Eröffnungsrede sorgt für Lacher Alles leuchtet: Bremer Weihnachtsmarkt ist eröffnet

Der Bremer Weihnachtsmarkt ist eröffnet. Zur Eröffnung sprach Frank Imhoff, Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft, einige Worte - und sorgte für einen Lacher.
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Alles leuchtet: Bremer Weihnachtsmarkt ist eröffnet
Von Timo Thalmann

Als seiner Zeit voraus präsentierte sich Frank Imhoff (CDU). Feierlich erklärte der Vizepräsident der Bremischen Bürgerschaft am Montagnachmittag den Weihnachtsmarkt 2018 für eröffnet. Doch schnell bemerkte er seinen Versprecher und schob ein launiges "Den schaffen wir auch noch" nach. Gemeinsam mit Martin Günthner (SPD), Senator für Wirtschaft und Häfen, schaltete er als Startsignal für den Markt die Lichter am großen Tannenbaum bei der Bürgerschaft an.

Noch bevor Imhoff ins kommende Jahr enteilte, hatte er seine kurze Eröffnungsansprache ganz traditionell auf Platt begonnen. Die Qualitäten des Bremer Weihnachtsmarktes als touristisch wichtige Veranstaltung hob er dann wieder auf Hochdeutsch hervor. Gemessen an den Besucherzahlen gilt der Weihnachtsmarkt rund ums Rathaus in Kombination mit dem Schlachtezauber entlang der Weser inzwischen als drittgrößter Markt in Deutschland.

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Die wirtschaftliche Bedeutung des Marktes als Besuchermagnet für die Hansestadt erklärt im Übrigen auch, warum der Wirtschaftssenator beim Drücken des roten Knopfes für die Baumbeleuchtung half: Günthners Ressort ist seit diesem Jahr für das gesamte Marktwesen in Bremen zuständig. Der Senator hatte sich laut seiner Pressestelle schon am Tag zuvor darüber gefreut, dass der Markt im vergangenen Jahr von einer englischen Zeitschrift sogar zum schönsten Weihnachtsmarkt Europas gekürt wurde.

"Die Mischung aus Gastronomie und Kunsthandwerk, kombiniert mit den historischen Gebäuden am Marktplatz macht den Bremer Weihnachtsmarkt einmalig", bekräftigte auch Imhoff diese Bewertung. Mögliche Sorgen zur Sicherheit auf dem Markt oder gar die Gefahr terroristischer Anschläge waren während der offiziellen Eröffnungszeremonie kein Thema. Auch beim Auftakt in einer kleinen Feierstunde im Dom blieb dieser Aspekt unbeachtet.

Provinzieller Charme

Dompastorin Ingrid Witte nutzte ihre Andacht vielmehr, um das vom Knabenchor der Kirche Unser Lieben Frauen vorgetragene traditionelle Adventslied "Maria durch ein Dornwald ging" zu interpretieren und Alltagssorgen der Schausteller anzusprechen. Zu denen gehört zwar auch der Blick gen Himmel, allerdings eher der meteorologisch interessierte. Denn trockenes Wetter macht den Weihnachtsmarkt gleich noch mal attraktiver.

Und so äußerten sich auch die vom WESER-KURIER befragten Marktbesucher, die sich trotz des grauen und regennassen Tages nicht von einem ersten Bummel abhalten ließen. Jan Becker zeigte sich von dem Thema Sicherheit gänzlich unbeeindruckt. Der 30-jährige Bremer setzt auf den aus seiner Sicht immer noch provinziellen Charme der Hansestadt. "Bevor hier etwas passiert, sind Weihnachtsmärkte in München, Köln oder Dresden allemal spektakulärere Ziele", ist er sicher.

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Becker war eher überrascht, dass der Montag der erste Tag des Marktes gewesen ist. Er habe gedacht, das erste, gut besuchte Wochenende sei bereits vorbei. "Wir sind gezielt heute dafür in der Stadt, wenn es nicht so voll ist, der Kleine war ja noch nie auf dem Markt", sagte er und deutete auf den Kinderwagen, in dem der Nachwuchs gerade ein Stück Kartoffelpuffer verdrückte. Mit Achselzucken reagierte auch Manfred Siefken auf mögliche Terrorgefahren. "Wenn es passieren soll, passiert 's", sagte der 68-Jährige aus Wildeshausen lakonisch.

Er überbrückte mit dem Weihnachtsmarkt-Bummel die Wartezeit auf eine Autoreparatur. "Bratwurst, Schmalzkuchen und Sprudel – Glühwein geht ja gerade nicht", schilderte der Rentner seinen aktuellen Rundgang mit Blick auf die noch anstehende Rückfahrt mit dem Auto. "Ich bleib' jedenfalls deshalb nicht zu Hause", machte er deutlich. Bestimmt werde er den Weihnachtsmarkt mit Freunden und Ehefrau in den nächsten Wochen noch mehrmals zu besuchen.

Eher Alltagsrisiken als Terroranschläge

Genauso sehen es die Eheleute Erika und Peter Lamprecht."Wenn wir Angst vor Terror hätten, können wir ja gleich zu Hause bleiben", sagte die 66-jährige. Auch sie will den Weg von Osterholz-Scharmbeck in die Bremer Innenstadt bis Heiligabend noch geschätzte vier bis fünf Mal bestreiten. "Wir haben hier immer viel Spaß", bekräftigte ihr Mann.

Die Vorsichtsmaßnahmen des Rentner-Ehepaares gelten dabei vor allem Geldbeutel und Brieftasche. "Die sind dann nicht in der Handtasche und auch nicht in der Hosentasche, sondern eng am Körper in Innentaschen", erklärten sie. Diese Alltagsrisiken kommen auch Maike Stratmann viel eher in den Sinn als mögliche Terroranschläge, fragt man die 27-jährige nach ihrem Sicherheitsgefühl auf dem Weihnachtsmarkt. Sie verkauft Crêpes direkt an der Rückseite des Domes, unweit des Gesche-Gottfried-Spucksteins.

"Die zeigen alle viel Präsenz"

"Ich fühle mich aber total sicher", sagte sie und zeigte auf vier Polizeibeamte, die gerade vorbeigingen. Zuvor waren weitere Streifen unterwegs, und dann seien da ja auch noch die Securityleute. "Die zeigen alle viel Präsenz", meint sie. Und dann fügte sie noch hinzu, dass auf Weihnachtsmärkten ohnehin weniger passiere als auf anderen Volksfesten. "Ich komme da mit unserem Stand ja gut herum", sagte sie.

Nicht einmal der zu tiefe Blick einzelner Besucher in die Punsch- oder Glühweintasse werde zum Problem auf dem Weihnachtsmarkt. "Ich kann mich da an nichts Negatives erinnern", sagte die Händlerin aus Vechta. Auf Märkten außerhalb der Adventszeit herrsche aber wohl eine andere Grundstimmung, so Maike Stratmann. "Ist vielleicht doch etwas friedlicher vor dem Weihnachtsfest."

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