Stunde der Gartenvögel in Bremen

Amsel hat den Schnabel vorn

Die Amsel ist in diesem Jahr Gewinner der "Stunde der Gartenvögel". Sie verdrängt den Spatz auf den zweiten Platz. Für Überraschungen sorgte in diesem Jahr der Feldsperling.
03.06.2015, 10:26
Lesedauer: 1 Min
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Die Teilnehmer der "Stunde der Gartenvögel" haben in diesem Jahr die Amsel am häufigsten gezählt. 2014 lagen noch die Spatzen bei der Vogelzählung des NABU vorne, die Jahre davor war die Amsel immer Spitzenreiter gewesen.

Die Auswertung der diesjährigen „Vogelinventur“ des NABU bestätigt Trends der Vorjahre. Nach Amsel und Spatz folgen unverändert Kohlmeise und Blaumeise auf den Plätzen 3 und 4. Dann gibt es jedoch erste Änderungen. Die Ringeltaube schiebt sich bei einer Verdoppelung der Sichtungen auf den fünften Platz vor und verdrängt dort die Elster.

"Es kann gut sein, dass der milde Winter den Tauben geholfen hat, es kann aber auch daran liegen, dass wir sie erstmals mit Bild im Zählflyer zur Aktion aufgeführt haben", so NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann, "wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beiden Ursachen.

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Die Verschlechterung der Elster spiegele einen bundesweiten negativen Trend für die kecken schwarzweißen Rabenvögel wider. "Die Bestandsentwicklung der Elster im Vergleich zu den eher zunehmenden Trends einiger anderer Singvögel in der Stadt widerlegt die alte Behauptung, die Elster wäre für den Rückgang anderer Singvogelarten verantwortlich", betont der Vogelkenner und räumt ein: "Ja, die Elstern räubern auch mal ein Nest aus, aber das zerstört nicht ganze Populationen."

Ein Gewinner ist der Feldsperling. „Ihn zieht es schon seit mehreren Jahren verstärkt in die Siedlungsgebiete, während er in ländlichen Räumen abnimmt“, stellt Sönke Hofmann fest. „Das liegt an der Industrialisierung der Landwirtschaft, Insekten werden totgespritzt und wertvolle Nahrungsbiotope wie Hecken, Ackerrandstreifen und Brachflächen kamen in den letzten Jahrzehnten unter den Pflug.“ Ein strukturreicher Garten mit einigen Obstbäumen und wilden Ecken, kann dem Feldsperling und vielen weiteren Vögeln sowohl Nistmöglichkeiten als auch ausreichend Nahrung bieten.

In diesem jahr zählten 376 Vogelfreunde bei der "Stunde der Gartenvögel" in Bremen 7.267 Vögel aus 72 Arten. Die Ergebnisse können ab sofort unter www.NABU.de detailliert abgerufen werden. Bundesweit gab es mehr als 47.000 Teilnehmer, die insgesamt mehr als eine Million Vögel gemeldet haben. (wk/kia)

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