Retrospektive Werner Weißbach – Söhne zeigen im Doku Bilder des Vaters Alte Ansichten eines Fotografen

Fotografien des verstorbenen Werner Weißbach sind zurzeit im Dokumentationszentrum Blumenthal zu sehen. Seine Söhne Rüdiger und Hans-Jürgen haben die Archive ihres Vaters durchforstet, gesichtet und sortiert. Dabei sind die Bilder zutage gekommen, die nun in einer Ausstellung "Wandel" an ihn erinnern sollen.
19.03.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Pfeiff

Fotografien des verstorbenen Werner Weißbach sind zurzeit im Dokumentationszentrum Blumenthal zu sehen. Seine Söhne Rüdiger und Hans-Jürgen haben die Archive ihres Vaters durchforstet, gesichtet und sortiert. Dabei sind die Bilder zutage gekommen, die nun in einer Ausstellung "Wandel" an ihn erinnern sollen.

Blumenthal. Häufige Betrachter des Blumenthal-Kalenders oder der Sammelausstellungen der Fotofreunde Vegesack dürften mit Fotografien Werner Weißbachs bereits Bekanntschaft geschlossen haben. Zudem engagierte sich der Farger Fotograf in dem Verein "Stadtteilgeschichte Vegesack" und veranstaltete neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Landwirt, später Maschinenbautechniker, auch eigene Fotografiekurse.

Eine Einzelausstellung seiner Werke hat es zu Lebzeiten des im Jahre 2008 gestorbenen leidenschaftlichen Fotografen nie gegeben. Eine solche gestalteten jetzt seine Söhne Hans-Jürgen und Rüdiger Weißbach posthum in den Räumen des Dokumentationszentrums (Doku).

"Herr Weißbach hat oft davon gesprochen, einmal eine Ausstellung bei uns gestalten zu wollen", erinnert sich Hausleiterin Angela Stocks. Einen Grund, warum es zu einer solchen bisher nicht kam, vermuten seine Söhne in mangelnder Katalogisierung: "Der fotografische Nachlass besteht aus mehreren Tausend Dias und mehr als zwanzigtausend Negativen, die sich hinsichtlich ihres Entstehungsjahres und des Motivs nicht immer eindeutig zuordnen lassen", sagt Rüdiger Weißbach.

Die Weißbach-Ausstellung im Doku versammelt hingegen 35 Motive, die im Vorfeld bereits Bestandteile anderer Sammelausstellungen darstellten. Weißbachs Vorliebe für Landschafts- und Stillleben-Fotografien treten in diesen deutlich zutage. Dementsprechend attestieren die Brüder Hans-Jürgen und Rüdiger, die beide seit den späten Sechzigerjahren das heimische Farge zugunsten von Berlin und später Hamburg und Dortmund verließen, dieser Selektion sowohl dokumentarische als auch künstlerische Relevanz.

Neben Stadtteilansichten vergangener Tage reflektieren die Aufnahmen nach Ansicht der Brüder auch fotografische Strömungen der vergangenen Jahrzehnte, so Rüdiger Weißbach: "Nach einigen absolvierten Fotokursen wurden die Motive etwas abstrakter, Vater arbeitete häufig mit Wasserspiegelungen und betonten Licht- und Schatteneffekten ."

Die Abzugsentwicklung übernahm Weißbach, den seine Nachkommen als introvertierte, schüchterne Persönlichkeit beschreiben, in der eigens hierfür eingerichteten eigenen Dunkelkammer. "Das war eine richtige Alchemistenküche", erinnert sich Rüdiger Weißbach. Hier erhielten die zum überwiegend Teil schwarz-weiß gehaltenen Bilder durch die Hinzunahme von Färbemitteln ganz eigene, bisweilen sogar etwas surreal anmutende Farbgebungen.

Gerne würden die Brüder noch weitere Ausstellungen mit Werken ihres Vaters initiieren, Mangel an Zeit und Budget ließen es derzeit jedoch nicht zu, den gesamten Nachlass zu sichten, katalogisieren und digitalisieren.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag , 3. Mai, im Doku Blumenthal, Heidbleek 10, zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 10 bis 17 Uhr, freitags 10 bis 13 Uhr. Informationen unter Telefon 0421/ 60 39 079.

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