AfD nominiert Kandidaten

Olaf Kappelt führt AfD in den Wahlkampf

So manch einer wird sich noch an Olaf Kappelt als Kreis- und Geschäftsführer der Bremerhavener CDU erinnern. Nun hat die AfD den 68-Jährigen als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl nominiert.
01.07.2021, 19:01
Lesedauer: 2 Min
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Olaf Kappelt führt AfD in den Wahlkampf
Von Frank Hethey
Olaf Kappelt führt AfD in den Wahlkampf

Die Bremer AfD hat einen Spitzenkandidaten nominiert: Olaf Kappelt soll die Partei in den Bundestagswahlkampf führen.

Daniel Karmann/dpa

Als letzte Partei hat jetzt auch die AfD einen Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September nominiert: Bei der Aufstellungsversammlung, die bereits am Sonnabend stattfand, wurde ein externer Kandidat gewählt, der Publizist Olaf Kappelt aus Cuxhaven. Der 68-Jährige konnte sich in der Stichwahl nach eigener Angabe mit deutlicher Mehrheit durchsetzen. Im Wahlkreis 54, Bremen I, geht Heiner Löhmann als Direktkandidat ins Rennen. Löhmann ist Beisitzer im Landesvorstand. Für den Wahlkreis 55, Bremen II-Bremerhaven, hat sich noch kein Kandidat gefunden, darüber soll eine Aufstellungsversammlung am 16. oder 17. Juli kurz vor Ablauf der Frist entscheiden.

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Olaf Kappelt ist in Bremen kein Unbekannter. Von 1983 bis 1986 war er Kreis- und Fraktionsgeschäftsführer der Bremerhavener CDU, ein Skandal um verschwundene Wahlzettel und der anschließende Rechtsstreit erregten einiges Aufsehen. Kappelt siedelte nach Bayern über und trat aus der CDU aus, blieb aber Mitglied der CSU, der er gleichzeitig seit 1975 angehört hatte. Aus Unmut über den damaligen Ministerpräsidenten und Parteichef Horst Seehofer kehrte er auch der CSU den Rücken und schloss sich 2016 der AfD an. Zuletzt war der achtfache Familienvater wissenschaftlicher Mitarbeiter eines AfD-Abgeordneten im Bundestag.

Nach Norddeutschland kehrte Kappelt im vergangenen Jahr aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen zurück, sein Arzt habe ihm Seeklima empfohlen. Kappelt fühlt sich fit, an seinem Lebensabend wolle er "noch mal so richtig Gas geben". Bereits im Herbst 2020 wurde Kappelt im Wahlkreis Cuxhaven-Stade II zum Direktkandidaten gewählt. Von dieser Kandidatur will er sich jedoch wieder zurückziehen. "Ich möchte mich auf Bremen konzentrieren", so Kappelt.

Kappelt zufolge hat politischer Ehrgeiz bei seinem Bremer Comeback keine Rolle gespielt. "Ich bin gefragt worden, ich habe mich nicht dazu gedrängt." Eigentlich hatte die heillos zerstrittene Bremer AfD schon im Mai einen Spitzenkandidaten als Nachfolger des scheidenden Frank Magnitz küren wollen. Der neue Mann will der Partei wieder Auftrieb geben und versuchen, sie in den Wahlkampfmodus zu versetzen. "Die Streitigkeiten müssen wir hinter uns lassen", sagt er. 

Der 68-Jährige ist evangelisch und gehört den "Christen in der AfD" an. Sich selbst sieht er als Vertreter eines sozialpolitischen Profils, er will sich um die "Alltagsprobleme der fleißig arbeitenden Bürger kümmern, nicht um Besserverdienende". Kappelt hat mehrere Jahre Gewerkschaftsarbeit bei Verdi hinter sich, zudem hat der promovierte Geisteswissenschaftler einige politische und historische Sachbücher veröffentlicht, er ist Mitglied des Autorenverbands Pen.

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