Bremer Landgericht 64-Jähriger wegen versuchten Mordes angeklagt

Er soll seinen ehemaligen Chef in einem Uni-Technikraum mit einer Metallstange angegriffen und versucht haben, ihn umzubringen: Wegen dieser Vorwürfe muss sich ein 64-Jähriger vor dem Landgericht verantworten.
01.02.2021, 13:23
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64-Jähriger wegen versuchten Mordes angeklagt
Von Nina Willborn

Der 64-jährige Bremer, der Ende Juli 2020 an der Universität für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt hatte, muss sich seit Montag 1, Februar, vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Mitarbeiter der Haustechnik des NW2-Gebäudes vor, dass er versucht haben soll, seinen ehemaligen Vorgesetzten mit einer Metallstange zu töten. Allerdings soll er sich laut der Anklage dabei im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit befunden haben.

Der Angeklagte, der zum Zeitpunkt des Anschlags schon jahrelang krank geschrieben war, hatte sich Zugang zu einem Lüftungsraum beschafft und dort eine Anlage manipuliert, wie er seinen Anwalt in einer Erklärung verlesen ließ. Als sein ehemaliger Chef den Schaden beheben wollte, habe er ihn mit einer Eisenstange angegriffen und ihn später bis in einen Aufenthaltsraum verfolgt, dessen Tür er mit einer Axt eingeschlagen habe. Später sei er auf das Dach des Gebäudes gelaufen, um sich dort das Leben zu nehmen. Als Grund für seine Tat gab der Angeklagte an, er sei von dem Vorgesetzten und auch von anderen Kollegen jahrelang gemobbt worden. Auch litte er seit Langem unter psychischen Problemen. Im Juli 2020 habe sich seine psychische wie wirtschaftliche Lage dann dermaßen verschlechtert, dass er keinen anderen Ausweg mehr sah als sich das Leben zu nehmen. „Er war einsam, fühlte sich ausgestoßen“, sagte der Anwalt des Angeklagten. „Er wollte nicht einfach so aus dem Leben scheiden, sondern auf seine Situation aufmerksam machen.“

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Der ehemalige Chef des Angeklagten, der im Prozess als Nebenkläger auftritt, schilderte den Tathergang ebenfalls. Ihm zufolge hatte es immer wieder Probleme mit dem Angeklagten gegeben, normale Gespräche seien zuletzt nicht mehr möglich gewesen. „Ich hatte Todesangst“, sagte er über den Moment, als der Angeklagte begann, ihn mit der Eisenstange anzugreifen. Er habe eine Platzwunde am Hinterkopf und Prellungen am Oberkörper erlitten und sei nach wie vor in psychiatrischer Behandlung.

Um die Corona-Vorgaben einhalten zu können, wurde der Prozess vom Landgericht in die Messehalle 4 verlegt. Fortgesetzt wird er am Dienstag, 2. Februar, 11 Uhr.

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