Freizeitkünstler Bremen-Huchting zeigen in der Stadtbibliothek die Wechselausstellung „Landschaft, Meer und Küste“ Alte Tradition neu belebt

Huchting.
13.02.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Alte Tradition neu belebt
Von Ulrike Troue

Huchting.

Bücher und Bilder beflügeln die Fantasie, wecken Sehnsüchte und Träume. Auf diese wunderbare Kombination treffen Besucher der Stadtbibliothek Huchting bis zum 21. Juli. Dort zeigen die Freizeitkünstler Huchting ihre Ausstellung „Landschaft, Meer und Küste“. Die Besonderheit: Alle drei Wochen wechseln montags die Werke. Damit wird eine alte Tradition neu belebt: die Zusammenarbeit zwischen Stadtbibliothek und dem Verein Freizeitkünstler. „Schon von Anfang an gab es diese Kooperation, die erste Ausstellung war 1977 und wurde sehr beachtet“, erinnerte Bibliotheksleiterin Rita Schwickert bei der gut besuchten Eröffnung der Schau an die Historie vor ihrer Zeit. Fünf weitere Ausstellungen folgten, jedoch lagen unterschiedliche Zeitintervalle dazwischen. „Wir wollen den Stadtteil spiegeln, dazu gehören die Freizeitkünstler“, sagte Schwickert.

Für die Möglichkeit, „hier wieder ausstellen zu können“, bedankte sich Helga Gerdes ausdrücklich. Die Vorsitzende des Vereins Freizeitkünstler Bremen-Huchting war überglücklich über die Wiederbelebung dieser Kooperation. „Nun hoffen wir, dass viele Bibliotheksbesucher den Blick auf die Bilder werfen und sich interessieren, denn wir brauchen Nachwuchs.“

Die Wellen, die Weite, der Strand und das Meer sind auf jeden Fall ansprechende, ja fast meditative Motive, die jede Generation mit eigenen Gedanken verbindet. Überdies eigneten sie sich prima, um Kinder an Kunst heranzuführen, wie Peter Prock betont. „Bilder mit Himmel, Wasser und See sind einfach“. Noch dazu hat er selbst ein Faible fürs Meer. „Die Weite und die Luft an der See sind schön, immer, wenn ich von der Küste komme, habe ich Lust zum Malen.“ Der Stuhrer Künstler hat daher bei der jüngsten Jahresausstellung der Freizeitkünstler im Roland-Center etwa zehn Kindern gezeigt, wie mit Pastellkreide gemalt wird. „Die waren alle begeistert“, resümiert er. Insgesamt sei die Präsentation mit Vorführungen und Bilderverkauf sehr gut gelaufen. Dieses Fazit bestätigt Helga Gerdes. „Es gab viele Fragen und Aha-Effekte“, so Prock. „Dafür sind wir ja da, um Begeisterung zu wecken.“

Ein Blickfang in der aktuellen Ausstellung sind „Zwei Wattwürmer“ von Jochen Körber. Wie eine Fotografie wirkt sein Bild von zwei Pöksen in Latzhose barfuß am Strand, die sich fast Po an Po nach vorn beugen und sich durch die Beine ins Gesicht schauen. „Was Du kannst, kann ich auch“, kommentiert der gelernte Lithograf die drollige Szene. Dafür haben dem Huchtinger zwei Fotos als Vorlage gedient. Seine gegenständliche Malerei wirke realistisch, erklärt Körber, weil er in Öl male. Die Farben trockneten langsamer, sodass Motive besser ausgemalt werden könnten.

Die „Weiße Düne“, Badekarren und Standkörbe – mit drei Motiven von Norderney bereichert Siegfried Hartwich die Ausstellung. Der gebürtige Pole, der schon seit 20 Jahren malt, zwei Wettbewerbe in seiner Heimat gewonnen und sich erst vor Kurzem dem Verein angeschlossen hat, war vier Wochen auf der ostfriesischen Insel zur Kur. Dort hat er viele Fotos und Skizzen gemacht, nach denen der 60-Jährige zu Hause in Huchting großformatige Bilder in Öl und Acryl gemalt hat.

Durch Krankheit und Psychotherapie habe er die Zeit für Kreativität und Ermutigung zum Malen gefunden, sagt Hartwich. Dieses Hobby entspanne, mache den Kopf frei. „Dann kommen neue Gedanken“, sagt Hartwich, der jüngst Fahrräder und Regenschirme in allen Facetten auf Leinwand gebannt hat. Sein spannendstes Projekt ist die geplante Ausstellung seiner Norderney-Bilder auf der Insel. Flankierend dazu erscheint sein Buch „Realistische Malerei von Norderney“. Denn Siegfried Hartwich hat „eine Lücke entdeckt“: Ihm war aufgefallen, dass es solche gemalten Motive von Norderney noch nicht gibt.

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