Junge Alternative Bremen

AfD-Jugend bei rechter Demo

Robert Teske, Vorsitzender der Jungen Alternative, und sein Stellvertreter Marvin Mergard laufen mit der Identitären Bewegung durch Berlin.
22.06.2017, 15:39
Lesedauer: 2 Min
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AfD-Jugend bei rechter Demo
Von Jan Oppel
AfD-Jugend bei rechter Demo

Marvin Mergard (links, graues Hemd) und Robert Teske (daneben mit Sonnenbrille) nahmen am Sonnabend an einer Demo der rechtsextremen Identitären Bewegung in Berlin teil.

Sebastian Sirk

Eigentlich hat die Junge Alternative (JA), die Jugendorganisation der Alternative für Deutschland (AfD), einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der rechtsextremen Identitären Bewegung (IB). Als diese aber am vergangenen Sonnabend mit einer Demonstration durch Berlin zog, waren der Bremer JA-Vorsitzende Robert Teske und sein Stellvertreter Marvin Mergard mit von der Partie.

In einem früheren Gespräch mit dem WESER-KURIER hatten Teske und Mergard Verbindungen zur IB geleugnet. Am Donnerstag sagte Teske: „Die Identitären machen gute Aktionen und werden zu Unrecht vom Verfassungsschutz beobachtet.“

Die Behörde bezeichnet die Grenzen zwischen der Identitären Bewegung und der Jungen Alternative in Bremen als „fließend“. Im jüngst veröffentlichten Verfassungsschutzbericht heißt es: „Die Identitären treten mit Flashmobs, Plakat-Aktionen und der Verteilung von Flugblättern in der Öffentlichkeit mit dem Ziel auf, in die mediale Berichterstattung zu gelangen, um ihre nationalistischen, fremden- und islamfeindlichen Positionen in die gesellschaftspolitischen Diskussionen zum Thema Asyl und Einwanderung einzubringen.“

Zuletzt hatten die Identitären in Bremen Mitte Mai auf sich aufmerksam gemacht. Die rechten Aktivisten besetzten zeitweise das Segelschiff Alexander von Humboldt an der Schlachte und hissten ihre Flaggen. Mit der Aktion wollten sie unter anderem gegen Hilfseinsätze für Geflüchtete im Mittelmeer protestieren.

Die schriftlich festgehaltenen Leitlinien des JA-Bundesvorstands, die dem WESER-KURIER vorliegen, schließen eine Zusammenarbeit mit der Identitären Bewegung aus. „Bundesvorstand und Bundeskonvent dulden keine Aktivitäten von Funktionsträgern, welche die Junge Alternative in Zusammenhang mit vom Verfassungsschutz (Bundesamt und Landesämter) beobachteten Organisationen bringt“, heißt es in dem Papier. Diese Regel gelte „beispielsweise für die Teilnahme an Demonstrationen oder anderen Aktionen“.

An der Identitären-Demo in Berlin nahmen etwa 800 Menschen teil, darunter viele bekannte Gesichter aus der rechten Szene. Etwa Pegida-Chef Lutz Bachmann, Alf Börm, Ex-Vorsitzender der NPD-Jugendorganisation in Mecklenburg-Vorpommern, oder Mario Müller, ehemaliger Kopf der militanten Neonaziszene in Delmenhorst und verurteilter Gewalttäter.

Robert Teske kann die Aufregung um seine Demo-Teilnahme nicht verstehen. Schließlich seien er und Parteikollege Mergard „als Privatpersonen“ dort hingefahren. „Ich sehe mein persönliches Demonstrationsrecht von dem Unvereinbarkeitsbeschluss nicht beeinflusst“, sagt Teske.

Das sieht der Bundesvorstand der Jungen Alternative anders. Dort ist man über den Demoauftritt der beiden Bremer wenig erfreut. Nun haben Teske und Mergard eine Mail bekommen, in der sie aufgefordert werden, sich zu ihrem Ausflug in die Hauptstadt zu äußern. Sollte tatsächlich ein Verstoß gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss vorliegen, müssten beide mit ernsten Konsequenzen rechnen, heißt es.

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