Serie ,Behörde, Behörde": Teil 11

Alexandra Tacke: „Bremen soll ,City of Literature' werden“

Die Bremer Bewerbung um die Unesco-Auszeichnung „City of Literature“ betreut Alexandra Tacke für das Ressort. Als promovierte Germanistin liegt ihr dieses Kulturfeld am Herzen.
09.03.2020, 15:00
Lesedauer: 2 Min
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Alexandra Tacke: „Bremen soll ,City of Literature' werden“
Von Nina Willborn
Alexandra Tacke: „Bremen soll ,City of Literature' werden“

Alexandra Tacke hat lange in Berlin gelebt und gearbeitet. Aufgewachsen ist sie in Bremen.

Christina Kuhaupt
Was sind Ihre Aufgaben?

Alexandra Tacke: Zunächst bin ich für vier Institutionen zuständig, die ich eng begleite, und zwar das Kino 46, das Filmbüro, das Literaturkontor und das virtuelle Literaturhaus. Neben den üblichen Aufgaben einer Referentin, wie die fachliche Vorbereitung von Deputationen, Anfragen oder Projektmittelvergaben bereite ich seit dem vergangenen Jahr eines der Kernthemen unseres Hauses vor, nämlich die Bewerbung um den Unesco-Titel „City of Literature“ im Jahr 2023.

Was ist das für ein Titel?

Die Unesco vergibt in verschiedenen kreativen Bereichen Auszeichnungen, um die man sich als Stadt alle zwei Jahre bewerben kann. Es gibt insgesamt sieben: Film, Musik, Design, Gastronomie, Medienkunst, Handwerk und eben Literatur. Wir haben unter anderem mit dem Bremer Literaturpreis, der Stadtbibliothek, dem Literaturkontor und dem virtuellen Literaturhaus sowie den drei großen Literatur-Festivals „Poetry on the Road“, „Globale“ und „Prime Time – Crime Time“ bereits eine sehr gute Ausgangsbasis. Bei der Bewerbung geht es vor allem darum, in enger Zusammenarbeit mit den einzelnen Akteuren einen innovativen Aktionsplan aufzustellen, um die Vernetzung voranzutreiben und die Potenziale noch besser sichtbar zu machen.

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Wo ist Bremen denn jetzt schon „City of Literature“?

Zum einen bei den genannten Einrichtungen und Projekten. Eins der Formate, die mir sehr am Herzen liegen und die ich den nächsten Jahren gerne weiter vorantreiben würde, ist die lange Nacht der Literatur „Bremen liest!“. Dann gibt es mit "Out Loud“ ein Format im Lagerhaus, bei dem ganz junge feministische Autorinnen ihre Bücher vor allem zu politischen Themen vorstellen. Ein großes anderes Thema ist der Bildungsbereich. Da gibt es auch tolle Projekte wie den Schulhausroman, die wir gemeinsam mit den Trägern weiter stärken wollen.

Bekäme Bremen als Literaturstadt dann auch Geld von der Unesco?

Es gibt keine direkte Förderung. Viele andere Städte haben die Erfahrung gemacht, dass die Chancen auf Mittel von der EU während des Antragsprozesses oder als Titelträger spürbar steigen. Es ist dann auch leichter, weitere Unterstützer und Sponsoren zu finden. Den Titel behält man übrigens zeitlich unbegrenzt. Man tritt mit dem Antrag in einen Kreativitätsprozess ein, bei dem man Formate und Prozesse der Literaturförderung immer wieder evaluiert und verändert. Wichtig und hilfreich ist auch der internationale Austausch mit den anderen „Cities of Literature“, mittlerweile 39 in 22 Ländern, mit denen man sich auf einer internationalen Konferenz alle vier Jahre regelmäßig austauscht.

Das Gespräch führte Nina Willborn.

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Info

Zur Person

Alexandra Tacke (46) ist promovierte Germanistin und seit Januar 2019 Referentin für Literatur, Film, Kunst, öffentliche Bibliotheken, Regional- und Minderheitensprachen beim Senator für Kultur.

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