Ehrenamtliche mit Preis „Jung und aktiv“ ausgezeichnet

55 000 Euro für soziales Engagement

Bremen. Am Montag ist zum ersten Mal der Preis „Jung und aktiv“ von der PSD Bank Nord und der Sozialbehörde verliehen worden. Beworben hatten sich 38 Gruppen junger Menschen, die sich in sozialen Projekten engagieren.
02.02.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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55 000 Euro für soziales Engagement
Von Alexandra Knief

Am Montag ist zum ersten Mal der Preis „Jung und aktiv“ von der PSD Bank Nord und der Sozialbehörde verliehen worden. Beworben hatten sich 38 Gruppen junger Menschen, die sich in sozialen Projekten engagieren. Davon wurden 25 Gruppen im Ostkurvensaal am Weserstadion ausgezeichnet. Sie erhielten Preisgelder zwischen 350 und 10 000 Euro, mit denen Sachmittel für die Projekte finanziert werden sollen. Insgesamt vergab die PSD Bank Nord 55 000 Euro.

Der Pan-Afrikanische Kulturverein erhielt für sein Projekt „Zukunftsperspektive“ das höchste Preisgeld. Der Verein bietet jungen Flüchtlingen die Möglichkeit, an Deutschkursen und an Freizeitangeboten teilzunehmen. Insgesamt soll das Angebot die Flüchtlinge dabei unterstützen, sich im Alltag zurechtzufinden: „Das Geld wollen wir unter anderem für einen Lehrfilm und für Unterrichtsmaterialien einsetzen“, erzählte Chief Muritala Awolola, erster Vorsitzender des Kulturvereins. Der Film solle neu ankommenden Flüchtlingen in verschiedenen Sprachen nützliche Tipps und Hilfen für den Alltag vermitteln.

Neben der Flüchtlingshilfe des Kulturvereins wurden Projekte ausgezeichnet, die sich für Kinder, Senioren, Menschen mit Behinderungen oder für sozial benachteiligte Gruppen einsetzen. Die dreiköpfige Jury habe versucht, ein möglichst breites Spektrum an Engagement abzubilden, sagte Ulrike Fritsche, Jurymitglied und Referatsleiterin Bürgerschaftliches Engagement in der Sozialbehörde. „Wir waren aber überrascht, wie viele Projekte sich im Bereich der Flüchtlingshilfe engagieren.“

In diesem Bereich hat die Jury auch zwei Projekte mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. 2000 Euro gingen an den ATS Buntentor für sein Projekt „Welcome to Football“, bei dem Flüchtlinge an einem offenen Trainingsangebot teilnehmen können und in Fußballvereine integriert werden.

3000 Euro erhielten die Gewitterziegen, ein Beratungs- und Bildungszentrum für Mädchen und junge Frauen in der Neustadt. Mit ihrem Projekt „Ich bin willkommen“ will die Gruppe frisch zugewanderten Mädchen und jungen Frauen ein erlebnispädagogisches und kulturelles Freizeitangebot bieten. „Kanu fahren, Klettern, Zelten – wir bieten ein vielseitiges Programm, das das Selbstbewusstsein der jungen Frauen stärken soll“, sagte Ruken Aytas, Leiterin der Gewitterziegen. „Es ist wichtig, dass die Frauen einen Ort zum Austausch und Ansprechpartner haben. Wir geben ihnen einen Raum, eigene Grenzen kennenzulernen und diese zu überschreiten.“

Auch WESER-KURIER-Chefredakteur Moritz Döbler saß in der Jury des Wettbewerbs und hob das große soziale Engagement hervor, das man in Bremen immer wieder erlebe: „Hier sind heute ganz viele Gewinner im Saal. Aber die eigentlichen Gewinner sind die Bremer und Bremerinnen, denen Ihre Arbeit zugute kommt“, sagte er an die Preisträger gewandt. „Bremen steht in einer Weise für bürgerschaftliches Engagement, wie es ganz wenige andere Städte dieser Größenordnung tun.“

Nach Angaben der Beteiligten soll es im kommenden Jahr wieder eine Preisverleihung für Projekte geben. „Wir haben über 70 eigene Sozialprojekte in der Bank ins Leben gerufen“, sagte Dieter Jurgeit, Vorstandsvorsitzender der PSD Bank Nord. „Es ist uns sehr wichtig, gute soziale Projekte anzustoßen und am Leben zu erhalten.“ Das Preisgeld wurde von der Bank aus Erlösen des Gewinnsparens bereitgestellt.

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