Schulanfang in Bremen 4558 Schulanfänger bereiten sich auf ihren großen Tag vor

Für 4558 Schulanfänger ist es am Sonnabend soweit: Sie werden eingeschult. Unter ihnen ist auch Zoé-Sophie. Die Fünfjährige und ihre Mutter erzählen vorab, wie sie sich darauf vorbereiten.
10.08.2018, 08:00
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4558 Schulanfänger bereiten sich auf ihren großen Tag vor
Von Kristin Hermann

Am liebsten hätte Zoé-Sophie eine Schultüte mit einer Unterwasserwelt drauf. Mit vielen bunten Fischen, glitzernden Seesternen, Meerjungfrauen. Doch ob dieser Wunsch auch in Erfüllung gehen wird? "Man weiß es nicht", sagt Mutter Cyra-Jacqueline Barnstorff mit einem geheimnisvollen Grinsen. Die Schultüte und ihr Inhalt sind das letzte große Geheimnis vor Zoés Einschulung an diesem Sonnabend.

Zusammen mit der Fünfjährigen kommen 4557 andere Kinder in Bremen zur Schule. Das sind nach Angaben der Bildungsbehörde insgesamt 292 Schulanfänger weniger als im vergangenen Jahr. Weil aber viele Kinder, etwa durch Familiennachzüge, in die Schulen kamen und auch weiterhin dorthin wechseln, seien die Schulen insgesamt nicht leerer.

Eine lange Liste für den großen Auftritt

Alles, was Zoé für ihren großen Auftritt benötigt, hat sie gemeinsam mit ihrer Mutter und der Oma in den Sommerferien besorgt. Dafür hat sie vorab eine Liste von ihrer Grundschule in Huchting bekommen – und die ist lang: Mappen, ein Etui samt Stifte, Hausschuhe, Tuschkasten und natürlich ein echter Schulranzen stehen dort unter anderem drauf. Cyra-Jacqueline Barnstorff hat sich genau an die Vorgaben gehalten, auch wenn sie einige Angaben auf der Liste für übertrieben hält. So seien etwa die Farben der einzelnen Schnellhefter oder die Art der Buntstifte genau vorgegeben.

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Viel Wert hat Barnstorff jedoch auf den Rucksack ihrer Tochter gelegt. Er strahlt in Pink und Neongelb. "Sie muss drei Kreuzungen bis zu ihrer Schule überqueren. Mir war es wichtig, dass man sie besonders während der dunklen Jahreszeit gut sieht", sagt Barnstorff, die sie am Anfang auf dem Weg dorthin begleiten will. Zoé ist besonders von den Extras ihres neuen Ranzens angetan. An einem Klettverschluss auf dem Deckel des Tornisters kann das Mädchen verschiedene Smileys anbringen. "Je nachdem wie es mir gerade geht, klebe ich einen Grünen drauf, wenn ich fröhlich und einen Roten, wenn ich sauer bin", sagt sie.

Bei der Auswahl des richtigen Ranzens gibt es nach Angaben der Bremer Verbraucherzentrale viel zu beachten. Wichtig sei, auf das Gewicht des Tornisters zu achten, vor allem wenn er voll bepackt ist. Eltern sollten jüngeren Kindern bei der Auswahl und dem Packen der für den Tag notwendigen Schulutensilien helfen, damit sie kein überflüssiges Gewicht mit sich herumschleppen, so die Verbraucherzentrale.

Ausgaben von 400 bis 500 Euro für die Einschulung

Der ausgewählte Rucksack soll in den kommenden vier Schuljahren mit der Erstklässlerin mitwachsen. Das war der Mutter beim Aussuchen besonders wichtig, schließlich belastet er mit 260 Euro die Familienkasse. "Wir haben uns bereits im vergangenen Jahr über die Preise informiert, damit wir uns darauf vorbereiten konnten", sagt Barnstorff. 400 bis 500 Euro wird die Familie schätzungsweise für die Einschulung ausgegeben. Neben den materiellen Dingen, wird es am Sonnabend noch eine Grillparty zum Start in den neuen Lebensabschnitt geben. Für Eltern, die diese Summen für die Unterrichtsmaterialien nicht aufbringen können und den Bremen-Pass für Leistungsempfänger besitzen, gibt es finanzielle Unterstützung vom Jobcenter.

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Zoé ist ein sogenanntes Kann-Kind, sie wird erst im Oktober sechs Jahre alt. In solchen Fällen beraten sich Eltern mit den Erzieherinnen im Kindergarten, ob das Kind schon bereit für die Schule ist. Zoés Mutter ist sich sicher, dass ihre Tochter so weit ist: "Die Erzieherinnen im Kindergarten und die Kinderärzte haben gesagt, dass sie eingeschult werden muss, weil sie sonst anfängt, Blödsinn zu bauen", sagt sie. Ihre Tochter freut sich am meisten auf den Sportunterricht. Aber auch allen anderen Fächern schaut sie gespannt entgegen. Das Abc hat sie schon vor Schulbeginn fast fehlerfrei drauf, Zählen und ein bisschen Rechnen klappen ebenfalls. "Wir haben zusammen mit dem Kindergarten die Schule schon häufiger besucht", sagt Zoé. Auch das Outfit für den großen Tag steht: ein graues Kleid mit einem weißen Spitzenoberteil drüber, das die Fünfjährige schon vorab stolz präsentiert.

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Ob die Erstklässlerin dazu wirklich ihre Unterwasserwelt-Schultüte bekommt, das wird sie erst kurz vor ihrer Einschulung am Sonnabend erfahren. Auch, ob es bei der einen Schultüte bleibt, ist fraglich. Zoés Eltern leben getrennt. "Da könnten noch ein bis zwei Tüten dazukommen. Ich hoffe nur, dass wir sie dann noch auf den Fotos erkennen", sagt Cyra-Jacqueline Barnstorff und lacht.

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Tipps für die Schultüte

Neben den Klassikern wie Buntstifte, Trinkflasche, Brotdose oder Turnbeutel freuen sich Kinder nach Angaben der Bremer Verbraucherzentrale auch über ein Gummitwist, Jonglierbälle oder ein Hüpfseil in ihrer Schultüte. Wer eine Alternative zu Süßigkeiten wählen will, kann auf Vollkornkekse, Nüsse oder ­Trockenobst zurückgreifen. Erstklässler freuen sich auch über Seifenblasen, ein kleines Kuscheltier, ein Kartenspiel, Knete oder einen Gutschein für den Zoo. Die Verbraucherzentrale rät davon ab, überteuerte Geschenke wie Smartphones oder Markenkleidung zum Schulstart zu machen.

Außerdem weisen die Experten auf einen umweltfreundlichen Start hin: Federmäppchen aus Leder oder Stoff sind robuster als die Konkurrenz aus Kunststoff und frei von möglicherweise gesundheitsschädlichen Weichmachern. Bei Heften und Blöcken können Eltern ­recyceltes Papier kaufen, bei den Stiften gibt es auffüllbare Alternativen, und bei Klebstoff kann man Lösungsmittel freie Produkte wählen. Den normalen Tinten-Killer gibt es auch auf Wasserbasis, was umweltfreundlicher ist. Im Lacküberzug von Bleistiften können sich giftige Schwermetalle verstecken, darum sollten Eltern besser unlackierte Stifte wählen. Nicht geeignet seien Folienschreiber mit Aufschriften wie "permanent". Sie enthalten schnell verdunstende, organische Lösungsmittel. Abfall kann vermieden werden, indem man seinem Kind Brotdosen und wiederverwendbare Flaschen mitgibt.

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