Rund 1300 Menschen im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung Andrang bei Blutzuckertest

Bremen. Wer geht schon freiwillig gern zum Arzt? Am Tag der ambulanten Medizin haben sich jedenfalls rund 1300 Menschen informiert.
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Andrang bei Blutzuckertest
Von Frauke Fischer

Wer geht schon freiwillig gern zum Arzt? Die große Menschenmenge vor dem Sitz der Kassenärztlichen Vereinigung Samstagmittag ließ vermuten: Viele Bremerinnen und Bremer schätzen solche Besuche mit der Aussicht auf Beratung und Gesundheitstests. Den Tag der ambulanten Medizin jedenfalls haben rund 1300 Menschen genutzt, um sich zu informieren.

Elisabeth Lumma ist mit einem konkreten Anliegen ins Haus der Kassenärztlichen Vereinigung gekommen. Sie brauchte eine Allergieberatung, denn schon mehrfach hat die Bremerin auf verschiedene Lebensmittel mit schweren Reaktionen, mit Atemnot und Hautschwellungen reagiert. Die Aussicht, in der Schwachhauser Heerstraße am Tag der ambulanten Medizin auf mehr als 60 Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zu treffen, um Fragen stellen und sich untersuchen lassen zu können, hat sie ebenso angelockt wie die über 1000 anderen Besucher.

Neben klassischen Messeständen mit Informationsbroschüren und Fachberatung zu Diabetes, onkologischen, radiologischen, rheumatologischen, gynäkologischen und anderen Fragestellungen gab es gestern zum fünften Mal die Möglichkeit für Bremerinnen und Bremer, verschiedene Gesundheitstests vornehmen zu lassen. Blutzucker und Cholesterin konnten sie ebenso kontrollieren lassen wie Lungenfunktion und Herzfrequenz durch ein Elektrokardiogramm (EKG). Hypnose und Ultraschall wurden angeboten, sogenannte Pricktests zur Ermittlung von Allergien auch. Dazu hatten Ärzte verschiedener Fachrichtungen die Büros der KV-Geschäftsstelle in Untersuchungsräume und Sprechzimmer verwandelt. Wie in den Praxen warteten vor den Türen zum Teil viele Menschen auf Einlass. Zum Teil wurden Nummern verteilt, um die Reihenfolge der Wartenden koordinieren zu können. Kurze Fachvorträge zu verschiedenen Themen sorgten für voll besetzte Säle.

Unverbindliche Tests

Die Aussicht auf Informationen hat Pia Scheuermann und ihren Partner ins Haus gelockt. Dabei ist die Bremerin mit einem konkreten Anliegen gekommen. Sie leidet seit einer Weile unter dem sogenannten Karpaltunnelsyndrom und hatte davon erfahren, dass auch dessen Diagnose am Tag der ambulanten Medizin von einer neurochirurgischen Praxis angeboten wurde. So gesellte sie sich zu der Gruppe Wartender, die nacheinander in das umfunktionierte Büro im oberen Stockwerk gebeten wurden. Mitarbeiterinnen der Praxis versahen die Patienten mit Elektroden am Handgelenk, um die Nervenleitgeschwindigkeit zu messen. „Es ist schön, dass man das hier so unverbindlich machen kann“, sagte die Bremerin im Anschluss an die Messung. Sie will sich nun einen Termin in der Praxis zur weiteren Information holen.

Ähnlich sieht es bei Elisabeth Lumma aus, die ebenfalls zum ersten Mal den Tag der ambulanten Medizin nutzte. Sie interessierte sich vor allem für den Allergietest und die dazugehörige Beratung. Nach der Auswertung ihres Pricktests, bei dem auf der Innenseite des Unterarms mit einer feinen Lanzette Lösungen mit Allergenen eingebracht werden, und einem Gespräch mit dem Dermatologen Jörn Elsner konnte sie körperliche Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel besser einordnen. Einige Gemüsesorten wird sie künftig meiden.

„Wir wollen an einem Nachmittag zeigen, was die niedergelassenen Ärzte alles können und anbieten“, sagte Christoph Fox, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, die als Selbstverwaltung der hier niedergelassenen Ärzteschaft funktioniert. Fox ist sicher, dass es sich bei dem Bremer Tag der ambulanten Medizin im Ärztehaus um „die größte Praxis der Stadt“ handelt. Anders als in den Praxen sind sämtliche Angebote des Nachmittags kostenfrei. Doch die Besucher zieht offenbar auch die Unverbindlichkeit. Sie können sich über verschiedene Krankheitsbilder, Therapien und Gesundheitsfragen informieren, ohne sich vorher festlegen zu müssen.

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