Verkehrsknoten Stern in Bremen

Am Stern: So läuft es rund

Am Stern gibt es neue Fahrbahnmarkierungen, Schilder und viele Veränderungen. Die Unsicherheit der Verkehrsteilnehmer bleibt. Wir zeigen, worauf Fußgänger, Auto- und Fahrradfahrer achten müssen.
03.08.2017, 20:10
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Am Stern: So läuft es rund
Von Pascal Faltermann
Am Stern: So läuft es rund

Am Stern - Fahrlehrer Michael Kreie

Frank Thomas Koch

Nein, über die Umgestaltung des Verkehrsknotenpunktes Stern in Schwachhausen will Michael Kreie nichts Schlechtes sagen. „Hier ist das Geld gut angelegt worden“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Bremen. Er bewertet es positiv, dass an diesem Unfallschwerpunkt vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) etwas gemacht wurde.

Bei einem Rundgang mit Kreie rund um den Kreisverkehr fallen erstaunlich viele Fahrschulfahrzeuge auf. „Das Dogma, dass der Stern gefährlich ist, muss so langsam aus den Köpfen“, sagt Kreie. Darum findet er es gut, dass so viele Fahrlehrer mit ihren Schülern durch den Kreisverkehr fahren.

„Der Stern ist auf jeden Fall in die Ausbildung der Fahrschüler integriert“, sagt Kreie. Aber natürlich werde man die angehenden Autofahrer nicht in den ersten Ausbildungsstunden durch den Kreisverkehr schicken. In Bremen finden laut Kreie etwa 10.000 Fahrscheinerlaubnisprüfungen im Jahr statt, darunter sind auch Nachprüfungen.

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Mit den sechs Ausfahrtmöglichkeiten, den fünf Einfahrten und den Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), die durch den Kreisel fahren und den Verkehr häufig unterbrechen, sei die Situation am Stern natürlich eine ganz besondere. Zudem liege der Knotenpunkt auf einer stark befahrenen Achse zwischen Universität und Hauptbahnhof.

Doch das alles sei nicht schlimm. „Der Stern lebt von seinem Mythos“, sagt Kreie. Eigentlich sei es ein ganz normaler Kreisverkehr, was die Regeln angehe. „Ruhig bleiben, locker bleiben und aufmerksam fahren“, gibt der Fahrlehrer seinen Schülern als Tipp mit auf den Weg, wenn es durch den Kreisel geht.

Nach gut zweieinhalb Monaten wieder für den Verkehr geöffnet

Hervorzuheben sind laut Kreie vor allem die vielen Hinweise für Autofahrer, insbesondere die Fahrradfahrer-Markierungen an den Ausfahrten zur Parkallee und Hollerallee auf beiden Seiten sowie der Hermann-Böse-Straße und Wachmannstraße. Immer wieder wiederholt Kreie, dass es zwar geltende Regeln für den Kreisverkehr gebe.

Aber am allerwichtigsten sei die Grundregel des Straßenverkehrs, die in Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) festgelegt ist: Gegenseitige Rücksichtnahme und Vermeidung von Behinderungen, Gefährdungen, Belästigungen und Schädigungen.

Der Verkehrsknotenpunkt in Bremen ist am 18. Juli nach gut zweieinhalb Monaten wieder für den Verkehr geöffnet worden. Im Vordergrund der umfangreichen Umbauarbeiten stand die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, das hatte Brigitte Pieper, Leiterin des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV), immer wieder betont.

Gesamtkosten liegen bei rund 926.000 Euro

Die wichtigsten Maßnahmen der Bauarbeiten: eine Verbreiterung der Sperrfläche zwischen Fahrrädern und Fußgängern sowie dem Autoverkehr, rot markierte Radwege, eine Verengung der Fahrbahn für Autofahrer auf eine Breite von fünf Metern und die einstreifige Verkehrsführung.

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Die Gesamtkosten für den Umbau liegen laut der Baubehörde bei rund 926.000 Euro. Der Bund zahlt etwa zwei Drittel, der Anteil Bremens beträgt 224.000 Euro. Hinzu kommen 30.000 Euro, die die Bremer Straßenbahn AG zahlt. Am Stern sind täglich bis zu 30.000 motorisierte Fahrzeuge und rund 5500 Radfahrer nach Angaben des ASV unterwegs. Hinzu kommen laut BSAG 430 Straßenbahnen.

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