Fast vier Jahrzehnte hat Wigbert Gerling über die Bremer Lokalpolitik geschrieben Abschied von einer Institution

Bremen. Als Wigbert Gerling den Raum betritt, sind sie schon da: Bürgermeister a. D.
02.06.2016, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremen. Als Wigbert Gerling den Raum betritt, sind sie schon da: Bürgermeister a. D. Jens Böhrnsen, Bürgermeisterin und Finanzsenatorin Karoline Linnert, Senator a. D. Claus Grobecker. Gemeinsam mit vielen anderen aus der Bremer Spitzenpolitik sind sie am Mittwoch in die Presse-Bar gekommen, um den langjährigen Lokaljournalisten in den Ruhestand zu verabschieden. Wigbert Gerling selbst erscheint eine Viertelstunde zu spät – ein vorangegangener Termin hat ihn aufgehalten.

„Er wollte das alles eigentlich überhaupt nicht“, sagt WESER-KURIER-Chefredakteur Moritz Döbler mit Blick auf den Empfang. Doch man wolle zeigen, welchen Wert Wigbert Gerling für den WESER-KURIER habe – und mit ihm die politische Berichterstattung.

Senatoren, Ex-Senatoren, Fraktionschefs und Pressesprecher stehen an, um sich zu verabschieden. Es dauert, denn zu fast jedem erzählt Gerling eine Anekdote – Erlebnisse aus 37 Jahren Politikberichterstattung. Ein gutes Gefühl, dass die Senatoren nun für ihn Schlange stehen? „Wieso“, sagt er und kichert, „das war eigentlich immer so.“

Mit den Worten „selbst gemacht und ordnungsgemäß versteuert“ schenkt Karoline Linnert eine Flasche Orangenlikör; Jens Böhrnsen umarmt ihn mit den Worten: „Wigbert! Willkommen im Club!“; in Lederjacke und mit dem Motorradhelm in der Hand überreicht Karikaturist Til Mette ein Päckchen. Und die frühere Umweltsenatorin Eva-Maria Lemke-Schulte sagt: „Wigbert ist ’ne Institution.“

Bürgermeister Carsten Sieling soll Gerling einen persönlichen Brief geschrieben haben. Und was steht da drin? Der 65-Jährige zuckt mit den Schultern. Er habe ihn noch nicht geöffnet. „Der Mann von Welt packt seine Geschenke nicht aus. Er stellt sie erst alle auf einen Tisch.“

Ein Geschenk von Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr öffnet er dann doch sofort: „Druckfrisch“, sagt Lühr, „das neue rote Telefonbuch“. Das Bremer Behörden-Telefonbuch – für Gerling war es ein Lebenselixier, wie er betont. Und Linnert ruft: „Kein Mitglied des Senats hat das schon! Genau so war es mit den Senatsvorlagen. Die hatte er auch immer als Erster.“

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