinsvorsitzende führte den Umweltsenator zur Aussichtsplattform mit Lesumblick, die zuvor durch das Schwesternwohnheim schwer zugänglich war. Das Plateau sei zwar etwas verwittert, „aber der Blick ist wunderschön“, so Steuer. „Weil es so diesig ist, sieht man heute Arcelor-Mittal nicht“ ruft Christof Steuer. „Sehr gut“ ruft ein Mitstreiter.

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