Chance für Fanmärsche im Viertel 90 Betretungsverbote fürs Nordderby

Im Vorfeld des Nordderbys gegen den HSV sind 90 Betretungsverbote gegen Fans ausgesprochen. Betroffen sind laut Polizeipräsident etliche Bremer Ultras, zwei Bremer Hooligans und viele Hamburger Hooligans.
20.11.2015, 00:00
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90 Betretungsverbote fürs Nordderby
Von Ralf Michel

Im Vorfeld des Nordderbys gegen den HSV sind 90 Betretungsverbote gegen Fans ausgesprochen. Betroffen sind laut Polizeipräsident etliche Bremer Ultras, zwei Bremer Hooligans und viele Hamburger Hooligans.

Indirekt überlagert das Flüchtlingsthema auch die Bemühungen der Polizei, bei Fußballspielen von Werder Bremen für Sicherheit zu sorgen: „Wir haben erhebliche Probleme, Fremdkräfte zur Unterstützung zu bekommen – die sind derzeit alle stark in Flüchtlingsaufgaben eingebunden“, sagte Polizeipräsident Lutz Müller am Donnerstag in der Innendeputation, wo er über die Einsatzstrategie bei Fußballspielen berichtete. Daher habe man zuletzt das Konzept der Fan-Trennung nicht zu 100 Prozent durchsetzen können, was bei den Spielen gegen Schalke und Dortmund zu kleineren Auseinandersetzungen führte.

Probleme habe es zudem in einem Fall gegeben, weil auswärtige Polizeikräfte sich nicht gut genug auskannten und die Auswärtsfans direkt an der Ostkurve vorbei führten. Es gehe nicht ohne Unterstützung von außen, betonte Müller, aber man werde noch mehr darauf achten, zumindest die besonders neuralgischen Stellen wie etwa den Bereich vor der Ostkurve mit Bremer Polizisten zu besetzen.

Insgesamt aber gehe das Konzept der konsequenten Fan-Trennung auf, nicht nur bei den Spielen der 1., sondern auch bei denen der 3. Liga. In der 3. Liga habe sich das inzwischen soweit eingespielt, dass man die Zahl der Einsatzkräfte sogar habe reduzieren können, so Müller.

Wesentlich dafür, dass die rivalisierenden Lager nicht aufeinandertreffen, sei es, die Busse der Auswärtsfans auf den Osterdeich zu lotsen und die Fans von dort zur Westkurve zu geleiten. Ideal wäre es laut Müller, wenn die Busse die Rampe am Ambiente runterfahren könnten, um direkt vor das Stadion zu gelangen.

In Sachen angespanntes Verhältnis zwischen Polizei und Ultras signalisierte Müller Bereitschaft, weiter auf die Fans zuzugehen. Etwa beim Verbot von Fanmärschen. Dies sei vor allem für die auswärtigen Fans gedacht, die auf dem Weg zum Stadion durch die Innenstadt nicht randalieren sollen. Den Bremer Fans den gemeinsamen Anmarsch zum Stadion zu erlauben, darüber könne man reden. Entscheidend dafür sei, dass sich alle an die vorgegebenen Spielregeln halten. Wilko Zicht (Grüne) hatte sich nach der Möglichkeit erkundigt, das Fanmarschverbot zumindest für den Bereich des Viertels aufzuheben.

Auf die Konflikte zwischen linken Ultras und rechten Hooligans angesprochen, erklärte Müller, dass es in der bisherigen Hinrunde kaum Hooligan-Aktivitäten im Umfeld des Stadions gegeben habe. Für das Nordderby gegen den HSV am 28. November seien trotzdem rund 90 Betretungsverbote ausgesprochen worden. Betroffen seien davon etliche Bremer Ultras, zwei Bremer Hooligans und eine sehr große Zahl Hamburger Hooligans.

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