Angeblicher Telefonvertrag Pflegeschutzbund in Bremen warnt vor neuer Betrugsmasche

Anrufer verwickeln ältere Menschen am Telefon in ein Gespräch über ihre gesetzlichen Ansprüche gegenüber der Pflegeversicherung und schicken dann eine Rechnung über 129 Euro für Beratungsleistungen.
06.07.2022, 07:00
Lesedauer: 1 Min
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Pflegeschutzbund in Bremen warnt vor neuer Betrugsmasche
Von Timo Thalmann

Der Pflegeschutzbund in Bremen warnt vor einer neuen Betrugsmasche am Telefon. Dabei werden zumeist ältere Personen von einem "Pflegeservice Smart" angerufen und in ein Gespräch über ihre möglichen Ansprüche gegenüber der Pflegekasse verwickelt. Als Folge erhalten die Angerufenen kurz danach ein Schreiben des Schweizer Unternehmens United Swiss Marketing AG, das unter Bezug auf das Telefonat relativ allgemein diese gesetzlichen Ansprüche schildert und dafür 129 Euro Beratungsgebühren in Rechnung stellt. Ein Überweisungsträger liegt direkt bei.

Bislang waren entsprechende Anrufe und Rechnungen vor allem in Baden-Württemberg und Hessen aufgetaucht, nun hat sich laut Pflegeschutzbund eine erste Betroffene aus Bremen gemeldet. Die Verbraucherzentralen raten nach zahlreichen Beschwerden zum sofortigen, schriftlichen Widerspruch, weil sonst der angeblich per Telefon geschlossene Vertrag tatsächlich gültig ist. Auf der Website der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg finden Betroffene einen kostenlosen Musterbrief, um dem nicht gewünschten Vertrag zu widersprechen.

„Wer einen solchen Vertrag untergeschoben bekommen hat, sollte sich auf jeden Fall wehren und auf keinen Fall bezahlen“, sagt Gabriele Bernhardt, Juristin bei der Verbraucherzentrale. Nach ihren Angaben ist die United Swiss Marketing AG auch keine Unbekannte. Unter derselben Geschäftsadresse firmieren mit den gleichen Verantwortlichen auch die „Bonafair AG“ und die „Mönchshofer AG“. Beide Unternehmen rufen ebenfalls ungefragt bei älteren Menschen an, verwickeln sie in Gespräche und schickten dann Nahrungsergänzungsmittel samt saftiger Rechnungen. Woher die Anrufer die Nummern der Verbraucher haben, sei nicht bekannt. Bernhardt hält es für denkbar, dass Telefonbücher systematisch nach älter klingenden Vornamen durchforstet werden.

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Der Pflegeschutzbund weist darauf hin, dass Beratungen über die gesetzlichen Ansprüche an die Pflegekasse in Bremen grundsätzlich kostenlos bei den sogenannten Pflegestützpunkten möglich sind. Die Pflegestützpunkte dienten keinem kommerziellen Zweck und werden getragen von den Kranken- und Pflegekassen sowie vom Land Bremen und von den Städten Bremen und Bremerhaven. Es gibt sie in Huchting, Huckelriede, der Vahr sowie in Vegesack und Bremerhaven.

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