Horner Bad

Ärger um Frühschwimmertickets am Abend

Birgitta vom Lehn konnte bislang auch am Abend per Frühschwimmerticket ins Horner Bad kommen. Nicht so vor einigen Tagen, obwohl der Preis identisch ist. Die Bremer Bäder sprechen von „Kulanz“.
08.08.2017, 18:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Frank Hethey

Birgitta vom Lehn versteht die Welt nicht mehr. In der Badesaison steuert die passionierte Schwimmerin regelmäßig das Horner Bad an. Häufig in den Morgenstunden, mitunter aber auch erst am frühen Abend. Bislang machte es nichts, wenn sie zu später Stunde auch mal ein Frühschwimmerticket statt des obligatorischen Feierabendtickets vorlegte.

Zumal beide Karten mit 3,30 Euro für den gleichen Preis zu haben sind. „Da spielt es doch wohl keine Rolle, ob auf dem Ticket Früh- oder Feierabendschwimmen drauf steht“, sagt Birgitta vom Lehn. Tut es doch, wie die 55-Jährige kürzlich feststellen musste. Trotz ihres Hinweises, damit noch nie Scherereien gehabt zu haben, sei die Kassiererin nicht umzustimmen gewesen.

Für Birgitta vom Lehn auch deshalb unverständlich, weil ihr die Frühschwimmertickets im Zehnerpack mit dem ausdrücklichen Vermerk verkauft worden seien, auch abends Gültigkeit zu besitzen. „Frustriert zog ich von dannen“, sagt die freie Journalistin aus Lilienthal. Und wundert sich über mangelnde Flexibilität.

In Ausnahmefällen zugelassen

Nur „aus Kulanz“ sei das Frühschwimmerticket als Feierabendticket geduldet worden, betont die Bremer Bäder GmbH als Betreiberin des Horner Bads. „In Ausnahmefällen lassen wir dies zu“, so Pressesprecherin Laura Schmitt. Gleichwohl sei eine solche Verwendung „eigentlich nicht vorgesehen“ und in Hallenbädern auch gar nicht möglich.

„Dort haben wir nämlich Drehkreuze, die Frühschwimmtickets, die am Abend genutzt werden sollen, nicht anerkennen.“ Anders in den Freibädern, wo keine Automaten vorhanden seien und die Tickets an den Kassen umgetauscht werden könnten. Die Kulanz müsse dann „manuell ‚gelebt‘ werden und jeweils der Kassiererin bekannt sein“.

Schmitt: „Da dies einen zusätzlichen Aufwand darstellt, muss es aber die absolute Ausnahme bleiben.“ Und warum nicht einfach ein einheitliches Ticket für Früh- und Abendschwimmen herausgeben? Laut Bremer Bäder ein Ding der Unmöglichkeit. Die Tickets würden unterschiedlich kalkuliert und deshalb die Zeit- und Zugangsregelungen per Strichcode auch separat programmiert.

Technische Neuerungen angekündigt

Dazu Schmitt: „Nicht jeder Artikel mit dem gleichen Preis hat auch die gleiche Historie. Der Einlass für das Frühschwimmen ist folglich zu einer anderen Zeit als das Abendschwimmen. Tickets immer dann zusammenzuführen, wenn sie für eine Zeit den gleichen Preis haben und dann wieder zu trennen, macht wenig Sinn.“ Doch mit der Verwendung von Frühschwimmertickets am Abend werden sich die Bremer Bäder künftig ohnehin nicht mehr befassen müssen.

Kündigt Schmitt doch technische Neuerungen an, mit denen es auch an den Freibadkassen nicht mehr möglich sein werde, ungültige Tickets zu verwenden. Für zusätzlichen Verdruss sorgte bei Birgitta vom Lehn die verwehrte Unterbringung ihres Fahrrads. Weil sie ihr Fahrradschloss vergessen hatte, wollte sie das Rad auf eigene Verantwortung im Innenbereich hinter dem Eingang abstellen.

Das sei ihr schon mal gestattet worden, diesmal aber nicht. Und zwar völlig zu Recht, wie Schmitt unterstreicht. „Wenn wir dem grundsätzlich zustimmen, würde uns nach und nach eine Flut von Fahrrädern erreichen.“ Die Folge: kein Durchkommen mehr in sicherheitsrelevanten Bereichen. „Dieses Risiko können und wollen wir nicht eingehen“, so Schmitt mit Hinweis auf die Haftungsfrage.

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