Stadtteilplan Neustadt für ältere Menschen erschienen / Exemplare liegen gratis in vielen Einrichtungen aus Altbekanntes neu erkunden

Entdeckungsreisen im eigenen Viertel können durchaus spannend sein. Anregungen dafür gibt der neue Stadtteilplan Neustadt. Die Karte, die von Senioren für Senioren erstellt wurde, gibt einige Insider- und viele Servicetipps. Die Ideengeber stellten den Plan jetzt feierlich im Caritas-Dienstleistungszentrum Huckelriede/ Buntentor vor.
08.06.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Annica Müllenberg

Entdeckungsreisen im eigenen Viertel können durchaus spannend sein. Anregungen dafür gibt der neue Stadtteilplan Neustadt. Die Karte, die von Senioren für Senioren erstellt wurde, gibt einige Insider- und viele Servicetipps. Die Ideengeber stellten den Plan jetzt feierlich im Caritas-Dienstleistungszentrum Huckelriede/ Buntentor vor.

„Das ist ja enorm, was hier im Stadtteil alles angeboten wird“, sagt Peter Beck. Der Neustädter studiert mit großem Interesse den neuen Stadtteilplan für ältere Menschen. Er ist jetzt für die Neustadt erschienen, nachdem er für einige andere Stadtteile bereits vorliegt. Zwar ist Beck schon lange auf der linken Weserseite zu Hause, einige im Plan verzeichnete Informationen liest er aber zum ersten Mal. Einem Touristen gleich kann er in den nächsten Wochen durch die Heimat pilgern und über sehenswerte Orte staunen.

Genau das ist auch die Absicht des Initiatorenteams. Ines Hillmann und Gabriele Kleine-Kuhlmann waren deswegen auch nicht böse, als zur feierlichen Präsentation im Caritas-Dienstleistungszentrum die Anwesenden vertieft den Finger auf den frisch gedruckten Karten kreisen ließen. „Ziel ist es, die Menschen aus den Wohnungen zu holen und sie neugierig zu machen“, sagt Kleine-Kuhlmann. Zusammen mit Hillmann von der Herausgeberfirma Edition Axent hat sie in einer Projektgruppe über Monate Senioren aus allen Ortsteilen nach ihren Gewohnheiten, Wegen und Wünschen befragt.

Bei der Redaktion geholfen haben die Seniorenvertreterin Anna Möller, Ursula Spicka vom Rotes Kreuz Krankenhaus, Iris Wagner vom Sozialzentrum Süd sowie der Sozialpädagoge und Gerontologe Jürgen Weemeyer. Die Ideengeberin Hillmann erläutert: „Wir waren in Einrichtungen, Frühstückstreffs und Seniorenkreisen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Es sind erstaunliche Dinge zutage gekommen. Viele davon kannte ich selbst nicht. Alle konnten nicht verarbeitet werden, weil es so viele waren. Es ist der wohl bisher aufwendigste und umfangreichste Stadtplan, den wir innerhalb eines halben Jahres erstellt haben.“ Insgesamt seien die Anmerkungen von rund 100 Neustädtern eingeflossen, schätzt sie. Diese hätten sich vor allem darüber gefreut, „einmal zu Wort zu kommen“.

Zwar hat sich die Neustädterin auch selbst mit dem Fahrrad auf Recherche begeben, ohne die Mithilfe wäre die neue Ausgabe aber lange nicht so spannend geworden, meint sie.

Seit 2011 gibt es die Straßenkarten, die speziell auf die Bedürfnisse Älterer eingehen. Bisher sind sie erhältlich für Gröpelingen, Huchting, Hemelingen, Walle und die Vahr. „Der für die Neustadt hat noch gefehlt“, betont Peter Beck.

Das Exemplar zeigt im handlichen Format und in vergrößerter, leserfreundlicher Auflösung die Gesundheits-, Sport- und Kulturangebote, Bioläden, Mittagstische, Tagespflege, Apotheken und weitere wichtige Infrastrukturpunkte. Auch Spazierwege und Naherholung sind verzeichnet – in den Vorgängermodellen übrigens schon mit dem Hinweis auf Barrierefreiheit. Die Einleitung ist auf Deutsch und Türkisch.

Über zwei Stellen, die im Plan per Sonne mit blauem Zentrum verzeichnet sind, freut sich die Grafik-Designerin Hillmann ganz besonders: „Wussten Sie, dass die Rotbuche an der Käthe-Popall-Straße ein informeller Treffpunkt ist? Gleiches gilt für die Bürgerlinde an der Hubertushöhe.“ Hillmann kann nur staunen über die vielen Insidertipps. „Wir hätten ein ganzes Buch schreiben können“, heißt es.

Da nicht alle Infos verzeichnet werden konnten, ist noch Freiraum für Anmerkungen, die das Redaktionsteam auch regelmäßig erfasst. „Die Neustadt verändert sich stark. Das betrifft auch die Seniorenangebote, es kommen immer neue dazu. Ebenso ändern sich die Bedürfnisse der Senioren. Diese Nutzerorientiertheit wollen wir natürlich beachten und fragen regelmäßig nach Änderungen“, sagt Kleine-Kuhlmann.

Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon lobt: „Es ist wunderbar, dass es diese Stadtpläne gibt.“ Damit sie in einer Auflage von 6000 Stück in den Dienstleistungszentren, Begegnungsstätten und Kultureinrichtungen kostenfrei ausliegen können, haben der Beirat, die Gewoba und das Forum „Wohnen in Nachbarschaften“ die Produktionskosten in Höhe von 5500 Euro übernommen.

Obwohl die Fülle der eingezeichneten Symbole vermuten lässt, dass die Redakteure an alle wichtigen Punkte gedacht haben, fällt einer Besucherin gleich ein Verbesserungsvorschlag ein: „Die Fachärzte müssten eingezeichnet sein.“ Peter Beck, der bereits im Vorfeld seine Tipps abgegeben hatte, ist auch zu einem Hobby fündig geworden. „Ich interessiere mich für Boule. Ein Platz war mir bekannt, aber nun sehe ich, dass es noch einen gibt“, berichtet er erfreut. Vielleicht wird der Neustädter über den Stadtteilplan schon bald zu neuen Bekanntschaften beim Boulespielen kommen.

Der Stadtteilplan Neustadt für ältere Menschen ist kostenlos erhältlich im Dienstleistungszentrum Huckelriede/Buntentor, Kornstraße 371, im Dienstleistungszentrum Neustadt, Lahnstraße 65, sowie in Kultur- und Begegnungsstätten und in Beratungsstellen in der Neustadt.

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