Fördergeld vom Bund

530.000 Euro für den Klimaschutz in Bremer Kitas

Mit über einer halben Million Euro fördert der Bund in den nächsten vier Jahren Klimaschutz und Energiesparen in Bremer Kitas. Es profitieren die rund 80 städtischen Kindertagesstätten von Kita Bremen.
09.10.2017, 19:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Timo Thalmann
530.000 Euro für den Klimaschutz in Bremer Kitas

Spielerisch lernen Kinder, was Klimaschutz bedeutet und wie mit Ressourcen schonend umgegangen wird.

dpa

Mit rund 530.000 Euro fördert der Bund in den kommenden vier Jahren das Energiesparen in den Einrichtungen von Kita Bremen. Die städtischen Kindertagesstätten setzen damit das Projekt Enerkita fort, das bislang von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur Energiekonsens getragen wurde. Seit 2009 haben daran rund 80 Bremer Kindergärten teilgenommen, auch Einrichtungen der evangelischen und katholischen Kirche.

Finanziert wurde Enerkita bisher vor allem mit Haushaltsmitteln der Senatorin für Soziales, Jugend und Frauen sowie des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr. Die jetzt bis 2021 gesicherte Förderung durch den Bund kommt ausschließlich Kita Bremen zugute. Das Geld stammt aus der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Die gut 80 Einrichtungen des städtischen Trägers sollen ab März 2018 das Programm so nachhaltig absolvieren, dass es danach ohne Förderung weitergehen kann. Aktuell läuft die Ausschreibung für einen externen Dienstleister, der Enerkita fortsetzen soll.

Europaweite Ausschreibung ist vorgeschrieben

Die Agentur Energiekonsens wird es in jedem Fall nicht sein. „Wenn diese Leistung am Markt eingekauft werden kann, sind wir als gemeinnützige GmbH aus der Sache raus“, erklärt Enno Nottelmann, Prokurist des Unternehmens. Stattdessen unterstütze man Kita Bremen bei der Auswahl des Dienstleisters, denn die Besonderheit des Projekts Enerkita ist ein eng miteinander verbundener technischer und pädagogischer Ansatz, um einen geringeren Energieverbrauch in den Kindergärten zu erreichen.

Daher gibt es ein zweistufiges Vergabeverfahren, bei dem die Bewerber zunächst nachweisen müssen, dass sie beiden Komponenten gerecht werden. Erst danach werden die drei fachlich überzeugendsten Anbieter aufgefordert, ein konkretes Angebot vorzulegen.

„Durch die vorgegebene Fördersumme geht es also nicht darum, den günstigsten Partner zu finden“, sagt dazu Johannes Wessels, der bei Kita Bremen für die Liegenschaftsverwaltung zuständig. Die europaweite Ausschreibung sei aufgrund der Projektgröße vorgeschrieben.

Effizientes Heizen und korrektes Lüften

Zu den technischen Aspekten des Projekts gehört eine gemeinsame Kita-Begehung von Hausmeistern, hauswirtschaftlichem Personal und der Leitung mit einem Energieberater. Dabei geht es um eine Bestandsaufnahme von Heizung, Elektrogeräten und, soweit möglich, auch vom Gebäude selbst. „Wir haben von relativ neuen Passivhäusern bis zu wirklichen Energieschleudern alles dabei“, berichtet Wessels.

Das Hauptaugenmerk liege auf Maßnahmen, die keine oder geringe Investitionen erforderten, erläutert er. Es geht um Dinge wie effizientes Heizen und korrektes Lüften, aber auch um Alter und Energieverbrauch von Waschmaschinen, Dunstabzügen und Kühlgeräten, deren Modernisierung im Rahmen des Projekts möglich ist.

Zur pädagogischen Seite zählt ein Bildungsprogramm für die Vorschulkinder. Den Fünf- und Sechsjährigen soll im jeweils letzten Kindergartenjahr mit Experimenten, Spielen, Liedern und der Puppenfigur „Eta Energisch“ das Thema Energie und Energiesparen nahegebracht werden. Die Erzieherinnen bekommen dazu Materialkisten und können an entsprechenden Schulungen teilnehmen.

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Spielerisch lernen, was Klimaschutz bedeutet

„Die Kinder lernen immer mit allen Sinnen“, sagt Silke Hashagen. Seit 2009 hat sich die Erzieherin von Kita Bremen in ihren Vorschulprojekten so intensiv in das Thema eingearbeitet, dass sie das offizielle Material inzwischen um zahlreiche eigene Experimente ergänzen kann. „Wir bohren beispielsweise mit Strohhalmen nach Öl und Erdgas“, erklärt die 35-Jährige.

Unter einer Weltkarte mit entsprechenden Löchern für die Halme werden dafür kleine Becher versteckt. Sie sind überwiegend leer. Nur einige wurden mit Sprite (Erdgas) oder Cola (Erdöl) gefüllt. „Die Kinder merken dann schnell, wie selten Öl zu finden ist, und kommen auch sofort dahinter, dass es irgendwann damit vorbei sein könnte.“

Seit 2013 haben nach Angaben von Energiekonsens rund 3000 Kinder spielerisch gelernt, was Klimaschutz bedeutet und wie mit Ressourcen schonend umgegangen wird. Rund 70.000 Euro Betriebskosten und 260 Tonnen klimaschädliches CO2 konnten demnach in den bislang beteiligten Häusern eingespart werden.

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