Huchtinger Anwohnerin: Städtisches Grundstück verwahrlost und gefährlich Ärger über einen Ast

Kirchhuchting (fin). Ingeborg Borchers aus Kirchhuchting ist aufgebracht. Nicht nur, dass sie gegen eine neue Straßenbahntrasse kämpft, die direkt an ihrem Haus vorbeiführen soll (wir berichteten).
23.04.2015, 00:00
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Ärger über einen Ast
Von Nikolai Fritzsche

Ingeborg Borchers aus Kirchhuchting ist aufgebracht. Nicht nur, dass sie gegen eine neue Straßenbahntrasse kämpft, die direkt an ihrem Haus vorbeiführen soll (wir berichteten). Bei dem heftigen Sturm am 31. März brach zudem ein dicker Ast von einem Baum ab und fiel auf ihre Terrasse. Worüber Borchers sich besonders ärgert: Der Baum steht auf einem Nachbargrundstück, das der Stadt gehört. Diese lasse das Grundstück verwahrlosen, beklagt sich Borchers. Sie habe das Ortsamt mehrmals darauf hingewiesen, dass sich darauf ein morscher Baum befinde. Dieser sei eine Gefahr für Kinder, die auf dem Gelände spielen. Oder eben für ihr Haus, wenn es stürmt.

Das Grundstück wird von der Firma Hanseatische Naturentwicklung (Haneg) verwaltet. Borchers’ Beschwerden haben das Unternehmen laut Geschäftsführerin Petra Schäffer nicht erreicht: „Das ist wohl irgendwo hängen geblieben.“ Doch selbst wenn: Geändert hätte das nichts. „Der Baum wurde vor und nach dem Sturm überprüft. Er ist vital“, sagt Schäffer. Über den abgebrochenen Ast sagt sie: „Das ist ein normaler Sturmschaden, wie er an diesem Tag an vielen Stellen in Bremen passiert ist.“

Auch der Vorwurf der Verwahrlosung verfängt bei Schäffer nicht. „Wir sind bei diesem Grundstück lediglich mit der Verwaltung betraut“, sagt sie. Dazu gehörten der Baumschutz und die Verkehrssicherung, nicht aber, „die Fläche hübsch zu machen“.

Den abgebrochenen Ast hat Borchers von einer Firma entfernen lassen. Schäffer rechnet damit, dass sie der Haneg die Kosten in Rechnung stellen wird. „Das wäre auch völlig in Ordnung.“

Aber was, wenn der nächste Sturm kommt? Borchers befürchtet, dass dann wieder ein Ast des Baumes abbrechen könnte. „Diesmal war es die Terrasse, aber der Ast hätte auch das Haus treffen können.“ Diese Sorge kann Schäffer ihr nicht nehmen, denn: „Auch gesunde Bäume können bei starken Stürmen Äste verlieren oder sogar umfallen. Aber wir lassen keine gesunden Bäume fällen.“ Haften müsste die Haneg laut Schäffer im Fall eines Schadens nicht, weil der Baum regelmäßig geprüft werde und in gutem Zustand sei. „Für solche Fälle gibt es Versicherungen.“

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