Alexander Tassis ist nach Austrittswelle einziger Abgeordneter

Alleine für die AfD

Bremen. Im bunt gestreiften Polohemd steht Alexander Tassis am vergangenen Wochenende auf dem Podium des Bundesparteitages der „Alternative für Deutschland“ in Essen. In dem Video seines Auftritts, das auf „Youtube“ zu sehen ist, wettert er gegen „die Perversitäten des Gender-Mainstreaming“, mit denen er als bekennender Homosexueller nicht in einen Topf geworfen werden wolle.
10.07.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Alleine für die AfD
Von Jan Oppel
Alleine für die AfD

Bleibt in der AfD: Alexander Tassis F OTO: FR

Redaktion FMA

Im bunt gestreiften Polohemd steht Alexander Tassis am vergangenen Wochenende auf dem Podium des Bundesparteitages der „Alternative für Deutschland“ in Essen. In dem Video seines Auftritts, das auf „Youtube“ zu sehen ist, wettert er gegen „die Perversitäten des Gender-Mainstreaming“, mit denen er als bekennender Homosexueller nicht in einen Topf geworfen werden wolle. „Und ich kämpfe als Nachfahre eines griechischen Werftarbeiters gegen Multi-Kulti“, ruft er der applaudierenden Menge entgegen.

Seine Auffassungen politisch durchzusetzen, wird Tassis in Zukunft künftig noch schwer fallen als bisher. Der letzte AfD-Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft ist nach den Parteiaustritten seiner drei Mitstreiter auf sich allein gestellt. Der ehemalige Landessprecher Christian Schäfer sowie die Abgeordneten Klaus Remkes und Piet Leidreiter fühlen sich in der Partei nicht mehr wohl und haben die AfD verlassen. Unter der Führung von Frauke Petry, die in Essen Parteigründer Bernd Lucke als Vorsitzenden abgelöst hatte, befürchtet das Trio einen Rechtsruck in der AfD.

Tassis hat damit kein Problem. „Ich persönlich fühle mich in der Partei jetzt so wohl wie nie zuvor“, sagt der 45-Jährige. Bereits am Montag habe er mit seinen scheidenden Parteigenossen über deren Austrittspläne gesprochen. Jetzt ist er froh, dass alles so schnell ging.

Auf dem Parteitag hatte der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Marcus Pretzell gesagt, die AfD sei auch eine „Pegida-Partei“. Zu viel für die dem wirtschaftsliberalen Flügel zuzurechnenden Bremer Abgeordneten. „Diese Aussage hat uns erschüttert“, sagt die ebenfalls ausgetretene Bremer AfD-Pressesprecherin Antonia Hanne. „Das ist nicht mehr die Partei, in die wir eingetreten sind.“

Tassis kann an Pretzells Rede nichts Schlimmes finden. „Ich kann mich mit seiner Aussage identifizieren“, sagt der studierte Historiker, der sich selbst als „patriotischen Migranten“ bezeichnet. Die in Deutschland praktizierte Einwanderungspolitik tut er als „hanebüchenen Kram“ ab. Tassis begrüßt den Machtwechsel in der AfD. Frauke Petrys national-konservativer Parteiflügel entspricht seinen Idealen mehr als das wirtschaftsliberale Lager des am Mittwoch ausgetretenen Lucke. „Eine nationalpatriotische Ausrichtung ist keine Richtung, sondern Fundament allen Handelns“, schreibt Tassis auf seiner Facebook-Seite. Die AfD müsse die Stimme der Patrioten werden. „Für Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund.“

Seit Sonnabend haben 29 der 150 Bremer Mitglieder die AfD verlassen. Allein gelassen fühlt sich Tassis nicht: „Ich erfahre große Unterstützung aus der Bundespartei.“ Er könne die Austrittsgründe seiner Parteigenossen nicht nachvollziehen, sagt er. „Persönlich gibt es aber keine Animositäten

.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+