Fans kritisieren Taschenkontrolle

Ärger am Eingang

Obwohl der Klub den Fans die Gelegenheit bietet, ihre Sachen wegen des Taschenverbots außerhalb des Stadions zu lagern, lief dieses System beim vergangenen Spieltag alles andere als geordnet ab.
24.01.2017, 00:00
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Ärger am Eingang
Von Nico Schnurr
Ärger am Eingang

Bei den Sicherheitskontrollen vor Werders Heimspielen im Weserstadion gelten seit dieser Spielzeit verschärfte Regeln.

CARMEN JASPERSEN und DPA, picture alliance / dpa

Obwohl der Klub den Fans die Gelegenheit bietet, ihre Sachen wegen des Taschenverbots außerhalb des Stadions zu lagern, lief dieses System beim vergangenen Spieltag alles andere als geordnet ab.

Eine Zahnbürste, ein Buch, ein paar Schlafsachen: Alles, was Gerrit Kleiböhmer in seinem Turnbeutel verstaute, war nicht größer als ein Din-A4-Blatt. Er hatte sich für seine Reise nach Bremen auf das Nötigste beschränkt. Kleiböhmer war vorbereitet für sein erstes Mal im Weserstadion. Werders Start in die Rückrunde gegen Borussia Dortmund sollte seine Bremer Bundesliga-Premiere werden.

Er dürfte sie in keiner guten Erinnerung behalten. Kleiböhmer ist längst zurück in Münster. Sein Turnbeutel allerdings ist noch in Bremen. So wie Kleiböhmer ging es am Sonnabend vielen Fans. Für sie war der Stadionbesuch mit „ein wenig chaotischen Umständen“ verbunden, wie Kleiböhmer es formuliert.

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Seinen Turnbeutel musste Kleiböhmer draußen lassen. Er hatte ihn am Stadioneingang abgeben müssen – obwohl der Beutel die erlaubten Din-A4-Maße nicht überschreitet. Einige weitere Besucher des Heimspiels meldeten sich deshalb ebenfalls beim WESER-KURIER. Auch sie hätten ihre Taschen im Din-A4-Format nicht mit ins Stadion nehmen dürfen.

„So wirklich ärgerlich“ wurde es aus Sicht von Kleiböhmer aber erst nach Abpfiff. Gelagert wurde sein Turnbeutel während des Spiels in einem Container am Eingang zum Stadionbad vor der Ostkurve. Seitdem Werder zum Start der neuen Saison im September 2016 die Sicherheitsstandards erhöht hat, bietet der Klub seinen Fans diese Möglichkeit gegen eine Gebühr von zwei Euro an.

Keine geordnete Ausgabe

„Ein klares System, um Taschen dort geordnet zu lagern, fehlte beim Dortmund-Spiel völlig“, sagt Kleiböhmer. Wie viele andere auch hatte er gehofft, gegen Vorlage des Bons seinen Turnbeutel nach dem Spiel ausgeteilt zu bekommen. Dazu kam es nicht. „Wie bei einer Auktion“ seien die Taschenberge stattdessen von oben nach unten abgearbeitet worden.

Weil er seinen Turnbeutel schon rund zwei Stunden vor Abpfiff abgegeben hatte, habe dieser ganz unten gelegen. Nach einiger Wartezeit beschloss Kleiböhmer zu fahren. „Unser Angebot, größere Gepäckstücke vor der Ostkurve aufbewahren zu lassen, hat am vergangenen Spieltag nicht in dem Maße funktioniert, wie wir es selbst von uns erwarten“, räumt Lars Mühlbradt ein.

Der Veranstaltungsleiter und Sicherheitsbeauftragte des SV Werder Bremen sagt: „Nach einem stark rückläufigen Trend bei der Nutzung unseres Angebots in den vergangenen Monaten waren wir von der extrem großen Nachfrage bei diesem Heimspiel überrascht worden.“

Eine wichtige Maßnahm

Auf Anfrage des WESER-KURIER erklärte Werder auch, dass die Sicherheitsbestimmungen mit Beginn der Rückrunde nicht weiter verschärft worden seien. Vielmehr wolle der Verein nun mit Blick auf die Taschenkontrolle und -rückgabe „alle Optionen prüfen und umsetzen, um diese Sicherheitsmaßnahme so besucherfreundlich wie möglich durchzuführen“.

Schließlich handele es sich beim Taschenverbot um „eine sehr wichtige Maßnahme, um den Stadionbesuch so sicher wie möglich zu gestalten“.Gerrit Kleiböhmer wird überlegen, ob er beim nächsten Stadionbesuch in Bremen wieder seine Sachen packt. Seinen Turnbeutel jedenfalls wird nun ein Freund aus der Region im Lauf dieser Woche vom Weserstadion abholen müssen.

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