Zu viele Zugführer sind erkrankt

Achtung Pendler: Zugausfälle bei der Regio-S-Bahn

Bei der Nordwestbahn sind so viele Zugführer erkrankt, dass am Donnerstag auf der Regio-S-Bahnlinie 1 vom Hauptbahnhof nach Vegesack Züge ausfallen. Statt im 15-Minuten-Takt fahren die Züge nur halbstündig.
18.08.2016, 16:08
Lesedauer: 2 Min
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Von Sylvia Wörmke

Bei der Nordwestbahn sind so viele Zugführer erkrankt, dass am Donnerstag auf der Regio-S-Bahnlinie 1 vom Bremer Hauptbahnhof nach Vegesack Züge ausfallen. Statt im Takt von 15 Minuten fahren die Züge nur halbstündig. Das Problem ist noch nicht gelöst. Auch Freitag und am Wochenende kann es zu Einschränkungen kommen.

Der hohe Krankenstand wird von Maik Seete, Sprecher der Nordwestbahn, als Ausnahmezustand kommentiert. Die Häufung der Krankmeldungen sei so extrem, dass sie selbst mit den betrieblichen Mechanismen nicht mehr aufgefangen werden könnten. Es gibt einen Pool von Mitarbeitern, die sofort einspringen können, obwohl sie frei haben, wenn sich Zugführer spontan krankmelden.

Auch aus der Verwaltung seien bereits Kollegen eingesprungen, die über die Befähigung zum Fahren der Züge verfügten. Neben kurzfristig erkrankten Lokführern seien einige auch nach Unfällen auf der Strecke nicht im Dienst. Das Einspringen von Lokführern anderer Strecken oder Bahnunternehmen sei in der Praxis schwierig, da sie meist nicht die erforderliche Kenntnis des S-Bahnnetzes und seiner Züge hätten.

Die Regio-S-Bahn fährt auf vier Linien zwischen Bremerhaven, Verden, Twistringen, Nordenham und Bad Zwischenahn. Während dort neue Elektrozüge zum Einsatz kommen, fahren auf dem übrigen NWB-Netz Dieseltriebwagen in acht verschiedenen Bauarten. Da sei es kaum möglich, sämtliche Lokführer stets für alle Zugtypen zu schulen, so der Sprecher.

Gut 100 Zugführer fahren auf den vier Regio-Strecken rund um Bremen. Diesmal, vermutlich auch aufgrund der Urlaubszeit, klappte auch der Bereitschaftsdienst nicht. Die Strecke vom Bremer Hauptbahnhof wurde dann laut Seete als „geringeres Übel“ ausgewählt, um Fahrgäste möglichst nicht so sehr unter der Situation leiden zu lassen.

Der Hintergrund der Entscheidung: Hier gibt es nicht so viele Fahrgäste, die Züge fahren im 15-Minuten-Takt und es gibt in Gestalt der Busse Alternativen, um von A nach B zu kommen. Anders beispielsweise auf der Strecke vom Hauptbahnhof nach Twistringen. Dort fahren die Züge jede Stunde. „Wir wollen die Fahrgäste nicht so lange auf dem Bahnsteig warten lassen“, begründet Seete, dass die Strecke nach Vegesack ausgewählt wurde.

Der Sprecher der Nordwestbahn versichert, dass „mit Hochdruck“ daran gearbeitet werde, die Ausfälle möglichst gering zu halten. Prognosen zur Entwicklung kann er nicht geben. Er rät, sich über den aktuellen Stand auf der Internetseite www.nordwestbahn.de zu informieren.

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