Sicherheit im Weihnachtshaus Alle Lampen an: Was bei Weihnachtsbeleuchtung beachtet werden sollte

Sven und Martina Borchart haben 53.000 Leuchten an ihrem Weihnachtshaus installiert. Was Sie bei der Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit beachten sollten, lesen Sie hier.
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Alle Lampen an: Was bei Weihnachtsbeleuchtung beachtet werden sollte
Von Jan Oppel

Fünf Wochen lang haben Sven und Martina Borchart geschuftet. Nun ist ihr Haus wieder das hellste der Stadt: Mehr als 53.000 Lichter hat das Ehepaar aus Delmenhorst verkabelt. Jetzt blitzt und blinkt alles, wie in der Weihnachtswerbung von Coca-Cola. Hinter der leuchtenden Fassade steckt jede Menge Technik. Wer sein Haus oder seine Wohnung zur Adventszeit ebenfalls mit bunten Lichtern schmücken möchte, sollte auf Sicherheitszertifikate achten – und auch beim Anbringen der Leuchten gibt es einiges zu beachten.

Die Geschichte des Weihnachtshauses von Delmenhorst beginnt mit einem geselligen Abend, fünf Lichterketten und drei Litern Glühwein für die Nachbarn. Das war vor 16 Jahren. Seither startet die Weihnachtszeit für Sven und Martina Borchart schon im Oktober. Die Zwei haben in den vergangenen Wochen kilometerlange Lichterketten installiert und allerlei leuchtende Figuren aufgestellt: Weihnachtsmänner, Christbaumkugeln, Sterne, Geschenkpäckchen.

„Das meiste kaufen wir auf Flohmärkten oder im Internet“, sagt Sven Borchart. „Und dann bauen wir die Leuchten so um, dass sie zum Rest passen.“ Der alljährliche Weihnachtswahnsinn hat seinen Preis: Allein der Strom für das Spektakel kostet zwischen 700 und 800 Euro. Aber das Geld ist gut investiert – da ist sich das Paar einig: „Unsere Nachbarn sind alle begeistert."

Und die Autofahrer wechseln ins Schritttempo, wenn sie an dem leuchtenden Haus vorbeikommen. Ab kommenden Sonntag sind alle Lampen an. In der Vorweihnachtszeit sind viele Gärten, Balkone, Fenster und Wohnzimmer mit elektrischer Beleuchtung dekoriert. Das sieht schön aus, erhöht aber auch die Kurzschlussgefahr.

Lichterketten mit Leuchtdioden

Wer seine eigenen vier Wände mit bunten Lichtern schmücken möchte, sollte auf eine sogenannte CE-Zertifizierung und ein GS-Siegel auf der Ware achten, rät die Bremer Verbraucherzentrale. Auch ein VDE-Prüfzeichen des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik oder eine TÜV-Plakette sind gute Auswahlkriterien.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt Lichterketten mit Leuchtdioden. „LED-Lichterketten werden nicht so heiß und verbrauchen zudem weniger Strom“, sagt Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. „Verzichten Sie auf Billigware aus Fernost, wenn diese nicht den deutschen Sicherheitsstandards entspricht.“

Elektrische Beleuchtung für den Außenbereich sollte spritzwasser- oder regenwassergeschützt sein. Lichterketten für den Wohnraum sollten nicht im Freien verwendet werden, rät die Expertin. Bei Kerzenlicht ist aus Sicht der Verbraucherzentrale ganz besondere Vorsicht geboten: Einmal entzündet, sollten Kerzenständer, Duftlampen, Teelichter und insbesondere der Adventskranz sowie der Weihnachtsbaum niemals unbeaufsichtigt bleiben.

Vertragsgemäßer Gebrauch einer Mietwohnung

„Die Zweige sind nach einiger Zeit im warmen Wohnzimmer trocken und brennen dann besonders leicht. Wer Kleinkinder und Haustiere hat, sollte besser auf Kerzen verzichten“, so Oelmann. Darüber hinaus empfiehlt sie, keine Kerzenhalter aus brennbaren Materialien zu verwenden und den Adventskranz auf eine feuerfeste Unterlage zu stellen.

„Sichern Sie den Weihnachtsbaum so, dass er nicht umfallen kann, und stellen Sie Löschmittel wie einen Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher bereit." Wer für seine elektrische Weihnachtsdekoration nicht so viel Platz wie Familie Borchart hat, darf Lichterketten auch am Balkon oder an Fenstern der Wohnung befestigen. Denn das gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung dazu, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Klar, Weihnachtsdeko ist Geschmackssache. Der Vermieter kann aber nicht einfach die Beseitigung verlangen, auch nicht mit dem Argument, der ästhetische Gesamteindruck des Hauses werde negativ beeinflusst. Wer seine Leuchten installiert, muss sich trotzdem an die Spielregeln halten: Die Dekoration sollte die Nachbarn nicht stören, muss sicher angebracht werden und darf die Hausfassade nicht beschädigen. Wird ein anderer Mieter durch blinkende und flackernde Lichter am Schlaf gehindert, kann er darauf bestehen, dass die Lampen ab 22 Uhr ausgeschaltet werden.

Fünf Meter hohe Tanne

Daran halten sich auch die Borcharts: Die Deko an ihrem Weihnachtshaus leuchtet vom ersten Adventswochenende bis Silvester jeden Abend von 16.30 bis 21 Uhr. Mit ihren 53.000 Lampen haben es die Zwei schon ins Fernsehen geschafft: Im vergangenen Jahr machten sie mit ihrem blinkenden Eigenheim bei der TV-Sendung „Das perfekte Weihnachtshaus“ auf Vox mit und belegten den dritten Platz.

In diesem Jahr hat das Ehepaar noch einmal nachgerüstet: Auf der Terrasse leuchtet eine fünf Meter hohe Tanne, und auch ein großer goldener Engel ist neu dazugekommen. Und traditionsgemäß laden Sven und Martina Borchart am ersten Adventssonntag, 3. Dezember, und an Nikolaus, 6. Dezember, jeweils ab 17 Uhr zum gemeinsamen Glühweintrinken ein.

Und davon gehen am Weihnachtshaus an der Brechtstraße 12 mittlerweile rund 130 Liter gegen Spenden über den Tresen. Die Einnahmen fließen an eine Schule, die damit heilpädagogisches Reiten finanziert. Im vergangenen Jahr sind so 3000 Euro zusammengekommen. „Das haben wir eins zu eins dem Projekt gespendet“, sagt Sven Borchart. Das ist ihm wichtig. „Nicht, dass Sie denken, wir zahlen davon unsere Stromrechnung."

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