Baustelle vor Bremer Hauptbahnhof Abgesackter Boden: City-Gate beschäftigt nun auch die Politik

Die Probleme mit der Großbaustelle vor dem Bremer Hauptbahnhof werden in der kommenden Woche auch die Politik beschäftigen.
14.05.2016, 14:33
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Abgesackter Boden: City-Gate beschäftigt nun auch die Politik
Von Jürgen Hinrichs

Die Probleme mit der Großbaustelle vor dem Bremer Hauptbahnhof werden in der kommenden Woche auch die Politik beschäftigen.

Am Donnerstag informiert die Baubehörde die Mitglieder der Baudeputation über die Situation, nachdem der Boden am Rand der Baustelle abgesackt war. Weiterhin ist unklar, welche Ursachen es dafür gibt. Ein Gutachten, das der Investor in Auftrag gegeben hat, liegt noch nicht vor. Die Arbeiten auf der Baustelle ruhen so lange. Betroffen sind auch zwei Gleise der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), sie mussten vor gut einer Woche gesperrt werden. An der Hochstraße, die an der Baustelle entlang führt, wurde eine leichte Neigung festgestellt.

Radio Bremen berichtet, dass Mitarbeiter des Geologischen Dienstes, der in Bremen für die Erforschung des Untergrundes zuständig ist, vermuten, dass durch die Bauarbeiten dem Boden außerhalb der Grube Wasser entzogen wurde. Die Folge: Instabile Verhältnisse und ein Boden, der absackt.

Lesen Sie auch

Die Baubehörde betonte am Sonnabend, dass es mit dem Grundwasser in der Baugrube keine Schwierigkeiten gegeben habe. „Durch die besondere Bauweise, die wir zur Auflage gemacht haben, ist die Grube von vornherein dicht geblieben“, sagte Behördensprecher Jens Tittmann. Nach unten sichere in 35 Metern Tiefe eine Lehmschicht ab, an den Seiten seien Schlitzwände eingebracht worden. Das Wasser, das sich trotzdem in der Grube angesammelt habe, sei in den Wallgraben geleitet worden. „Das waren aber nur geringe Mengen“, erklärte Tittmann.

Die BSAG macht sich wegen der Unklarheiten und des Baustopps mittlerweile große Sorgen. „Es sind ja nicht nur die beiden gesperrten Gleise“, so BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer am Sonnabend. Das größere Problem sei, dass die gesamten Gleisanlagen vor dem Bahnhof einschließlich der Weichen dringend ausgetauscht werden müssten. Geplant sei das für die Zeit während der Sommerferien. „Ein Operation am Herzen des ÖPNV in Bremen“, sagte Meyer. Sollte der Boden weiterhin instabil bleiben, müsse man die Arbeiten verschieben, was eigentlich nicht gehe.

Das 100-Millionen-Projekt, mit dem vor einem Jahr begonnen wurde, ist in Bremen sehr umstritten. Die beiden Gebäude, entworfen vom Architekten Max Dudler aus Berlin, werden von der Fachwelt zwar in den höchsten Tönen gelobt, viele Menschen in der Bevölkerung empfinden sie aber als monoton und monumental. Die Accor-Kette will im sogenannten City-Gate zwei Hotels betreiben lassen: ein Ibis budget und das Apartmenthotel Adagio. Mietverträge unterschrieben haben nach Angaben des Investors, der Achim-Griese-Treuhandgesellschaft aus Hamburg, auch die Supermarktkette Rewe und der Drogeriemarkt dm. Als gastronomische Betriebe sind bislang eine Burgerkette und der Pizza-Pasta-Produzent „Vapiano“ dabei. Die rund 300 Stellplätze in der Tiefgarage wird die bremische Brepark betreiben. Mindestens die beiden Hotel sollen eigentlich im Herbst kommendes Jahres den Betrieb aufnehmen. Da es aber auch schon vor dem Baustopp Verzögerungen gegeben hat, könnte sich das bis ins Jahr 2018 verschieben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+