Kleiderkammern Wo in Bremen gebrauchte Kleidung abgegeben werden kann

Bremens Kleiderkammern sind coronabedingt geschlossen. Um in begrenztem Maß Bedürftige mit den notwendigsten Kleidungsstücken versorgen zu können, haben einige begrenzte Spendenannahmezeiten eingerichtet.
10.02.2021, 05:00
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Wo in Bremen gebrauchte Kleidung abgegeben werden kann
Von Ulrike Troue

Die sozialen Kleiderläden in Bremen werden größtenteils ehrenamtlich betrieben und sind coronabedingt geschlossen. Die Kleiderkammer des Bremer Kreisverbandes im Deutschen Roten Kreuz (DRK) gehört dazu und ist schon seit dem ersten Lockdown geschlossen. DRK-Pressesprecher Lübbo Roewer sieht derzeit keine Möglichkeit zur Annahme und Ausgabe der gespendeten Kleidungsstücke unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Darüber hinaus wirft er die Frage auf: „Wie lange halten sich Aerosole auf der Kleidung?“ Konsequenterweise müssten alle angenommenen Kleidungsstücke „coronabezogen“ durchgesehen und gewaschen werden, gibt er zu bedenken. Andere Kleiderkammern in Bremen nehmen in begrenztem Umfang weiter Spenden an und geben sie teilweise auch an Bedürftige weiter.

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Kleiderkammer der Caritas

Die Kleiderkammer Klederschnoor der Caritas in der Kolpingstraße 1b ist nach Aussage von Caritas-Pressesprecherin Simone Lause geschlossen. Um zum angedachten Wiedereröffnungstermin Anfang März Sommersachen anbieten zu können, nehmen Freiwillige weiterhin gut erhaltene Kleidung und Schuhpaare an und sortieren sie vor. Das geschieht zurzeit im Caritas-Zentrum Bremen, Georg-Gröning-Straße 55. Und nur dort ist eine Spendenabgabe möglich – von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 15.30 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.20 Uhr.


Kleiderkammer Anziehungspunkt

Die Kleiderkammer Anziehungspunkt der Inneren Mission in der Bornstraße 65 ist zwar für Kundinnen und Kunden geschlossen, dennoch laufen Annahme und Abgabe der Kleiderspenden durch ein kleines Freiwilligen-Team in geringem Umfang weiter. „Herrenbekleidung fehlt uns immer“, sagt Einrichtungsleiterin Petra Wulf-Lengner. „Wir haben immer Abfluss“, konstatiert sie. Die Sozialdienste der Krankenhäuser, Betreuer von Bedürftigen oder das Horner Café Mittwoch würden regelmäßig Bedarfe für individuell zusammengestellte Bekleidungspakete anmelden, so die Anziehungspunkt-Leiterin. Weil viele Obdachlose gerade in diesen kalten Tagen warme Kleidung benötigen, gibt es freitags zwischen 9 und 13 Uhr insbesondere für sie einen Kiosk-Verkauf. Dann wird ihnen unter Einhaltung der Hygienevorschriften Kleidung durchs Fenster gereicht. Die Resonanz schwankt. „Es sind zwischen zehn und 25 Menschen, die dann zu uns kommen“, sagt Petra Wulf-Lengner.

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Wer Kleidung spenden möchte, muss unter der Telefonnummer 38 87 02 12 oder per E-Mail an wulf-lengner@inneremission-bremen.de vorab einen Termin vereinbaren. „Bis zur Abgabe kann es bis drei Wochen dauern“, wirbt Petra Wulf-Lengner um Geduld und Verständnis aufgrund der begrenzten Lagerkapazität. Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden sortieren manches in Umzugskartons ein, weil diese sich gut stapeln und beschriften lassen und einen schnellen Sortimentsaustausch erleichtern. Denn bei dem für März erhofften Wiedereröffnungstermin rechnet sie mit erster Nachfrage nach Übergangs- und Frühjahrsmode.


Klamöttchen im SOS-Kinderdorfzentrum

Familien mit geringem Einkommen und mehreren Kindern können bei dringendem Bedarf im Secondhand-Laden Klamöttchen im SOS-Kinderdorfzentrum unter der Telefonnummer 597 12 31 einen Einzeltermin vereinbaren. Gleiches gilt für die Bücherkammer, in der Lektüre gegen Spende abgegeben wird. „Denn auch in der Pandemie ist es wichtig, dass Kindern vorgelesen wird, beziehungsweise sie selber lesen“, sagt Sylvia Schikker. Damit der Nachschub gesichert ist, werden von montags bis freitags zwischen neun und 16 Uhr gut erhaltene Kinderkleidung bis Größe 152, Spielsachen und aktuelle Bücher am Eingang in der Friedrich-Ebert-Straße 101 angenommen. Dort gibt es eine Klingel, an der „Sachspenden“ steht.


Bremer Suppenengel

Die Bremer Suppenengel versorgen Obdachlose in Bremen nicht nur mir warmen Getränken und Speisen, sie bedienen sie auch weiterhin mit Kleidung, wie Geschäftsführer Peter Valtink mitteilt. Die Kleiderkammer sei prall gefüllt und coronabedingt geschlossen, aber auf Nachfrage bekämen die Bedürftigen an den fünf Ausgabestandorten benötigte Kleidung mitgebracht. „Obdachlosigkeit ist vor allem ein Herrenproblem“, sagt er. Deshalb kann der Verein jederzeit Schuhe und im Moment vor allem Winterjacken, lange Unterhosen, Schals und warme Pullover für sie gebrauchen. Aus Kapazitätsgründen nehmen die Suppenengel derzeit nur diese Sachspenden und gut schließende Tupperdosen zum Schutz vor Rattenfraß an – wochentags zwischen 8 und 12 Uhr am Standort am Gleis 1.

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