Männer bekommen häufiger Tumoren als Frauen

4200 Krebsfälle pro Jahr in Bremen

Insgesamt sind fast drei Prozent der Bremer Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren an Krebs erkrankt. Unter Krebserkrankungen leiden Männer etwas häufiger als Frauen.
20.12.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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4200 Krebsfälle pro Jahr in Bremen
Von Sara Sundermann
4200 Krebsfälle pro Jahr in Bremen
Berding

Insgesamt sind fast drei Prozent der Bremer Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren an Krebs erkrankt. Unter Krebserkrankungen leiden Männer etwas häufiger als Frauen. 4200 Menschen im Land Bremen sind zuletzt jedes Jahr an Krebs erkrankt.

Das geht aus dem aktuellen Bericht des Bremer Krebsregisters hervor, das seit inzwischen zehn Jahren Krebserkrankungen erfasst und analysiert. Geführt wird die Bremer Registerstelle vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). Ärzte und Pathologen melden Krebsfälle an das Register. Der neue Bericht bezieht sich auf die Jahre 2009 bis 2011.

Zu den drei häufigsten Krebserkrankungen gehörten bei den Männern zuletzt Prostata-, Lungen- und Darmkrebs, stellen die Mitarbeiter des Leibniz-Instituts fest. Bei den Frauen treten Brust-, Darm- und Lungenkrebs am häufigsten auf. Rund die Hälfte aller Krebserkrankungen geht auf diese Tumorarten zurück. Die Bremer Situation entspricht in diesem Bereich in etwa der bundesweiten Situation.

Bei vielen Krebsarten liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Patienten mindestens die kommenden fünf Jahre überleben, heute bei mehr als 80 Prozent. Das gilt zum Beispiel für Krebserkrankungen von Brust, Hoden, Prostata, Schilddrüse und Gebärmutter sowie für das sogenannte Maligne Melanom der Haut.

Andere Tumorarten sind dagegen besonders gefährlich: „Die häufigste krebsbedingte Todesursache im Bundesland Bremen ist Lungenkrebs, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen“, heißt es im Bericht. In Bremen seien zuletzt viele Menschen an Lungenkrebs erkrankt: Die Erkrankungsarten für diese Krebsart „liegen deutlich über den für Deutschland geschätzten Raten“, heißt es. Der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen.

Daneben spielen auch berufs- und umweltbedingte Faktoren eine Rolle. Bei Männern zeige sich seit einigen Jahren ein leichter Rückgang der Lungenkrebs-Fälle und anderer durch Rauchen verursachter Krebsarten, stellen BIPS-Mitarbeiter fest.

Bei Frauen kommt Brustkrebs am häufigsten vor. Auch hier ist jedoch zuletzt ein Rückgang zu beobachten gewesen: Dies führen die Verfasser des Berichts darauf zurück, dass es seit einigen Jahren Mammographie-Screenings zur Früherkennung von Brustkrebs gibt. Zu solchen Untersuchungen werden Frauen zwischen ihrem 50. und ihrem 69. Lebensjahr eingeladen.

Schlechtere Überlebenschancen gebe es bei Krebserkrankungen der Speiseröhre, der Leber, des Pankreas und des Nervensystems. Für die individuelle Prognose sei vor allem wichtig, in welchem Stadium sich die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose befinde, betonen die Autoren des Krebsregister-Berichts.

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