Pläne für neues Quartier in Hemelingen

Abräumen und neu bebauen

Die meisten ehemaligen Firmengebäude von Coca-Cola und Könecke eignen sich schlecht, um sie umzubauen und zu erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Stadt beauftragtes Architekturbüro.
31.05.2017, 18:01
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Abräumen und neu bebauen
Von Sara Sundermann
Abräumen und neu bebauen

Die Produktionshallen des Wurstherstellers Könecke stehen leer.

Christina Kuhaupt

Die meisten ehemaligen Firmengebäude von Coca-Cola und Könecke eignen sich schlecht, um sie umzubauen und zu erhalten. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Stadt beauftragtes Architekturbüro.

Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass auf dem Gelände von Coca-Cola und Könecke in Hemelingen die meisten Gebäude abgerissen werden. Auf dem Gebiet sollen Wohnungen und Flächen für kleinere Firmen entstehen. Die meisten Gebäude auf dem Gelände können nach Einschätzung von Fachleuten nur schwer erhalten und umgenutzt werden.

Zu diesem Schluss kommt das Architekturbüro Schulze-Pampus, das nach Begehungen der Firmenhallen die Gebäudebewertung erarbeitet hat. "Eigentlich kann wahrscheinlich fast nichts von den alten Firmengebäuden umgebaut und anders genutzt werden", sagt Frank Schlegelmilch, Stadtplaner vom Planungsbüro BPW Baumgart & Partner.

Identitätsstiftendes Element

Drei Büros unter Federführung von BPW sind von der Stadt damit betraut, Vorschläge für eine Neugestaltung des ehemaligen Firmengebiets in Hemelingen zu erarbeiten. Stehen bleiben könnten wahrscheinlich zwei kleinere Brauereigebäude und ein mit einem großen Wandbild verzierter Bunker an der Hemelinger Bahnhofsstraße.

Zu den Gebäuden, die nur schwer umgenutzt werden können, gehört das markante Brauereigebäude mit Turm und dem weithin sichtbaren Schriftzug Coca-Cola. Ursprünglich hatten die Stadtplaner gehofft, dieses Gebäude als identitätsstiftendes Element zu erhalten.

Doch das scheint nicht möglich zu sein: „Die Kesselanlage im Inneren des Gebäudes ist Teil der tragenden Konstruktion“, erläutert Schlegelmilch. „Wenn man die Kesselanlage herausnimmt, bricht das Gebäude zusammen, lässt man sie drin, kann man das Gebäude kaum nutzen.“

Auseinandersetzung mit drei Vorschlägen

Könnte man nur den Turm erhalten? Auch das sei wohl leider nicht möglich, sagt Schlegelmilch. Der Grund: Der Turm sitzt quasi auf dem Brauereigebäude und hat keinen eigenen Sockel. Am Montag hatten Stadtplaner und Landschaftsarchitekten interessierten Bürgern die Ergebnisse der Gebäudeanalyse sowie drei Varianten für eine Erschließung des Geländes vorgestellt.

Rund 50 Interessierte kamen und setzten sich in drei Kleingruppen mit den Vorschlägen auseinander. „Es gab einen klaren Favoriten: Alle drei Gruppen haben unabhängig voneinander dieselbe Variante bevorzugt“, sagt Schlegelmilch.

Bei dieser Variante würde eine neue Straße durch das künftige Quartier parallel zur Bahntrasse verlaufen. Das könnte mehrere Vorteile haben: Einerseits würde sich der Verkehrslärm in dem stark belasteten Gebiet dann in einem Bereich konzentrieren, nämlich im Westen.

Vorstellung im Beirat im Herbst

„In der Mitte des Gebiets hätten wir dann im Gegenzug die Chance auf eine größere ruhigere Fläche, wo Wohnungen entstehen könnten“, sagt der Stadtplaner. Kleinere Gewerbeflächen könnten entlang der neuen Straße entstehen, wo sie gut angebunden wären und zugleich als Lärmpuffer für das Wohngebiet dienten.

Die Stadtplaner wollen nun die auch von Bürgern bevorzugte Planungsvariante mit der parallel zur Bahntrasse verlaufenden Straße konkreter ausarbeiten. Im Herbst soll sie im Beirat vorgestellt werden.

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