Der Katastrophenwinter 1978/79

Als der Norden im Schnee versank

Über 40 Jahre ist es her, dass der Ausnahmewinter 1978/79 Bremen und den ganzen Norden fest im Griff hatte. Er ging als "Schneekatastrophe" in die Historie ein. In unserer Fotostrecke erinnern wir daran.
13.01.2021, 13:14
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Rabba
Als der Norden im Schnee versank

Schweres Räumgerät war in der Obernstraße in Bremens City im Einsatz.

Joseph Krusche

Schneekatastrophe - unter dieser Bezeichnung ging der Winter 1978/79 in die Historie Norddeutschlands ein. Auch Bremen versank im Schnee, als es zum Jahreswechsel zu einem heftigen Wintereinbruch kam, mit dessen Ausmaßen damals niemand gerechnet hatte.

28. Dezember 1978: Die Menschen bereiteten sich auf das Silvesterfest vor. Über die Weihnachtstage hatte es getaut, zuvor gefallener Schnee war geschmolzen. Das war's mit Schnee, dürften wohl so manche gedacht (und vielleicht auch gehofft) haben. Doch der Schneefall, der an jenem Tag zunächst in Schleswig-Holstein begann, weitete sich schnell zu einem heftigen Schneesturm aus, der den ganzen Norden tagelang überzog.

Meterhohe Schneeverwehungen, Stromausfälle und von der Umwelt abgeschnittene Ortschaften waren unter anderem die Folge. Kommunale Räumdienste waren überfordert, Räumpanzer der Bundeswehr halfen bei der Bewältigung der Schneemassen. Kaum hatte sich die Lage etwas entspannt, brach am 13. Februar 1979 ein erneutes Schneechaos herein.

Der Winter 1978/79 zählt damit zu den schwersten Wintern in Norddeutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Über 40 Jahre ist das nun her. Für uns Anlass, anhand von Fotos aus unserem Archiv an die Schneekatastrophe von damals zu erinnern.

Sie haben in Ihren Fotoalben ebenfalls eindrucksvolle Bilder vom Winter 1978/79, die gut in unsere Galerie passen würden? Dann mailen Sie sie uns als JPEG-Dateien an onlineredaktion@weser-kurier.de (Stichwort Schneekatastrophe; bitte Urheber nennen und Erlaubnis zur Veröffentlichung bestätigen).

Auch in der Sögestraße mussten die Passanten mit einem schmalen Streifen neben den Schneehaufen auskommen.

Auch in der Sögestraße mussten die Passanten mit einem schmalen Streifen neben den Schneehaufen auskommen.

Foto: Joseph Krusche
Auch dieses Foto zeigt die Sögestraße. Am 29. Dezember 1978 fielen zum Auftakt allein in Bremen 80 Zentimeter Schnee. Und so ging es dann in den folgenden Tagen weiter.

Auch dieses Foto zeigt die Sögestraße. Am 29. Dezember 1978 fielen zum Auftakt allein in Bremen 80 Zentimeter Schnee. Und so ging es dann in den folgenden Tagen weiter.

Foto: Joseph Krusche
Die Schneemassen türmten sich auch auf in Bremens guter Stube.

Die Schneemassen türmten sich auch auf in Bremens guter Stube.

Foto: Lothar Patron
Und wurden auch hier mit schwerem Gerät geräumt.

Und wurden auch hier mit schwerem Gerät geräumt.

Der Räumungsdienst schaffte auch hier einiges weg.

Der Räumungsdienst schaffte auch hier einiges weg.

Foto: Lothar Patron
Die Schneeverwehungen ließen den Straßenverkehr weitgehend zum Erliegen kommen.

Die Schneeverwehungen ließen den Straßenverkehr weitgehend zum Erliegen kommen.

Foto: Rosemarie Rospek (Archiv)
Wer doch unterwegs war, kam nur mühsam voran. Diese Aufnahme erschien am 24. Januar 1979 im WESER-KURIER.

Wer doch unterwegs war, kam nur mühsam voran. Diese Aufnahme erschien am 24. Januar 1979 im WESER-KURIER.

Foto: Staatsarchiv Bremen
Keine grün-weiße, sondern nur noch weiße Pracht herrschte im Februar 1979 im Weserstadion.

Keine grün-weiße, sondern nur noch weiße Pracht herrschte im Februar 1979 im Weserstadion.

Foto: Staatsarchiv Bremen / Jochen Stoss
Auch am Bremer Hauptbahnhof türmten sich die Schneemassen.

Auch am Bremer Hauptbahnhof türmten sich die Schneemassen.

Foto: Joseph Krusche
Huch, wo sind die Fahrräder denn geblieben?

Huch, wo sind die Fahrräder denn geblieben?

Foto: Joseph Krusche
Verbunden mit heftigem Wind führte der starke Schneefall zu regelrechten Schneeverwehungen, die sich schon mal meterhoch auftürmten.

Verbunden mit heftigem Wind führte der starke Schneefall zu regelrechten Schneeverwehungen, die sich schon mal meterhoch auftürmten.

Foto: Joseph Krusche
Diese Aufnahme zeigt den Weserdeich in Höhe der Sielwallfähre. Da friert man schon beim Angucken.

Diese Aufnahme zeigt den Weserdeich in Höhe der Sielwallfähre. Da friert man schon beim Angucken.

Foto: Staatsarchiv Bremen
Solche gigantischen Eiszapfen sind zwar schön anzusehen, stellten aber eine ernstzunehmende Gefahr dar.

Solche gigantischen Eiszapfen sind zwar schön anzusehen, stellten aber eine ernstzunehmende Gefahr dar.

Foto: Staatsarchiv Bremen
Damit genügend Sauerstoff für die Fische ins Wasser gelangt, wurden im Bürgerpark Löcher in die Eisdecke der Gewässer geschlagen. Anschließend wurden Strohbündel in die Öffnungen gestopft, um ein Zufrieren zu verhindern.

Damit genügend Sauerstoff für die Fische ins Wasser gelangt, wurden im Bürgerpark Löcher in die Eisdecke der Gewässer geschlagen. Anschließend wurden Strohbündel in die Öffnungen gestopft, um ein Zufrieren zu verhindern.

Foto: Rosemarie Rospek (Archiv)
Der Sedanplatz in Vegesack verschwand unter den Schneemassen.

Der Sedanplatz in Vegesack verschwand unter den Schneemassen.

Foto: Marina Köglin
Nix mit "de Werser geiht": Eisschollen verhinderten das im Vegesacker Hafen.

Nix mit "de Werser geiht": Eisschollen verhinderten das im Vegesacker Hafen.

Foto: Marina Köglin
Die Bundeswehr half mit gepanzerten Fahrzeugen beim Schneeräumen. Dieses Foto entstand in der Kaffeestraße in Blumenthal.

Die Bundeswehr half mit gepanzerten Fahrzeugen beim Schneeräumen. Dieses Foto entstand in der Kaffeestraße in Blumenthal.

Foto: Marina Köglin
Wer derzeit mal seine Windschutzscheibe freikratzen muss, sollte sich dieses Foto in Erinnerung rufen: es kann viel, viel schlimmer kommen. Aufgenommen wurde das Foto in der Clamersdorfer Straße in Schönebeck.

Wer derzeit mal seine Windschutzscheibe freikratzen muss, sollte sich dieses Foto in Erinnerung rufen: es kann viel, viel schlimmer kommen. Aufgenommen wurde das Foto in der Clamersdorfer Straße in Schönebeck.

Foto: Marina Köglin
So sah es im Katastrophenwinter an der Zufahrt zur Vegesacker Fähre aus - weiß und grau, Ton in Ton sozusagen.

So sah es im Katastrophenwinter an der Zufahrt zur Vegesacker Fähre aus - weiß und grau, Ton in Ton sozusagen.

Foto: Marina Köglin
Und noch eine Impression vom damaligen Schneechaos in Bremen-Nord, genauer: in der Weserstraße.

Und noch eine Impression vom damaligen Schneechaos in Bremen-Nord, genauer: in der Weserstraße.

Foto: Marina Köglin
Auch in Delmenhorst kam schweres Räumgerät gegen die Schneemassen zum Einsatz.

Auch in Delmenhorst kam schweres Räumgerät gegen die Schneemassen zum Einsatz.

Foto: Nistler
Wo die Stadt Delmenhorst mit ihren Mitteln nicht mehr weiterkam, halfen Panzer der Bundeswehr.

Wo die Stadt Delmenhorst mit ihren Mitteln nicht mehr weiterkam, halfen Panzer der Bundeswehr.

Foto: FR
Auch als es dann endlich taute, sorgte der Schnee in Form von Matsch noch für Probleme; insbesondere im Straßenverkehr.

Auch als es dann endlich taute, sorgte der Schnee in Form von Matsch noch für Probleme; insbesondere im Straßenverkehr.

Foto: Rolf H. Kruse
Versank ebenfalls in Schneemassen: Die Bahnhofstraße in Ritterhude.

Versank ebenfalls in Schneemassen: Die Bahnhofstraße in Ritterhude.

Foto: Ralph Klekottka
Auf diesem Bild ist die Bexhöveder Straße in Bremen-Oslebshausen abgebildet. Das Foto stammt von einer Leserin.

Auf diesem Bild ist die Bexhöveder Straße in Bremen-Oslebshausen abgebildet. Das Foto stammt von einer Leserin.

Foto: Anja Türk

Einen Tagesschaubericht über das Schneechaos vom 30. Dezember 1978 in Norddeutschland und Nordeuropa.

Nochmal Winterstimmung - im Schnoor-Viertel. Idylle pur.

Auch in jüngerer Vergangenheit hat es geschneit in Bremen. Dass die richtige Dosis Schnee durchaus ein winterlicher Gewinn für die Stadt sein kann, zeigt eine weitere Fotogalerie, die wir Ihnen empfehlen möchten.

Foto: Michael Rabba
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