Ausstellung in der Unteren Rathaushalle

Als die Großeltern noch jung waren

Bremen. „Hunger – Demokratie – Rock´n´Roll“ ist eine Ausstellung, die noch bis Ende Juni im Rathaus zu sehen ist. Sie erzählt vom Leben in der Nachkriegszeit – ein Thema, bei dem viele Besucher eigene Geschichten mit in die Ausstellung bringen.
06.06.2014, 16:02
Lesedauer: 2 Min
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Als die Großeltern noch jung waren
Von Marco Reinke

Bremen. „Hunger – Demokratie – Rock´n´Roll“ ist eine Ausstellung, die noch bis Ende Juni im Rathaus zu sehen ist. Sie erzählt vom Leben in der Nachkriegszeit – ein Thema, bei dem viele Besucher eigene Geschichten mit in die Ausstellung bringen.

Die Geschichte von Svea Ahlf ist beispielsweise ganz eng mit einem medizinischen Wirkstoff verbunden, der ihrer Oma seinerzeit das Leben rettete. „Ich bin eigentlich nur hier, weil das Penicillin erfunden wurde und meine Oma damit geheilt werden konnte“, sagt Svea nachdenklich.

Die Schülerin aus Bremerhaven steht neben einer Kommode, die sie zusammen mit ihren Mitschülern gestaltet hat. Auf ihr stehen verschiedene Fotos, deren Motive anhand von Texten näher erläutert werden.

Die Ausstellung „Hunger – Demokratie – Rock´n´Roll“verdeutlicht die Zeit von 1945 bis zu den 1960er-Jahren. In Form von Objekten, Hör- und Filmstationen können sich die Besucher ein Bild vom Leben nach dem zweiten Weltkrieg machen.

Das Projekt wurde initiiert vom Schulmuseum Bremen. 2010 erfolgte der Aufruf durch die Medien an „Nachkriegskinder“, sich zu melden. Dem Museum ging es dabei um Sachspenden und Zeitzeugenberichte. Die Zahl der Rückmeldungen war groß: Mehr als 200 Menschen beteiligten sich und sorgten so für das Zustandekommen der Ausstellung.

Um das Konzept abzurunden, waren Bremer und Bremerhavener Schüler dazu aufgerufen, ihre Großeltern zu befragen. Insgesamt waren es mehr als 600 Schüler aus der Region, die sich an der Aktion beteiligt haben. Gemeinsam mit ihren Lehrern haben sie ihre Zeitzeugen-Geschichten anschließend auf verschiedenste Weise umgesetzt.

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Jetzt läuft die Ausstellung und wird von einem bunt gemischten Publikum sehr gut angenommen. „Durch die zentrale Lage der Unteren Rathaushalle gibt es viele Besucher, die spontan vorbeikommen. Unter ihnen sind auch viele der Spender und Zeitzeugen. Sie finden sich in der Ausstellung wieder, wollen darüber sprechen und diskutieren – die Ausstellung schafft einen Dialog“, sagt Museumsmitarbeiter Stefan Scheel.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Juni zu sehen und wird begleitet von zahlreichen Veranstaltungen, wie Zeitzeugengesprächen und Theaterprojekten. Der Eintritt ist frei.

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