Kunststoff für Radwege-Reparatur im Test

Radweg am Hulsberg vor vollständiger Sanierung

Fahrradfahrer stolpern über die Baustelle, die sich auf dem Radweg vor Rewe am Hulsberg befindet. Der verlegte Belag ist von einem Kleintransporter beschädigt worden, soll aber in Kürze repariert werden.
20.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Radweg am Hulsberg vor vollständiger Sanierung
Von Sigrid Schuer
Radweg am Hulsberg vor vollständiger Sanierung

Erneut stehen Absperrungen: Ein Leser wundert sich, warum vor dem Supermarkt in der Straße Am Hulsberg der Radweg zum zweiten Mal repariert werden muss.

PETRA STUBBE

Rolf Schröder wundert sich und hat unserer Zeitung deshalb einen Leserbrief geschrieben. Als leidenschaftlicher Radfahrer hat er genau verfolgt, dass an der Straße Am Hulsberg vor dem Rewe-Markt vor einigen Wochen damit begonnen wurde, einen Teilbereich eines „rumpeligen Radweges“ zu sanieren. „Eine Baufirma hat die alten Steine herausgerissen, um anschließend mit einer Teermaschine eine Art Bitumen-Belag zu verteilen und glatt zu walzen. Die Absperrungen wurden wieder entfernt und der Radweg für die Benutzer wieder frei gegeben. Nach circa fünf Tagen entdeckte der Leser erneut Beschädigungen auf dem sanierten Teil des Radweges. Es habe ausgesehen wie eine 50 Zentimeter hohe Gebirgslandschaft, so Schröders Wahrnehmung. Nachdem erneut Absperrungen errichtet worden seien, wäre seit mehr als zehn Tagen allerdings nichts passiert. Rolf Schröder stellen sich nun Fragen zu dem verwendeten Material. „Weshalb sind nicht wieder Steine verlegt worden? Und: Begleitet und beaufsichtigt das Amt solche Baustellen vernünftig?“, möchte er wissen.

Der WESER-KURIER hat beim Amt für Straßen und Verkehr (ASV) nachgefragt. Frank Steenblock, in dessen Aufgabenbereich beim ASV in der Referatsleitung 40 die Straßenerhaltung fällt, kann das Rätsel lösen. Nein, es wäre keinesfalls Bitumen gewesen, das auf dem Teilabschnitt verlegt worden wäre, sondern vielmehr ein völlig neuartiger Spezial-Kunststoff namens PH Insitu-Mischung, der bereits in Oldenburg erfolgreich getestet worden wäre, erläutert Steenblock. Der große Vorteil sei, dass dieser Kunststoff wasserdurchlässig wäre und die Oberfläche des Radwegs nicht versiegelt werden müsse. Insofern wäre der Belag deutlich umweltfreundlicher.

Kaum sei der Radweg damit fertig repariert gewesen, sei ein Kleintransporter verbotswidrig über Rad- und Gehweg gefahren und hätte das gerade vollendete Werk demoliert, so der Referatsleiter. Dem ASV sei nichts anderes übrig geblieben, als die beschädigte Stelle wieder mit einem Bauzaun zu sichern. Dass es nun zu einem mehrtägigen Stillstand auf der erneut reparaturbedürftigen Strecke gekommen wäre, liege daran, dass dieser spezielle Kunststoff erst in Süddeutschland bestellt werden musste. „Dann wird die beschädigte Stelle umgehend wieder ausgebessert. Erschwerend hinzu kommt allerdings, dass wir dort erst einmal eine kleine Menge sozusagen zum Ausprobieren für dieses kleine Teilstück bestellt haben“, fügt Steenblock hinzu. Der ADFC habe dem Test dieses Verfahrens ausdrücklich zugestimmt.

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