Kolumne von Willi Lemke Adventsstimmung regt Hilfsbereitschaft an

Willi Lemke spricht diese Woche in seiner Kolumne über die vorweihnachtliche Hilfsbereitschaft, wie eine Spendenaktion des Weser-Kuriers oder einen ehrenamtlichen Fahrdienst für gehbehinderte Menschen.
30.11.2018, 19:49
Lesedauer: 3 Min
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Von Willi Lemke

Die Initiative, von der ich am Montag im Stadtteil-Kurier für Schwachhausen und benachbarte Stadtteile lesen konnte, hat mich sehr gefreut. Es geht um einen ehrenamtlichen Fahrdienst, der älteren und gehbehinderten Menschen in der Nachbarschaft wieder mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verschaffen soll. Für entsprechend gekennzeichnete Veranstaltungen beispielsweise der Kirchengemeinden oder im Johanniterhaus in Horn können sich Gehbehinderte über eine Telefonnummer melden und um eine Beförderung bitten. Sie werden dann von Mitgliedern der Initiative zu ihren Zielen gefahren.

Ein wirklich gutes und nachahmenswertes Engagement, das da 20 jüngere und ältere Frauen und Männer an den Tag legen. Denn es gibt ja in der Tat viele Menschen, die sich nicht flinken Fußes aus dem Haus bewegen können, wenn sie von einer sie interessierenden Veranstaltung lesen oder hören. Gerade viele ältere sind auf einen Rollator angewiesen und überlegen immer wieder, ob sie einen Gang mehr oder weniger machen sollen oder können. Andere können ohne fremde Hilfe gar nicht mehr aus dem Haus, verbringen oft Tage oder Wochen nur in ihrer Wohnung, wo sie von helfenden Händen mit dem Nötigsten versorgt werden.

Ich weiß nicht, ob es Absicht oder Zufall war, dass diese beispielhafte Initiative zum 1. Dezember, also zum Beginn der Adventszeit startet. Passen tut es auf jeden Fall. Denn jetzt beginnt einerseits die Zeit der vorweihnachtlichen Hektik mit allerlei Besorgungen, vielen Einladungen zum Weihnachtsessen und Verabredungen zum Glühwein. Andererseits lässt das nahende Weihnachtsfest auch zunehmend eine Stimmung aufkommen, die verstärkt Gefühle und Empfindungen für soziale Belange, für das Kümmern um Mitmenschen mit sich bringt.

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Selbst viele, die mit dem christlichen Hintergrund des Weihnachtsfestes gar nichts mehr verbinden, können und wollen sich dieser Stimmung nicht ganz entziehen. Es ist ja auch eine besondere Atmosphäre, die diese Jahresendphase ausmacht. Einerseits wird es früh dunkel, andererseits gibt es zumindest in den Innenstädten immer mehr Licht, und zwar stimmungsvolles Licht. Natürlich ist dieses Licht nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit angeknipst worden, sondern weil man die Konsumenten zum Einkaufen anlocken möchte.

Aber was soll's. Es ist trotzdem schön, und ganz besonders in Bremen. Es ist wieder gelungen, rund um den Weihnachtsmarkt eine Atmosphäre zu erzeugen, die Menschen aus nah und fern anzieht. Der Bremer Weihnachtsmarkt ist weit über die Stadtgrenzen hinaus eine Attraktion. Neben dem Marktplatz mit seinen vielen Angeboten ist natürlich auch die Schlachte mit ihren historischen Ständen ein reizvolles Ziel zum Bummeln, Kaufen und Verweilen.

Aber auch abseits dieses bunten Weihnachtsrummels tut die Adventsstimmung ihre Wirkung. Mehr Menschen als im bisherigen Verlauf des Jahres öffnen ihre Herzen für andere, heute spricht man von Empathie. Menschen in Not erhalten oft ein wenig mehr Hilfe als sonst. Ein schönes Beispiel neben vielen anderen ist die Weihnachtshilfe, eine Spendenaktion des WESER KURIER gemeinsam mit der Sozialbehörde, die jährlich vielen bedürftigen Familien das Fest wenig verschönern hilft.

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Die Handwerker-Innung der Konditoren versüßt die Spendenaktion obendrein mit gespendeten Torten und anderen Süßwaren, die sicher in den Familien eine besondere Freude hervorrufen. Gerne nutze ich die Gelegenheit, um dem Schöpfer dieser Idee, dem langjährigen Obermeister und Ehrenobermeister seiner Innung, Heiko Rockmann, der seit 20 Jahren die leckeren Geschenke organisiert, ganz herzlich zu danken.

Beenden möchte ich die heutige Kolumne aber mit dem Wunsch, dass die eingangs erwähnte Initiative auch in anderen Stadtteilen wie beispielsweise Gröpelingen oder Tenever, wo auch viele einsame und arme Menschen wohnen, Nachahmer findet. Denn anderen ein wenig aus der Einsamkeit zu verhelfen, ist ein sehr schönes Geschenk, besonders in diesen Tagen.

Info

Zur Person

Willi Lemke (72)

schreibt jeden Sonnabend im WESER-KURIER über seine Heimatstadt und was ihn in dieser Woche in Bremen bewegt hat.

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