Resonanz übertrifft Erwartung der Museumsleitung / "Aus dem Schatten ihres Mannes herausgetreten" 5000 Besucher bei Hermine Overbeck-Rohte

Vegesack. Mehr als 5000 Besucher haben die Ausstellung "Deine Frau, Dein Freund, Dein Kollege, Dein Alles" zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes im Overbeck-Museum besucht - mehr, als sonst in einem ganzen Jahr kommen. Der Besucherandrang hat die Erwartungen der Museumsleitung übertroffen. "Der Erfolg ist überwältigend", sagt Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums.
29.09.2011, 05:00
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5000 Besucher bei Hermine Overbeck-Rohte
Von Julia Ladebeck

Vegesack. Mehr als 5000 Besucher haben die Ausstellung "Deine Frau, Dein Freund, Dein Kollege, Dein Alles" zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes im Overbeck-Museum besucht - mehr, als sonst in einem ganzen Jahr kommen. Der Besucherandrang hat die Erwartungen der Museumsleitung übertroffen. "Der Erfolg ist überwältigend", sagt Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums.

Eine repräsentative Besucherumfrage hat laut Museumsleitung ergeben, dass mehr als die Hälfte der Besucher aus anderen Bundesländern kamen: von Schleswig-Holstein bis Baden-Württemberg, von Thüringen bis Nordrhein-Westfalen. Selbst aus dem Ausland seien zahlreiche Kunstfreunde ins Overbeck-Museum gekommen, beispielsweise aus Spanien, Österreich, Schweden und Israel.

Laut Umfrage waren mehr als die Hälfte der befragten Besucher zum ersten Mal im Overbeck-Museum; 98 Prozent der Gäste waren demnach begeistert und wollen wiederkommen. "Die Ausstellung hat gezeigt, dass Hermine Overbeck-Rohte zu Unrecht in Vergessenheit geraten war", bilanziert Museumsleiterin Katja Pourshirazi. Die Malerin sei mit dieser Ausstellung aus dem Schatten ihres berühmten Ehemannes herausgetreten. Zahlreiche, nahezu unbekannte Leihgaben aus Privatbesitz hatten dazu beigetragen, dass das Gesamtwerk Hermine Overbeck-Rohtes erstmals umfassend präsentiert werden konnte. Der Katalog, der begleitend im Verlag Hatje Cantz erschienen ist, sowie das vollständige Verzeichnis aller Werke Hermine Overbeck-Rohtes zeigen, dass die Künstlerin von Beginn an der Moderne gegenüber aufgeschlossen war und mit Elementen impressionistischer Malerei experimentierte.

Vertiefende Einblicke in das Leben und Werk der Malerin bot das Begleitprogramm der Ausstellung mit rund 50 Veranstaltungen. Über 750 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, die Künstlerin näher kennenzulernen, und wandelten auf Hermine Overbeck-Rohtes Spuren in Vegesack, Worpswede und in der Rhön. Eine Lesung bisher unveröffentlichter Briefe veranschaulichte ihren Alltag, Malkurse boten künstlerische Anregungen, Vorträge erläuterten ihre Bilder und beleuchteten die Situation der "Malweiber" um 1900.

Für die Zukunft wünscht sich Katja Pourshirazi, dass das Besucherinteresse anhält: "Damit Hermine Overbeck-Rohte nicht wieder in Vergessenheit gerät." Auch um den künftigen Museumsbetrieb macht sich die Leiterin Gedanken: "Das Haus ist dringend auf Sponsoren angewiesen." Sie hoffe, dass die Begeisterung für die Kunst dazu anrege, das Overbeck-Museum zu unterstützen. "Schon jetzt kann der Betrieb nur aufrecht erhalten werden, weil viele Menschen das Museum durch ehrenamtliche Tätigkeit oder Spenden fördern."

Die nächste Ausstellung "Bilder aus Worpswede", die am 9. Oktober im Alten Packhaus Vegesack eröffnet wird, zeigt einen großen Kreis Worpsweder Malerinnen und Maler der zweiten Generation. Neben Künstlern wie Walter Bertelsmann und Willy Dammasch sind dann mit Lisel Oppel und Sophie Wencke auch die Frauen wieder präsent. Im direkten Vergleich mit den Werken von Fritz und Hermine Overbeck können Besucher rund 50 Jahre Worpsweder Kunstgeschichte in Bildern erleben.

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