Großes Programm zum Borgward-Welt-Treffen

500 Borgward-Oldtimer am Wochenende in Bremen

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft soll es bündeln, das Borgward-Welt-Treffen von Donnerstag bis Sonntag. Geplant sind unter anderem eine Oldtimer-Präsentation und die Vorstellung des neuen BX 7.
03.05.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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500 Borgward-Oldtimer am Wochenende in Bremen
Von Frauke Fischer
500 Borgward-Oldtimer am Wochenende in Bremen

Gut gewienert für das Wochenende: Ihren Oldtimer präsentiert Borgward-Liebhaberin Marion Kayser als maßgebliche Mitorganisatorin des Welt-Treffens gern.

Frank Thomas Koch

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft soll es bündeln, das Borgward-Welt-Treffen von Donnerstag bis Sonntag. Geplant sind unter anderem eine Oldtimer-Präsentation und die Vorstellung des neuen BX 7.

Der Blick auf die Wettervorschau gehört für Marion Kayser in diesen Tagen zum Programm. Der Griff zum Telefonhörer auch. Vom 5. Mai an soll Bremen für vier Tage wieder zur Borgward-Stadt werden. Dafür haben sich Marion Kayser und das Team der Arbeitsgemeinschaft „Borgward Welt-Treffen“ monatelang ins Zeug gelegt.

Fast 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich inzwischen bei ihnen für das dreitägige Spektakel an der und um die Waterfront anlässlich des 125. Geburtstags des Namensgebers angemeldet. Aus den USA, aus Kanada, Australien und China kommen sie an die Weser. Sie wollen die Stadt kennenlernen, in denen Carl F. W. Borgward mit seinem Unternehmen Automobilgeschichte schrieb. Und sie wollen möglichst viele jener Modelle sehen, die heute nur noch als Oldtimer gehegt, gepflegt und gefahren werden.

Ältestes Fahrzeug: Lloyd von 1908

Die drei Borgwards der Familie Kayser sind rechtzeitig vor dem Anlass schon bestens gewienert für den großen Auftritt. „Das sind sie aber ohnehin, die Saison hat ja schon begonnen“, sagt die begeisterte Borgward-Fahrerin. Ein anderer Oldtimer wäre nie infrage gekommen. Wie soll das auch gehen in Bremen? Inzwischen hat die Familie also drei. Mit den Kindern ist es im Isabella Coupé zu eng geworden. Die Isabella Limousine kam deswegen dazu. Und dann noch der Hansa 2400.

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Ob die Sammlung nun komplett ist? Bei Oldtimer-Freunden weiß man das nie. Gelegenheiten, die Sammlung zu vergrößern, gibt es auch beim Welt-Treffen. Zehn Borgwards aus der sogenannten Kröll-Sammlung (wir berichteten) werden am Sonnabendnachmittag versteigert.

Teilnehmer und Publikum sollen beim gesamten Programm auf ihre Kosten kommen, an und in der Waterfront darüber staunen, was der weltbekannte Bremer Autokonstrukteur Carl F. W. Borgward geschaffen hat: Hansa, Isabella, Arabella. Aber das ist ja längst noch nicht alles. Als ältestes Fahrzeug steht ein Lloyd von 1908 in der Waterfront, aus Holz und deshalb nicht für draußen geeignet. Auch ein Leukoplast-Bomber wird zu sehen sein, verspricht Kayser. „Autos sind die Hauptattraktion.“

50 Lkw aus der Borgward-Produktion

Doch der Konstrukteur war vielseitig. Da sind beispielsweise die Reste eines Hubschraubers, des Kolibri, in der Waterfront zu sehen. Und 50 Lkw aus der Borgward-Produktion sollen zugegen sein, außerdem ein Goliath Pionier und ein Goliath Cabrio. Gerade dieses bringt Marion Kayser ins Schwärmen. „Es ist nur achtmal gebaut worden. Nur ein Wagen existiert noch, und der ist hier.“

Das Welt-Treffen in der einstigen Borgward-Stadt aber soll Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bündeln, stellen sich die Organisatoren vor, die als Hauptsponsor die Borgward AG gewonnen haben. So werden in Bremen auch die neuen Borgward-Modelle präsentiert.

Auch Modelle aus Lego sind dabei

Der Enkel des Firmengründers, Christian Borgward, hat die Marke mit dem BX 7 wiederbelebt. Im April erhielt das Modell bereits den begehrten Designpreis „Red Dot Award“ in der Kategorie Produkt- und Kommunikationsdesign. Zunächst ist nur China als Absatzmarkt für den SUV vorgesehen. Im kommenden Jahr erst könnte der Geländewagen in Deutschland auf den Markt kommen. Am Himmelfahrtswochenende aber sind etliche Wagen in Bremen schon mal zu sehen.

Monica Borgward, Tochter des Autokonstrukteurs, wird das Treffen eröffnen.

Monica Borgward, Tochter des Autokonstrukteurs, wird das Treffen eröffnen.

Foto: China Hopson

Manches ausgestellte Fahrzeug wird ganz klein sein. Denn auch Präsentationen von Modellautos gehören zum großen Programm des Wochenendes, das sich Freitag und Sonnabend dem Publikum öffnet. Auch Modelle aus Lego werden gezeigt. Es gibt Borgward-Uhren aus der Borgward-Zeitmanufaktur und andere Jubiläumsartikel zu kaufen. Das schönste historische Fahrzeug wird gekürt.

Während Teilnehmer des Treffens bereits an Himmelfahrt, 5. Mai, anreisen, am Freitag an Ausfahrten, Führungen, Stammtischen und anderen für sie vorbereiteten Events teilnehmen, können sich interessierte Besucher Freitag und Sonnabend an der Waterfront unterhalten lassen. Es gibt neben der Oldtimer-Präsentation und der Ausstellung des BX 7 am Freitag und Sonnabend einen Teilemarkt. Um 14 Uhr eröffnen Monica Borgward, Tochter des Firmengründers, und Christian Borgward offiziell das Welt-Treffen.

In den 50er-Jahren war Carl F. W. Borgward mit seiner Autofirma einer der größten Arbeitgeber Bremens. 1961 ging das Unternehmen in die Insolvenz.

In den 50er-Jahren war Carl F. W. Borgward mit seiner Autofirma einer der größten Arbeitgeber Bremens. 1961 ging das Unternehmen in die Insolvenz.

Foto: Georg Schmidt

Korsofahrt zum Marktplatz

Aus Sicht der Veranstalter und Teilnehmer gibt es zwei echte Höhepunkte. Das ist einmal die Feier zum 125. Geburtstag von Carl F. W. Borgward für geladene Gäste. Neben Monica und Christian Borgward werden viele andere Familienangehörige erwartet, verrät Marion Kayser. Außerdem haben sich Spitzenvertreter der Borgward AG für die Feier im Swissôtel angemeldet. Und am Sonntagmorgen verabschieden sich die Teilnehmer mit ihren Oldtimern von der Waterfront und brechen zur Korsofahrt zum Marktplatz mit Rathaus und Roland auf.

Eine direkte Überquerung des Marktplatzes ist ihnen zu ihrem Verdruss zwar untersagt worden, doch sie dürfen ihre Isabellas, Arabellas und andere Modelle zwischen der Langenstraße und der Wachtstraße einmal am Schütting vorbeilenken. Auch dort können Zaungäste noch schauen und fotografieren.

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