Gut essen in orientalischem Flair

Al Dar im Europahafen

Direkt am Europahafen, im Schuppen 1, hat das syrische Restaurant Al Dar eröffnet. Als ich mittags mit einem Kollegen den Schuppen 1 betrete, sind wir augenblicklich in einer anderen Welt.
31.01.2015, 13:02
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Von wk
Al Dar im Europahafen

Neila Trabulsi vom Al Dar.

Christina Kuhaupt

Direkt am Europahafen, im Schuppen 1, hat das syrische Restaurant Al Dar eröffnet. Als ich mittags mit einem Kollegen den Schuppen 1 betrete, sind wir augenblicklich in einer anderen Welt.

Das Zentrum für Automobilkultur und Mobilität, erst im November eröffnet, zeigt auf seinem knapp 200 Meter langen Boulevard die schönsten Oldtimer. Vom Borgward über eine alte Hafenpritsche bis zum heißen Schlitten.

Doch wir reißen uns los von der mobilen Pracht und treten in das große Lokal ein. Gleich am Eingang werden wir freundlich empfangen: Ein Kellner nimmt uns die Garderobe ab und weist uns einen Tisch zu. Sofort fühlen wir uns ein Stück weit in den Orient versetzt. Ein Künstler hat die Räume mit riesigen orientalischen Lampen, Holzornamenten vor den Fenstern und schönen Fliesen gestaltet.

Mich begeistern vor allem die Holzstühle mit ihren leicht geschwungenen Formen und verschiedenen Polsterstoffen. Auf der einen Seite des Al Dar blicken die Gäste auf den Europahafen, auf der anderen auf den Oldtimer-Boulevard. Wenn die Bezeichnung nicht so abgegriffen wäre, könnte man den Begriff Erlebnisgastronomie verwenden. Etwa 30 weitere Gästen sind da.

Die Speisekarte hat mittags einiges zu bieten. Für 9 Euro gibt es ein Mittagsmenü mit einem Hauptgericht nach Wahl. Als Hauptgerichte solo für 6,90 Euro bieten sich Hähnchenbrustfilet, hausgemachte Rinderwürstchen, gehacktes Lammfleisch, Teigtaschen oder Hackfleischspieße an. Ich bestelle das gehackte Lammfleisch aus dem Ofen, mein Begleiter ein Menü mit Sambusik, vegetarisch gefüllten Teigtaschen. Die Bedienung ist während unseres Besuchs durchweg aufmerksam und erklärt uns gern die syrischen Spezialitäten.

Bald kommt die Vorspeise: syrisches Fladenbrot mit drei verschiedenen Dips, Mazza genannt. Es ist Humus, ein milder Kichererbsenbrei mit Sesampaste, ein etwas schärferer Tomatendipp sowie Tomaten mit Petersilie. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Kombination ist einerseits sehr raffiniert zubereitet, andererseits auch bodenständig. Erbsen, Tomaten, Petersilie: Dies sind Zutaten, die schlicht und alltäglich sind.

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Foto: unbekannt

Es folgen die Hauptgerichte. Mein Essen duftet wunderbar nach orientalischen Gewürzen. Das Lammfleisch hat die Form einer größeren Frikadelle, dazu gibt es Reis und eine Tomaten-Paprika-Soße. Es schmeckt ausgezeichnet. Der Reis begeistert mich geradezu: wunderbar körnig mit einem feinen Aroma und kross angesetzt. Er erinnert mich an die persische Zubereitung von Reis, ebenfalls eine hohe Kunst. Das Lammfleisch ist lecker, könnte aber etwas mehr sein. Die Soße ist ein orientalisches Gedicht.

Das Mahl meines Kollegen ist schlichter. Vier Teigtaschen, zwei mit Spinat, zwei mit Schafskäse gefüllt, liegen auf seinem Teller. Beide Varianten sind ein wenig säuerlich, die Teigtaschen sind kross, aber eine Spur zu trocken. Ohne das Lebneh, ein Joghurt mit Minze und Walnuss, wäre das Ganze recht dröge. Dazu gibt es reichlich Salat, ein Dressing ist nicht wirklich auszumachen, also verhilft auch hier nur das Lebneh zum rechten Genuss. Mein Kollege bekommt zum Abschluss einen Pudding, der ganz annehmbar ist. Alles in allem kommen wir zu dem Schluss: Das Al Dar sollte man unbedingt mal besuchen.

Al Dar, Konsul-Smidt-Straße 26, 28217 Bremen. Telefon 69 68 63 00. Sonstige Preise: Kaffee 2,20 Euro, Wasser (0,25) 2,50 Euro, Softdrinks (0,2) 2,50 Euro, Bier (0,3) 2,90 Euro, Wein (0,2) ab 5,10 Euro.

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