Einwände von Handelskammer und CDU Am Wall wird ab Montag zur Einbahnstraße

Nach dem Plan von Verkehrssenator Joachim Lohse läuft Am Wall ab Montag alles in eine Richtung. Die Handelskammer indes findet, dass die Straße wieder ganz geöffnet werden könnte.
10.09.2015, 18:42
Lesedauer: 2 Min
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Am Wall wird ab Montag zur Einbahnstraße
Von Frauke Fischer

Nach dem Plan von Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) läuft Am Wall ab Montag alles in eine Richtung. Die Handelskammer indes findet, dass die Straße wieder ganz geöffnet werden könnte. Einbahnstraße oder nicht – die unterschiedlichen Ansichten leiten sich aus der neuen Situation im gesperrten Straßenabschnitt ab: Die Sicherung des abgebrannten Harms-Hauses ist gerade beendet worden, Straße und Bürgersteig vor der Brandruine sind wieder frei von Baugeräten.

Deshalb ist die Handelskammer dafür, die Fahrbahn zwischen Herdentor und Polizeihaus auf voller Breite und in beide Richtungen wieder für Autos zu öffnen. Das Verkehrsressort aber hat in der Deputationssitzung am Donnerstag vorgestellt, wie der Streckenabschnitt ab Montag, 14. September, vom Verkehr genutzt werden soll. Als Einbahnstraße vom Polizeihaus Richtung Herdentor. Eine Lösung auf Zeit, ein Versuch.

Diesen Plan für die Zeit von Abriss und Neubau in der Brandlücke hatte Lohse jüngst präsentiert. Das Parken wird von der Seite der Geschäfte auf den Fahrbahnrand an den Grünanlagen verlegt, es gilt Tempo 30.

>> Mehr zur Planung Am Wall in unserem Dossier <<

„Wir tragen einen solchen Verkehrsversuch mit, wenn die Baustelle kommt“, sagt Olaf Orb von der Handelskammer. Da es aber noch nicht absehbar sei, wann der Abriss beginnt – womöglich erst nächstes Jahr –, spreche alles dafür, den Wall ab sofort wenigstens bis Jahresende wieder freizugeben. „Das wäre ein gutes Signal für den Einzelhandel am Wall und deren Weihnachtsgeschäft“, sagt Orb.

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Dass danach für durchaus drei bis vier Jahre der Wall wegen der Bautätigkeit zur Einbahnstraße würde, habe man akzeptiert. „Das Thema taugt auch nicht zur Kontroverse“, betont der Fachmann für Standortpolitik, Häfen und Verkehr.

Aus Sicht des Verkehrsressorts wäre es hingegen unsinnig, die Strecke womöglich nur für wenige Wochen für den Verkehr in beide Richtungen freizugeben und dann doch eine Einbahnstraße anzulegen, wenn der Abriss es nötig macht. Stattdessen sollen ab Montag die Markierungen und Schilder für die dann geltende Verkehrsführung angebracht werden. „Diese Maßnahmen sind im Einvernehmen auf Senatorenebene beschlossen worden“, betont Ressortsprecher Jens Tittmann.

Heiko Strohmann, CDU-Fraktionssprecher für Verkehr, fordert in dem Zusammenhang erneut ein „Gesamtkonzept für die Innenstadt. Mit der Flickschusterei muss Schluss sein. Wir verlieren als Einzelhandelsstandort immer mehr an Boden.“

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