African-Cup: 11:1-Schützenfest für den Kongo

Bremen. Mit dem symbolischen Anstoß zur Auftaktpartie Ghana gegen Sierra Leone eröffnete der Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling am vergangenen Sonntag den 8. African Football Cup in Bremen. Acht der insgesamt zwölf afrikanischen Mannschaften griffen am ersten Spieltag direkt ins Geschehen ein und boten den zahlreichen Zuschauern in der Pauliner Marsch attraktiven und fairen Fußball.
26.07.2012, 05:00
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Von Sebastian Nickel

Bremen. Mit dem symbolischen Anstoß zur Auftaktpartie Ghana gegen Sierra Leone eröffnete der Bundestagsabgeordnete Carsten Sieling am vergangenen Sonntag den 8. African Football Cup in Bremen. Acht der insgesamt zwölf afrikanischen Mannschaften griffen am ersten Spieltag direkt ins Geschehen ein und boten den zahlreichen Zuschauern in der Pauliner Marsch attraktiven und fairen Fußball.

"Dieses Turnier ist meiner Meinung nach das schönste in Bremen. Sowohl aus sportlicher als auch aus kultureller Sicht. Trotz der Wettkampfatmosphäre begegnen sich die Menschen hier mit Spaß und Respekt", ließ Carsten Sieling in seiner Eröffnungsrede verlauten. In der Tat hinterließ der erste Turniertag einen positiven Eindruck und machte Lust auf die kommenden Wochenenden, an denen jeweils am Sonntag gespielt wird. Afrikanische Trommelklänge, rhythmische Musik und die lebensfrohe offene Art der Menschen machen dieses Turnier abseits des sportlichen Geschehens zu etwas Besonderem.

Ghana – Sierra Leone 1:0: Zum Auftakt der Gruppe A empfing Titelverteidiger Ghana die Mannschaft aus Sierra Leone. Die "Black Stars" wollten von Beginn an zeigen, dass auch in diesem Jahr wieder mit ihnen zu rechnen ist. Die Mannen aus Sierra Leone hielten jedoch mit allem, was sie hatten, dagegen. Lange begegneten sich die Teams auf Augenhöhe, der Außenseiter aus Sierra Leone hatte in der ersten Hälfte sogar die besseren Torchancen, zeigte sich dabei aber nicht kaltschnäuzig genug. In der zweiten Halbzeit steigerte sich das Team Ghanas deutlich und kam nun des Öfteren gefährlich vor das Tor von Sierra Leone. Kurz vor Schluss der Partie entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter für Ghana – eine umstrittene Entscheidung. Der ghanaische Schütze ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte sicher zum 1:0-Endstand. Ghanas Mannschaftskapitän Stephen Attoh war nach dem Spiel zwar zufrieden mit dem Ergebnis, äußerte jedoch auch Kritik an seinem Team: "Die Abstimmung hat einfach nicht gepasst und das Mittelfeld stand zu weit weg von den Gegenspielern. Das müssen wir im nächsten Spiel ändern." Timothy Barcon, Trainer von Sierra Leone, haderte dagegen mit der Elfmeterentscheidung: "Mein Team hat gut organisiert gespielt und es ist schade, dass wir durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters verloren haben."

Kamerun – Algerien 4:2: In Gruppe B standen sich im ersten Spiel die Mannschaften von Kamerun und Algerien gegenüber. Die "Löwen" aus Kamerun zählen in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis. Bei der letzten Auflage des Cups standen sie im Finale. Bereits in den Anfangsminuten des Spiels wurden die Kameruner jedoch kalt erwischt. Nach einer tollen Kombination stand es 1:0 für die Algerier. Doch Kamerun erholte sich schnell von dem Rückstand und rückte die Kräfteverhältnisse im weiteren Spielverlauf wieder gerade. Am Ende setzte sich der Favorit souverän mit 4:2 durch. "Ich bin sehr zufrieden mit meinen Spielern. Zwar haben wir in der Abwehr ein paar Mal geschlafen, aber insgesamt haben wir verdient gewonnen", freute sich Trainer Frank Ngowe. Für die Algerier, bei denen viele Spieler gerade den Fastenmonat Ramadan abhalten, war der Kräfteverschleiß gegen Ende des Spiels zu groß. "Wir haben uns gegen ein starkes Team sehr gut präsentiert, aber man merkt schon, wie sich der Energieverlust durch den Ramadan nach und nach bemerkbar macht", erklärte Algeriens Mustapha Sherief.

DR Kongo – Guinea 11:1: Beim Spiel in der Gruppe C zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Guinea gab es dann ein wahres Schützenfest. Die körperlich und technisch deutlich stärkeren Spieler aus dem Kongo ließen Guinea nicht den Hauch einer Chance und spielten sich in einen Rausch. Angriff um Angriff rollte auf das Tor des Außenseiters zu. Der Torhüter stand unter Dauerbeschuss. 11:1 hieß es nach dem Abpfiff. Mit diesem Sieg und dem hervorragenden Torverhältnis ist für den Kongo das Viertelfinale in greifbare Nähe gerückt. Für Guinea, das ebenfalls mit der Ramadan-Problematik zu kämpfen hatte, wird es im abschließenden Gruppenspiel gegen Nigeria wohl eher darum gehen eine weitere hohe Niederlage zu vermeiden.

Elfenbeinküste – Guinea-Bissau 0:0: Zum Abschluss des ersten Spieltages stand das Spiel zwischen der Elfenbeinküste und Guinea-Bissau auf dem Programm. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und die Stürmer auf beiden Seiten bissen sich an der Verteidigung die Zähne aus. Chancen waren da, Tore fielen jedoch nicht. Guinea-Bissau kann mit diesem Ergebnis sicher besser leben als die Elfenbeinküste, die von vielen Spielern und Fans als stärkstes Team des Turniers eingeschätzt wird. Am kommenden Sonntag wird das Turnier mit den vier Begegnungen des zweiten Spieltages fortgesetzt.

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