Pflanzaktionen in Lemwerder und Schwanewede / Bürger greifen zum Spaten

Aktiv für grüne Gemeinden

Lemwerder/Schwanewede. Die Bäume und Heckenpflanzen sind auf dem Weg. Feld-Ahorn, Wild-Apfel, Rotbuche und andere Gehölze werden am Donnerstag auf dem Betriebshof an der Niedersachsenstraße eintreffen.
02.11.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller
Aktiv für grüne Gemeinden

Das Archivfoto zeigt eine Pflanzaktion auf dem Ritzenbütteler Sand. Dort werden in diesem Jahr eine Rotbuche und vier Silberweiden eingesetzt.

Christian Kosak

Lemwerder/Schwanewede. Die Bäume und Heckenpflanzen sind auf dem Weg. Feld-Ahorn, Wild-Apfel, Rotbuche und andere Gehölze werden am Donnerstag auf dem Betriebshof an der Niedersachsenstraße eintreffen. Lemwerder soll grüner werden und die Bürger können dabei mithelfen. 30 Erwachsene und 15 Kinder haben sich laut Bauamtsleiter Matthias Kwiske für die diesjährige Pflanzaktion der Gemeinde angemeldet. Am Sonnabend, 5. November, greifen sie zum Spaten. Treffpunkt ist um 9 Uhr auf dem Betriebshof.

An fünf Orten wird diesmal in der Erde gebuddelt. An der Flughafenstraße sollen vier Spitzahorne die neu gemachte Straße verschönern. Am ehemaligen Sportplatz Altenesch muss Ersatz gepflanzt werden. „Da sind uns ein paar Bäume eingegangen", sagt der Amtsleiter. Am Dorfgemeinschafthaus Altenesch kommt auf Wunsch des Heimatvereins frisches Grün in die Erde. Mit einer Rotbuche und vier Silberweiden wird der Ritzenbütteler Sand verschönert. Gepflanzt wird auch auf dem Gelände des ehemaligen Bahndammes am früheren ASL-Parkplatz. Eine Streuobstwiese gibt es hier schon, jetzt sollen weitere Bäume folgen.

25 Bäume, jeder einzelne zwei bis 2,50 Meter hoch, hat die Gemeinde bestellt: Rotbuchen, Sand-Birken, Schwarz-Erle, Feldahorn, Trauben-Eichen, Wildapfel und Spitzahorn, außerdem Hain- und Rotbuchen als Heckenpflanzen. „Für die Kinder haben wir Blumenzwiebeln bestellt, die sie einpflanzen können.“ 3500 Euro gibt die Gemeinde laut Kwiske in diesem Jahr für ihre Pflanzaktion aus.

Zu wenig, meinen die Unabhängigen Wähler Lemwerder (UWL). „Die Anzahl der gepflanzten Bäume reicht bei Weitem nicht aus, um die Gemeinde nachhaltig zu begrünen„, kritisiert die Fraktion. Sie will Gemeinderat und Verwaltung ein höheres Budget vorschlagen. Die UWL möchte auch die Bürger bei der Auswahl der Pflanzstandorte, der Art und Menge der Bäume mitreden lassen. Mehr Transparenz fordert die Fraktion außerdem für Baum-Fällaktionen in der Kommune. Es könne nicht sein, dass jedes Jahr mehr Bäume gefällt als gepflanzt werden, monieren die Unabhängigen Wähler Lemwerder. „So findet keine Aufforstung und nachhaltige Begrünung der Gemeinde statt.“

Aus dem Gehölz-Katalog für die Gemeinde-Pflanzaktion können sich seit 2014 auch Lemwerderaner, die ihren eigenen Garten begrünen wollen, etwas aussuchen. „Wir wollen den Bürgern damit Gelegenheit geben, sich an der Sammelbestellung der Gemeinde zu beteiligen und dadurch Pflanzen zu günstigeren Preisen zu erwerben„, erklärt Kwiske. Noch ist das Interesse gering. Zum Start vor zwei Jahren gab es fünf Anmeldungen. Mehr sind es laut Kwiske auch in diesem Jahr nicht. „Angesichts der Zahl der Privatgärten in Lemwerder hätte ich erwartet, das doch der eine oder andere Bürger mehr einen Baum pflanzt.“

Immerhin können sich die Bestellungen sehen lassen: 190 Heckenpflanzen und sechs Bäume sind es unterm Strich. 170 Heckenpflanzen hat allein der CVJM-Kindergarten bestellt, die Kirchengemeinde Altenesch will mit 100 Pflanzen eine Rotbuchen-Hecke anlegen. Die Bürger können laut Bauamtsleiter Kwiske bestellen, so viel sie wollen. „Eine Mengenbegrenzung geben wir nicht vor."

Das ist in Schwanewede anders. Maximal 50 Pflanzen pro Haushalt gibt die Gemeinde bei ihrer alljährigen Bürger-Pflanzaktion ab. Dafür brauchen die Schwaneweder aber auch keinen Cent zu bezahlen. Die Kommune stellt ihren Bürgern die 50 bis 80 Zentimeter großen Pflanzen kostenlos zur Verfügung. Das lockt. 132 Schwaneweder haben laut Bauamtsleiter Stefan Gröger in diesem Jahr insgesamt 5971 Pflanzen bestellt, um ihren Garten auf Kosten der Gemeinde zu begrünen.

Spitzenreiter ist die Rotbuche mit 2315 Exemplaren. Knapp dahinter liegt die Hainbuche, in den vergangenen Jahren immer der Renner, mit 2292 bestellten Pflanzen. Mit weitem Abstand folgen Feldahorn (390), Weißdorn (339), Schlehe (262) und Waldhasel (217). Schlusslicht ist die Salweide mit 156 bestellten Exemplaren. 2138 Euro lässt sich die Gemeinde Schwanewede die Grünaktion für ihre Bürger kosten, die seit rund 30 Jahren läuft.

„Wir wollen den Bürgern damit einen Anreiz geben, statt Exoten wie Lebensbäumen oder Kirschlorbeer heimische Gehölze zu pflanzen, die Vögeln und Kleintieren Nahrung und Schutz bieten„, erklärt Bauamtsleiter Gröger. Am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. November, können die Schwaneweder ihre bestellten Pflanzen zwischen 8 und 16 Uhr auf dem Parkplatz der „Alten Post“ am Damm abholen.

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