Bremen Classic Motorshow endet heute Alles, was Räder hat

Die „Bremen Classic Motorshow“ geht heute zu Ende und wird nach Schätzungen des Veranstalters wieder rund 40.000 Besucher angelockt haben.
02.02.2014, 07:14
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Alles, was Räder hat
Von Jürgen Hinrichs

Die „Bremen Classic Motorshow“ geht heute zu Ende und wird nach Schätzungen des Veranstalters wieder rund 40.000 Besucher angelockt haben.

Es kommen die Sammler, Schrauber und Fahrzeug-Freaks. Männer vor allem, die mit großen Augen durch die Messehallen gehen, auf den Kauf fürs Leben hoffen oder einfach nur schauen und in Erinnerungen schwelgen.

Fritz Schilling kommt jedes Jahr. Der 75-Jährige aus Scharbeutz in Schleswig-Holstein sammelt alte Motorräder, die er selbst wieder auf Vordermann bringt. „Sie basteln?“, wird Schilling gefragt. „Basteln?“, antwortet er, „nein, natürlich nicht, ich restauriere!“ Ein großer Unterschied, weil: „Bastler sind nicht vom Fach.“ Dieser Mann aber schon, als Kfz-Mechaniker hat er es bis zum Sachverständigen gebracht. Privat sind es für ihn aber mehr die Motorräder – „ein Bazillus“, sagt Schilling, „den bin ich nie wieder losgeworden“.

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Der Rentner braucht für seine Adler M100 einen Luftfilter. Bei Reinhard Böttcher, der ein ganzes Sammelsurium von Ersatzteilen anbietet und dazu noch jede Menge Döntjes, wird er fündig. „Hier entdeckt man nur etwas, wenn man weiß, wo man suchen muss“, sagt Schilling. Die zwei Männer, beide mit dem Motorrad früher auch auf Rennstrecken unterwegs, frotzeln, dass es seine Freude ist. Sie haben Spaß, Brüder im Geiste.
Die Messe ist ein Männer-Ding. Was für Kumpel, man duzt sich. Ein bisschen Verkauf, viel Fachsimpelei, und immer schweifen die Blicke: Schau, was ist das?

Wenn da Autos stehen, die zu Legenden geworden sind. Ein Champion CH2, das Auto, ganz klein, das mit Moped-Führerschein gefahren werden durfte. Elf Stück hat es davon mal gegeben, heute sind es nur noch zwei. Der Preis vor 60 Jahren: 2650 Mark. Als eines der beiden übrig gebliebenen Modelle kürzlich versteigert wurde, hat es dem Verkäufer knapp 50.000 Euro gebracht.

Oder der Mercedes 300SL. Auch er stammt aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders, die in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Oldtimer-Show ist. Das Auto mit seinen markanten Flügeltüren ist vor 15 Jahren als Sportwagen des Jahrhunderts gekürt worden und zieht auf der Messe wie magisch die Besucher an. Eigentümer ist ein Autohändler aus Oldenburg, er fährt den Wagen wie andere ihren Golf fahren, erzählen seine Leute am Messestand. Experten schätzen den Wert des Mercedes auf weit über eine Million Euro.

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Ein anderer Wagen in der Ausstellung sieht so aus, wie er heißt: Janus. Heck und Schnauze des Autos haben die gleiche Form. Ein Doppelgesicht, so wie Janus eines hatte, der römische Gott des Anfangs und des Endes. Der Kleinstwagen ist bei Zündapp gebaut worden.

Lauter Raritäten, die von den Messegängern förmlich studiert werden. In der Abteilung für Autos, genauso aber auch bei den Motorrädern, und Fahrräder gibt es auch. Alles da, was Räder hat.

Vor einem Wa-Wa sitzen drei Männer am Campingtisch und gönnen sich zur Mittagszeit ein Gläschen Prosecco. Sie gehören zu einem Camping-Oldie-Club, und der Wa-Wa – ist ein Campingwagen, der 1963 in Belgien hergestellt wurde. „Leer wiegt der nur 290 Kilo, das schafft heute kein Hersteller mehr“, sagt Holger Vieluf. Der Mann aus Jade bei Wilhelmshaven ist stolz auf sein gutes Stück: „Alles noch im Originalzustand!“ Außen und innen, wo die Möbel aus Resopal sind. Der Wa-Wa und die ganze Messe – eine Zeitreise.

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