Beirat Mitte beruft für Montag Sondersitzung ein

50 weitere Plätze für Flüchtlinge

Die Sozialbehörde will ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge in einem alten Hotel im Philosophenweg einrichten und hat den Beirat Mitte darüber informiert. In einer öffentlichen Sondersitzung am Montag, 1. Juli, werden den Stadtteilpolitikern ab 19 Uhr im Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstraße 34, die Pläne des Sozialressorts für die Bahnhofsvorstadt näher vorgestellt.
27.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Liane Janz

Die Sozialbehörde will ein Übergangswohnheim für Flüchtlinge in einem alten Hotel im Philosophenweg einrichten und hat den Beirat Mitte darüber informiert. In einer öffentlichen Sondersitzung am Montag, 1. Juli, werden den Stadtteilpolitikern ab 19 Uhr im Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstraße 34, die Pläne des Sozialressorts für die Bahnhofsvorstadt näher vorgestellt.

Bahnhofsvorstadt. Der Stadtteil Mitte soll ein weiteres Flüchtlingswohnheim bekommen. Das Sozialressort hat ein ehemaliges Hotel im Philosophenweg im Auge, das kurzfristig, ohne Umbau, genutzt werden könnte. In dem Gebäude wäre Platz für 50 Menschen. Zusammen mit dem erst in diesem Jahr eingerichteten Flüchtlingswohnheim an der Eduard-Grunow-Straße hätte die Behörde in Mitte dann etwa 110 Plätze für Flüchtlinge geschaffen.

Der Beirat Mitte wird in einer öffentlichen Sondersitzung am Montag, 1. Juli, um 19 Uhr im großen Saal des Konsul-Hackfeld-Hauses in der Birkenstraße 34 genauer informiert und wird einen Beschluss fassen. Sozialstaatsrat Horst Frehe hat seine Teilnahme zugesagt.

Zwischen 90000 und 100000 neue Flüchtlinge erwarte die Bundesregierung in diesem Jahr, steht in einer Stellungnahme des Sozialressorts. Bremen würde weniger als ein Prozent davon aufnehmen, das wären immer noch rund 900 Menschen. Aktuell gibt es nur 867 Plätze, etwa 500 werden noch gebraucht. "Die muss man eben auch schnell schaffen", sagt Robert Bücking, der Leiter des Ortsamtes Mitte/Östliche Vorstadt. Das Hotel am Philosophenweg sei in einem guten Zustand.

Außer in der Bahnhofsvorstadt sollen auch in Gröpelingen, Hemelingen, Obervieland und Vegesack neue Notunterkünfte entstehen. Zudem prüft die Sozialbehörde derzeit, ob ein Haus in der Schillerstraße angemietet werden kann. Falls das Gebäude für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Frage kommt, wird der Beirat gesondert über die Pläne informiert.

Zwar würden Flüchtlinge dabei unterstützt, nach möglichst kurzem Aufenthalt in einem Wohnheim in eigene Mietwohnungen umzuziehen, heißt es aus dem Sozialressort, doch das gehe nicht so schnell. Die Wohnungssuche sei ein großes Problem in Bremen, sagte auch die Leiterin des Übergangswohnheims in der Eduard-Grunow-Straße, Mageda Abou-Khalil, in einem früheren Gespräch mit dieser Zeitung. Sie begleitet Heimbewohner bei Behördengängen und verhandelt auch oft mit Vermietern von Wohnraum. Viele Vermieter haben Vorbehalte, ist ihre Erfahrung. Wenn keine neuen Übergangswohnheime eingerichtet werden, müssten Flüchtlinge bald in Turnhallen oder Zelten untergebracht werden, gibt das Sozialressort zu bedenken. "Es ist das gemeinsame Ziel aller Beiräte, in der Stadt Notunterkünfte in Turnhallen, Containern und Zelten zu vermeiden", schreibt das Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt in der Einladung zur Sondersitzung.

Der Hemelinger Beirat hat vergangene Woche, wie berichtet, der Einrichtung eines Übergangswohnheims in der Arberger Straße mit bis zu 120 Plätzen zugestimmt und die Behörden aufgefordert, die Flüchtlinge intensiv zu betreuen. Der Beirat will außerdem, dass das Gelände, eine sogenannte Sporterwartungsfläche, nach der befristeten Nutzung wieder dem Sport zur Verfügung gestellt wird.

Nachbarn lernen sich kennen

Der Beirat Schwachhausen hat im Mai zugestimmt, dass die ehemalige internationale Schule an der Thomas-Mann-Straße bis März 2014 weiter als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt werden werden kann. Dort sind 53 Menschen unter anderem aus Syrien, Afghanistan und dem Iran untergebracht.

Allen Befürchtungen zum Trotz, die es im Vorfeld gegeben hatte, ist das Zusammenleben in der Eduard-Grunow- und den Nachbarstraßen laut Heimleitung bislang reibungslos. Nachbarn und Heimbewohner saßen vor einigen Wochen zusammen, um sich kennenzulernen. In der Eduard-Grunow-Straße, im ehemaligen Haus des Sports, leben derzeit über 40 Menschen – oftmals junge Paare oder Alleinerziehende mit einem Kind. Träger des Hauses ist der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Wer in dem geplanten Übergangswohnheim im Philosophenweg wohnen soll, ist noch nicht bekannt, ebenso wenig gibt es Infos über den möglichen Träger.

Öffentliche Sondersitzung des Beirates Mitte zu den Plänen des Sozialressorts: Montag, 1. Juli, um 19 Uhr im Konsul-Hackfeld-Haus in der Birkenstraße 34. Mehr zum Thema auf Seite 4.

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