Reihe zur lebenswerten Zukunft thematisiert den Energieverbrauch „50 Prozent lassen sich einsparen“

Altstadt·Findorff. Was geht’s mich an? Das fragen sich bestimmt einige Menschen, wenn sie von den Wayúu in Kolumbien hören, die aus ihrem Dorf vertrieben und nur mäßig entschädigt worden sind. Es ging dabei um die Steinkohle im Boden unter ihrem Dorf.
09.11.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Was geht’s mich an? Das fragen sich bestimmt einige Menschen, wenn sie von den Wayúu in Kolumbien hören, die aus ihrem Dorf vertrieben und nur mäßig entschädigt worden sind. Es ging dabei um die Steinkohle im Boden unter ihrem Dorf. Das geht die Deutschen und speziell die Bremer sehr wohl etwas an, sagen Klaus Prietzel und Rike Fischer. Die beiden Waller organisieren für Mittwoch, 11. November, im City 46 einen Info-Markplatz zum Thema Energie mit.

Zunächst wird in der Filmreihe „Eine lebenswerte Zukunft“, eine Kooperation von „Bremen im Wandel“ und dem Kommunalkino, um 18.30 Uhr der Dokumentarfilm „La Buena Vida“ (das gute Leben) gezeigt, in dem es um eben jene kolumbianische Gemeinschaft und ihren Kampf um Gerechtigkeit geht. Die Bremer Stromversorgung basiere zu 80 Prozent auf Steinkohle, sagt Klaus Prietzel, Betriebsleiter des Recyclinghofs Findorff und Bremer Landesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der sich auch bei der Bürger Energie Bremen engagiert. Dieser Bedarf könne aus heimischem Steinkohleabbau nicht gedeckt werden, daher werde der Rohstoff importiert.„Die Steinkohle zu fördern, wird immer schwieriger“, sagt Klaus Prietzel.

Das bekommen die Bewohner des kolumbianischen Dorfes zu spüren. Im Dokumentarfilm geht es zwar um einen Schweizer Konzern, aber auch Bremer Strom wird auf Kosten anderer Menschen in Steinkohlezechen und Dörfern erzeugt, etwa in Südafrika. „Die gute Lösung muss sein, die Schätze im Boden zu lassen“, so Prietzel.

Nach dem Film können sich Kinogänger darüber informieren, wie sie dazu beitragen können, dass die Schätze im Boden bleiben. Ungefähr 50 Prozent des Stromverbrauchs ließen sich einsparen, sagt Rike Fischer von „Bremen im Wandel“, die auch im Tafelobstgarten des BUND mitarbeitet.

Licht aus, wenn keiner im Raum ist, ist da wohl noch die einfachste Lösung. Aber auch bei Aluminiumprodukten und beim Essen lasse sich was einsparen, beispielsweise durch geringeren Fleischkonsum. Soja sei da aber auch keine Lösung, weiß Rike Fischer, die selbst auf Fleisch verzichtet. Schließlich müsse die Sojabohne ja auch irgendwo angebaut, verarbeitet und schließlich verschifft werden. Lösungen kann das Team des Bauernladens der Erzeuger Verbraucher Genossenschaft liefern, das einen Stand auf dem Info-Marktplatz haben wird.

Mit dabei sind außerdem „Bremen im Wandel“ selbst, das Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz), die Genossenschaft Bürger Energie Bremen, die Elektrizitätswerke Schönau sowie die Solidarische Landwirtschaft Gärtnerhof Oldendorf und die Solidarische Ökonomie Bremen. Wenn es um einen bewussteren Umgang mit dem Erdklima und den Ressourcen der Erde geht, rücken viele Themen in den Blick: Neben Strom und Essen sind das auch Trinkwasser, Kleidung, Mobilität, Geldströme, Smartphones oder Fernseher.

„La Buena Vida“ ist der dritte Film der „Eine lebenswerte Zukunft“-Reihe. Er hat am Mittwoch, 11. November, um 18.30 Uhr Premie re im City 46, Birkenstraße 1. Weitere Termine (ohne Info-Marktplatz): 12. und 17. November um 18 Uhr, 13., 16. und 18. November um 20.30 Uhr. Gezeigt wird der Film im Originalton mit Untertiteln. Kinokarten gibt es unter der Telefonnummer 95 79 92 90 oder per E-Mail an tickets@city46.de.

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