Bewohner sollen 2017 einziehen 600 neue Wohnungen für Flüchtlinge und Studenten

600 Appartements will das Unternehmen Kurt Zech im Technologiepark an der Bremer Uni bauen. Erst sollen Flüchtlinge in die vier Gebäude ziehen, dann Studenten. Schon 2017 soll das Projekt fertig sein.
12.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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600 neue Wohnungen für Flüchtlinge und Studenten
Von Jürgen Hinrichs

600 Appartements will das Unternehmen Kurt Zech im Technologiepark an der Bremer Uni bauen. Erst sollen Flüchtlinge in die vier Gebäude ziehen, dann Studenten. Schon 2017 soll das Projekt fertig sein.

Vor gut zehn Jahren sollte an der Stelle ein fast 70 Meter hohes Bürohaus entstehen. Dem nahegelegenen Fallturm hätte das zwar noch keine ernsthafte Konkurrenz gemacht, ein weiterer, weithin sichtbarer Fingerzeig im Technologiepark an der Universität wäre es aber allemal gewesen. Das ist Geschichte, die Pläne sind vor längerer Zeit ad acta gelegt worden. Vorangetrieben wird für die Fläche zwischen Anne-Conway-Straße und Autobahnzubringer stattdessen ein ganz anderes Projekt.

In vier Gebäuden mit jeweils acht Geschossen sollen rund 600 Appartements entstehen. Zwei Häuser sind für Studenten vorgesehen, die anderen beiden für Flüchtlinge. Das Vorhaben wird nach Informationen des WESER-KURIER vom Investor und offenbar auch von den Behörden mit solchem Nachdruck behandelt, dass es möglicherweise bereits Mitte kommenden Jahres realisiert ist.

Bauherr ist die Immobiliengesellschaft des Bremer Unternehmens Kurt Zech. Sie will nach eigenen Angaben mehr als 40 Millionen Euro investieren. „In drei bis vier Wochen könnten wir den Bauantrag stellen, wenn es schnell geht, fangen wir bereits im Sommer an zu bauen und benötigen wahrscheinlich nur ein Jahr“, sagt Wolfrat Voigt, Geschäftsführer von Zech-Immobilien. Für die beiden Studentenhäuser in idealer Anbindung an die Universität wird mit insgesamt 319 Appartements geplant. Diese sollen eine Fläche von jeweils 22 Quadratmetern haben.

Die Flüchtlinge, gerechnet wird mit einer Zahl von rund 540 Plätzen, kommen in 267 Appartements unter. Hier gibt es unterschiedliche Größen, von zwei bis zu vier Zimmern, sodass auch Familien einziehen könnten. Die Wohnungen werden alle mit Küchen und Bädern ausgestattet. Hinzu kommen Gemeinschaftsräume, Büros für die Mitarbeiter des Trägers der Unterkunft und Räume für die Betreuung der Kinder.

Erst Flüchtlinge, dann Studenten

Die Sozialbehörde bestätigt, dass sie mit Zech-Immobilien über ein entsprechendes Projekt verhandelt. Den genauen Standort für die vier neuen Gebäude wollte sie nicht bestätigen. Zunächst solle in einer öffentlichen Sitzung in April der Beirat in Horn informiert werden.

Auch Zech-Immobilien betont, dass die Pläne zwar weit gediehen seien und sofort umgesetzt werden könnten, dass aber noch nichts endgültig festgezurrt sei. „Es gibt noch keinen Vertrag mit der Stadt und auch noch keine Genehmigungen der Baubehörde“, erklärt Geschäftsführer Voigt.

Dort, wo die Flüchtlinge untergebracht werden, könnten bei nachlassendem Bedarf Studenten einziehen. So jedenfalls ist der Gedanke des Investors. Nach Erfahrungen aus der Vergangenheit wird die Sozialbehörde die beiden Häuser als Übergangswohnheim für mindestens zehn Jahre anmieten.

2017 sollen 3400 neue Wohnungen entstehen

Als Planer hat Zech-Immobilien das Bremer Büro GMD Architekten engagiert. Die Firma mit Sitz in der Überseestadt ist erst gut zwei Jahre alt. Sie hat sich nach eigenen Angaben auf kleinräumiges Wohnen spezialisiert, begleitet aber auch den Bau von Einfamilienhäusern und Kindergärten. In Lüneburg bringt GMD gerade ein Projekt zu Ende, das mit dem im Bremer Technologiepark vergleichbar ist. Dort werden mehr als 300 sogenannte Mikroappartements geschaffen.

Sollten die vier Gebäude an der Anne-Conway-Straße verwirklicht werden, wonach alles aussieht, wäre es im Jahr 2017 mit Abstand der größte Happen in dem Bemühen der Stadt, jährlich 1400 neue Wohnungen zu schaffen. Erfüllt ist dieser Anspruch damit freilich noch lange nicht. Speziell für das Jahr 2017 gilt wegen der akuten Not bei der Unterbringung von Flüchtlingen nämlich noch ein anderes Ziel: Auf die Marke von 1400 Wohnungen sollen 2000 Einheiten oben drauf gesetzt werden. Das Zech-Projekt deckt von der Gesamtsumme zwischen 15 und 20 Prozent ab.

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