Kommentar zum Bamf-Skandal

Abgeschoben nach Bayern

Die Außendarstellung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge im Bamf-Skandal hilft nicht, das Vertrauen in die Behörde zu stärken – im Gegenteil, kommentiert Nina Willborn.
10.05.2018, 19:23
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Abgeschoben nach Bayern
Von Nina Willborn
Abgeschoben nach Bayern

Das Bamf steht unter Verdacht davon gewusst zu haben, dass hunderte Asylanträge von der Bremer Außenstelle zu Unrecht bewilligt wurden.

dpa

Seit Wochen diskutiert nicht nur Bremen über den Verdacht, dass Tausende Flüchtlinge zu Unrecht nicht abgeschoben wurden. Darauf reagiert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) jetzt mit – einer Abschiebung. Lustig, oder?

Lesen Sie auch

Nein, im Gegenteil. Es ist, vorsichtig formuliert, ein seltsamer Zufall, dass sie mit Josefa Schmid ausgerechnet die Person trifft, die in ihrem soeben öffentlich gewordenen internen Bericht auch die Nürnberger Zentrale angreift. Und selbst, wenn es berechtigte Gründe für Schmids spontane Abberufung nach Deggendorf – gegen die sie vorgeht – geben mag: Der Zeitpunkt untermauert das schlechte Bild, das die Bamf-Zentrale abgibt. Die Informationspolitik der Behörde in Nürnberg trägt bislang wenig dazu bei, das Vertrauen in sie zu stärken.

Lesen Sie auch

Fragen haben alle Seiten zuhauf, zum Beispiel Bremens Innensenator. Antworten dagegen sind rar. Verliefe die Aufklärungsarbeit ähnlich, ließe das Schlimmes befürchten. Nicht einmal das ist klar: Wer wird denn eigentlich dafür eingesetzt, Tausende von Fällen, und nicht nur aus Bremen, zu überprüfen? Wer untersucht die Bamf-Strukturen? Intransparenz, so scheint es, ist nicht nur ein Problem, welches das Bamf mit seiner Außendarstellung hat.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+