Harald Maack liest aus dem Tagebuch seiner Weltreise Als Landratte auf hoher See

Hemelingen. 17 Jahre ist es her, dass der Schauspieler Harald Maack seine dreimonatige Weltreise auf dem Frachtschiff MS Fresena in Angriff nahm. In sehr humorvoller Art und mit einem gut beobachtenden Blick hat er seine Eindrücke aufgezeichnet und sie jetzt zu einem Buch unter dem Arbeitstitel „Ich Idiot!“ zusammengefasst.
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Von Christiane Tietjen

17 Jahre ist es her, dass der Schauspieler Harald Maack seine dreimonatige Weltreise auf dem Frachtschiff MS Fresena in Angriff nahm. In sehr humorvoller Art und mit einem gut beobachtenden Blick hat er seine Eindrücke aufgezeichnet und sie jetzt zu einem Buch unter dem Arbeitstitel „Ich Idiot!“ zusammengefasst. Das Geheimnis dieses Titels lüftete er am Ende der amüsanten Lesung. „Wenn ich gewusst hätte, was alles auf mich zukommt, hätte ich nur drei Wochen gebucht.“ Aber, so räumt er ein, ähnlich schöne Reiseziele gebe es natürlich immer noch.

Die fünfte „Optikerlesung“ bei Grau an der Hemelinger Bahnhofstraße ist sehr gut besucht. Mit einem Glas Wein in der Hand genießt das Publikum die Erzählung, die mit ihrem trockenen Humor und den treffend beschriebenen Beobachtungen überaus unterhaltsam ist und an vielen Stellen zum Lachen oder mindestens zum Schmunzeln reizt.

Maack nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise, die im Zug nach Antwerpen beginnt, und über Dünkirchen und Le Havre zum Ärmelkanal führt. Bis auf die Höhe der Azoren, nach Philadelphia, Tahiti, nach Panama, über den Äquator zu den Galapagos-Inseln und nach Neu-Caledonien, wo die Ureinwohner „Kanaken“ genannt werden, sagt er. Mit einer Fülle von Erlebnissen kehrt er zurück. Manchmal waren auch ereignislose Tage auf den vielen tausend Seemeilen Reise dabei. Aber das war wohl auch gut so, denkt sich der Zuhörer. Denn was so alles in einer Kabine los ist, wenn draußen ein Orkan wütet, beschreibt er so plastisch, dass man wie in einem Film das Chaos und die Bedrohlichkeit der Situation vor Augen hat. Die Hilflosigkeit, aber auch die wiedergewonnene Lebensfreude am nächsten Tag bei ruhiger See, wenn der normale Tagesablauf mit Duschen und Rasieren wieder möglich geworden ist, kann man sehr gut nachfühlen.

Er erzählt von Kuriositäten wie Eisbein mit Sauerkraut bei 30 Grad im Schatten, stolz serviert vom deutschen Schiffskoch, dem schönen und eleganten Schauspiel von springenden Delfinen, dem zum Staunen bringenden, plötzlich erscheinenden grünen Meeresleuchten und der Einzigartigkeit schwarzer Perlen aus dem Pazifik. Ein bisschen Heimweh unter fremden Sternen, gemildert von interessanten Begegnungen und nicht zuletzt von der Kommunikation mit Kapitän und Besatzung, die Maack seinerseits bereichert, indem er ihnen Videoaufnahmen von Landgängen zeigt, zu denen sie leider keine Zeit hatten.

Besonderer Clou des Abends ist der Überraschungsgast, der sich am Ende der Lesung aus den Zuschauerreihen erhebt: Kapitän Peter Kossak aus Nordenham steuerte vor 17 Jahren die MV Fresena durch Wind und Wetter und freundete sich mit seinem Passagier an. „Alles, was Harald brachte, stimmte“, ist sein Fazit nach der Lesung. „Und er hat es so schön formuliert, dass ich diese Reise glatt noch einmal machen möchte!“

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