Hooligan-Prozess in Bremen

Angeklagte zu Geldstrafen verurteilt

Bremen. Im Hooligan-Prozess vor dem Amtsgericht Bremen sind am Donnerstag alle sieben Angeklagten zu Geldstrafen verurteilt worden. Zuvor haben die Männer im Alter von 28 bis 43 Jahren die geforderten Geständnisse abgelegt.
29.09.2011, 16:26
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Mario Assmann

Bremen. Im Hooligan-Prozess vor dem Amtsgericht Bremen sind am Donnerstag alle sieben Angeklagten zu Geldstrafen verurteilt worden. Zuvor haben die Männer im Alter von 28 bis 43 Jahren die geforderten Geständnisse abgelegt.

Richter Hans Ahlers verhängte die Strafe wegen schweren Hausfriedensbruchs, bei zwei Beschuldigten auch wegen gefährlicher Körperverletzung. In der Urteilsbegründung sagte Ahlers, die lange Zeitspanne zwischen der Tat im Januar 2007 bis zum Prozess in diesem Monat habe sich strafmildernd ausgewirkt. Der Staatsanwaltschaft sei es schon im Sommer 2008 möglich gewesen, Anklage zu erheben. Tatsächlich geschah dies erst zwei Jahre später.

Diese Verzögerung des Prozesses ruft erneut Kritik in den Fraktionen hervor. Neben dem innenpolitischen Sprecher der CDU, Wilhelm Hinners, kritisiert auch Grünen-Fraktionschef Matthias Güldner die lange Dauer bis zum Prozessauftakt. „Das hinterlässt einen schalen Beigeschmack“.

Dass das Gericht den politischen Hintergrund des Überfalls auf eine Feier im Ostkurvensaal des Weserstadions außer Acht ließ, verurteilt er scharf: „Das wirft kein gutes Licht darauf, wie wir in Bremen mit Rechtsradikalen umgehen“, sagt Güldner. Das Strafmaß will der Fraktionsvorsitzende der Grünen aber „aus Respekt vor dem Gericht“ nicht kommentieren.

Ganz anders Kristina Vogt: Die Fraktionschefin der Linken bezeichnet den Schiedsspruch als einen „Schlag ins Gesicht für Opfer und Zeugen“ und als „Freibrief für rechte Gewalt“. Werder Bremen kündigt indes an, gegen die Hooligans ein nationales Stadionverbot verhängen zu wollen, sobald die Bremer Staatsanwalt deren Adressen übermittelt habe.

Lesen Sie mehr in der Freitagsausgabe des WESER-KURIER.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+