Trauerfeier im St. Petri Dom Abschied vom früheren Hachez-Inhaber Hasso Nauck

Mit einer Trauerfeier im St. Petri Dom in Bremen haben Familie, Freunde und Weggefährten am Freitag von dem früheren Hachez-Inhaber Hasso Nauck Abschied genommen.
21.04.2017, 15:08
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Gundel

Mit einer Trauerfeier im St. Petri Dom haben Familie, Freunde und Weggefährten am Freitag von dem früheren Hachez-Inhaber Hasso Nauck Abschied genommen.

Familie, Freunde und Weggefährten haben am Freitag im St.-Petri-Dom vom früheren Hachez-Inhaber Hasso Nauck Abschied genommen. Knapp 25 Jahre lang hat er die Schokoladenmanufaktur in leitender Position geprägt, deren Produkte wohl jeder Bremer kennt. Nauck war am 8. April im Alter von 66 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

Der Dom ist meist ein öffentlicher Ort, Ziel vieler Besucher. Manchmal aber legt er alles Touristische ab, verschließt seine Türen vor neugierigen Blicken und wandelt sich zu einer fast normalen Kirche. Der Dom ist dann Mittelpunkt seiner Gemeinde und ein wenig auch Kirche der ganzen Stadt – so wie am Freitag.

Denn wenn in dem Sakralbau ein Trauergottesdienst gehalten wird, dann ist entweder ein Mitglied der Domgemeinde gestorben, oder ein Mensch, dessen Leben in besonderer Weise mit der Geschichte Bremens verknüpft ist. Für Hasso Nauck trifft beides zu.

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Nauck ist in Bremen geboren und war nach den Worten von Domprediger Peter Ulrich „Oberneuländer durch und durch“. Aber nicht nur Bremen war Teil seines Lebens, sondern auch die Schokoladenmanufaktur in der Westerstraße: Hachez Chocolade ist 1890 von Naucks Urgroßvater, dem belgischen Chocolatier Joseph Hachez, mit gegründet worden.

Dass Nauck in die Fußstapfen seines Ahnen treten würde, war dennoch nicht ausgemacht. Mit Mitte 30 hat er den Firmenanteil seiner Familie zunächst an den Miteigentümer Zertus verkauft. Doch im Jahr 2000 kaufte Nauck, damals seit zehn Jahren Geschäftsführer bei Hachez, das Unternehmen zurück und führte es mit seinem Partner Wolf Kropp-Büttner weiter.

"Hasso Nauck war eine Marke."

Und zwar mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit, an die Domprediger Ulrich ebenso erinnerte, wie an seinen Humor, sein Faible für Oldtimer und daran, dass er das, was er machte, stets mit Überzeugung tat. „Hasso Nauck war eine Marke“, sagte Ulrich – als Mensch und als Unternehmer.

Im Jahr 2012 verkauften Nauck und Kropp-Büttner ihre Anteile an den dänischen Süßwarenhersteller Toms und schieden 2013 aus dem Unternehmen aus. Der Privatmann Hasso Nauck war ein „rasanter Typ“, sagte Ulrich mit Blick auf dessen Hobby, Oldtimer und Rallyes.

„Sie, liebe Frau Nauck, sind dabei tapfer mitgefahren.“ In dieser Bemerkung spiegelte sich gleichsam der verschmitzte Humor des Verstorbenen – ebenso wie dessen Risikobereitschaft zum Leben, wie es Ulrich formulierte.

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Günter Nauck, der Bruder des Verstorbenen, sagte, die ganze Familie sei „tief getroffen“ vom Tod ihres Angehörigen – aber auch dankbar für dessen Wesen und für dessen Wirken in der Familie und in seinem großen Freundeskreis. Geprägt habe ihn Freude am Leben, das ihm zwar einige Bürden aufgeladen habe, ihm aber letztlich „nichts schuldig geblieben“ sei. So habe sich Hasso Nauck selbst ausgedrückt.

Bei diesen Worten wirkte der Dom nicht mehr so düster. Dafür sorgte auch die Mädchenkantorei am Bremer Dom unter der Leitung von Markus Kaiser mit ihrem Gesang. Die hellen Stimmen fielen nach Ulrichs Worten wie „ein Sonnenstrahl“ von der Empore in das Kirchenschiff. Hasso Nauck wird auf dem Riensberger Friedhof beigesetzt.

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