Verkehr- und Baudeputation

Alternative für die Huchtinger Busverbindung gesucht

Diskussionen um den Ausbau der Straßenbahnlinien 1 und 8: Verkehrssenatorin Maike Schaefer will mit der BSAG nach einer Lösung für den Wegfall der Busverbindung in Huchting suchen.
16.01.2020, 21:39
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Alternative für die Huchtinger Busverbindung gesucht
Von Pascal Faltermann
Alternative für die Huchtinger Busverbindung gesucht

Im Zehn-Minuten-Takt soll die Straßenbahnlinie 1 in Huchting fahren, wenn die Strecke ausgebaut ist.

Christina Kuhaupt

Das Thema sorgt weiter für Diskussionsstoff. Der geplante Ausbau der Straßenbahnlinien 1 und 8 und damit die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in und um Huchting ist politisch beschlossene Sache. Trotzdem sind weiter zahlreiche Fragen offen.

Das zeigte sich in der Sitzung der städtischen Verkehrsdeputation, in der Senatorin Maike Schaefer (Grüne) und Gunnar Polzin, Abteilungsleiter Verkehr in der Behörde, sich zu zahlreichen Fragen äußern mussten. Beide sagten zu, dass nach Alternativen für den Ringbusverkehr in Huchting gesucht wird. Ebenfalls Thema in der Deputation: Die angespannte Verkehrssituation in der Überseestadt und das neue Hochhaus auf dem ehemaligen Haven-Höövt-Areal in Vegesack.

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Ausbau Linie 1 und 8: „Ich begrüße es, dass es mit dem Ausbau der Straßenbahnlinien los geht. Das wird Huchting entlasten“, sagte der CDU-Abgeordnete Hartmut Bodeit. Er hatte für die Deputationssitzung einen aktuellen Sachstand angefordert und zeigte sich damit zufrieden, dass das Großvorhaben nun startet. Trotzdem hatte er weitere Nachfragen. So erhielt er von Polzin die Antwort, dass das geplante Projektbüro mit Ansprechpartnern für Bürger eventuell am Roland-Center eingerichtet werden soll, mit Öffnungszeiten auch am Wochenende. „Das wäre der Wunsch“, so Polzin. Geklärt sei das aber noch nicht. Zur geplanten Taktung der Straßenbahnlinien sagte der Abteilungsleiter, dass für die Linie 1 ein Zehn-Minuten-Takt, für die Linie 8 ein 20-Minuten-Takt anvisiert sei. Zeitlich enger zusammen liegende Verbindungen seien finanziell derzeit nicht möglich, so Polzin. Dafür müsse man mehr Geld in den Haushalt einstellen, appellierte er an die Koalitionäre.


Ringbusverkehr: Das Reizthema in Huchting ist allerdings der Ringbusverkehr, der durch den Straßenbahnausbau wegfallen soll. Dadurch wären Teile von Huchting und damit auch Schulen nicht mehr durch den öffentlichen Nahverkehr angebunden. „Es muss dringend abgesichert sein, dass es für Schüler ein ÖPNV-Angebot gibt“, sagte Anja Schiemann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD.

Verkehrsplaner Polzin erklärte darauf, dass eine Beibehaltung des Ringbusses die Finanzspritze des Bundes gefährden könnte. Für eine Förderfähigkeit des Großvorhabens müsste der Busverkehr wegfallen. Senatorin Maike Schaefer bestätigte dies, versprach aber im weiteren Verlauf des Ausbaus das Gespräch mit der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zu suchen, um eine Lösung für den Busverkehr zu finden.

Das müsse man als Signal an den Stadtteil senden. Auch wenn die Huchtinger über den Ringbus reden, gehe es ihnen vor allem um eine gute Anbindung, so Bodeit. In einem offenen Brief an Bürgermeister Andreas Bovenschulte hatte Martin Danne von der Initiative Huchting die Planungen für den Ausbau kritisiert. Er bezieht sich zudem auf ein Gutachten, welches das Straßenbahnprojekt infrage stellt. Die Initiative befürchtet zudem eine Ausdünnung der Busanbindung.

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Verkehrssituation in der Überseestadt: Viel Redebedarf hatten die Deputierten zum integrierten Verkehrskonzept für die Überseestadt, in dem zahlreiche Maßnahmen aufgeführt sind, um die angespannte Situation dort in den Griff zu bekommen. Zu Wort meldete sich auch Karsten Seidel von der Grünen-Fraktion im Waller Beirat, der sich mit der Initiative der Behörde zwar zufrieden zeigte, sich aber vehement gegen die Öffnung der Straße Überseetor für einen Verkehrsanschlusses aussprach. Seidel und seine Beiratsmitglieder befürchten, dass es zu einer „unzumutbaren“ Belastung für Anwohner kommen könnte.


Haven-Höövt-Gelände: Das in Vegesack geplante Hochhaus auf dem ehemaligen Haven-Höövt-Areal soll neun Geschosse bekommen. Das haben die Abgeordneten der SPD, Grünen und Linken in der Baudeputation beschlossen. CDU, FDP und AfD sprachen sich dagegen aus. Das Hochhaus führe zu Ärger, meinte die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Silvia Neumeyer. „Ein Gebäude mit neun Geschossen passt an dieser Stelle nicht.“ Daran ändere auch die Drehung des Gebäudes nichts. Diesem Urteil schloss sich Thore Schäck (FDP) an. „Das Gesamtkonzept ist gut und der passende Ansatz“, so Schäck. Die Gegend dort sei aber nicht geeignet für ein Hochhaus. Wie der WESER-KURIER berichtete, hatte es im Vorfeld von Bürgern und Fachleuten zahlreiche Einwände gegen die Höhe des Gebäudes gegeben.

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